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Zverev ist die Nummer eins: Erster Deutscher an der Tennis-Spitze seit Boris Becker 1991
Seit dem 2. November führt Alexander Zverev die Weltrangliste an – und dankt der Frau, die nie an seinen Träumen zweifelte.
Von Firas ·
Es gibt Zahlen, die eine ganze Tennisgeneration umfassen: 12.839 Tage liegen zwischen dem 8. September 1991, Boris Beckers letztem Tag an der Spitze der Weltrangliste, und dem 2. November 2026. An diesem Montag ist Alexander Zverev offiziell die Nummer eins im Herrentennis – als erst zweiter Deutscher überhaupt, 35 Jahre nach Becker.
In der neuen ATP-Rangliste steht der 29-Jährige mit 9.550 Punkten vorn, 100 Punkte vor dem Italiener Jannik Sinner. Der Spanier Carlos Alcaraz folgt auf Rang drei mit 6.100 Punkten. Dietloff von Arnim, Präsident des Deutschen Tennis Bundes, brachte es auf einen Satz: „Heute ist ein historischer Tag für das deutsche Tennis.“
Zwölf Monate statt zwei Wochen Zverev selbst vergleicht das Gefühl mit einem Grand-Slam-Sieg – und benennt zugleich den Unterschied: Ein Grand-Slam-Turnier gewinne man über zwei Wochen, „Nummer eins wirst du über zwölf Monate“. Diese zwölf Monate hatten es in sich. 2026 gewann der Hamburger mit den French Open in Paris und den US Open in New York seine ersten beiden Grand-Slam-Titel, nachdem er zuvor dreimal in einem Finale gescheitert war. Dazu kamen das Halbfinale bei den Australian Open und das Endspiel in Wimbledon.
Bereits am 12. Oktober stand fest, dass Zverev das Jahr als Weltranglistenerster beenden wird. Laut ATP ist er damit der älteste Spieler, dem das zum ersten Mal gelingt. Den endgültigen Sprung an die Spitze machte er Ende Oktober beim Turnier in Wien perfekt, wo ihm unter anderem ein Sieg über den Niederländer Tallon Griekspoor gelang; im Halbfinale war dann gegen Alex de Minaur nach drei Sätzen Schluss. Zur Einordnung gehört auch: Sinner und Alcaraz fielen in dieser Saison verletzt aus, Sinner hat seit seinem Wimbledon-Sieg im Juli kein Match mehr bestritten.
Fitness als Fundament Als einen Schlüssel nennt Zverev seine körperliche Verfassung: „Fitness und Gesundheit sind Teil des Tennissports. Ganz einfach.“ In seiner vierwöchigen Vorbereitung im Dezember absolviert er nach eigenen Angaben täglich rund fünf bis sechs Stunden Fitnesstraining – auf dem Tennisplatz steht er dagegen nur etwa eine Stunde.
Bemerkenswert ist das auch, weil Zverev seit seinem vierten Lebensjahr mit Diabetes Typ 1 lebt. Lange hat er die Krankheit verborgen und sich, wie er sagt, „ein bisschen dafür geschämt“. Erst nach seiner schweren Knöchelverletzung bei den French Open 2022 ging er offen damit um und gründete eine Stiftung für Kinder mit Diabetes.
Ein Dank an Irina An seinem ersten Tag als Nummer eins wandte sich Zverev in einem persönlichen Text auf der ATP-Website an seine Mutter Irina. Sie war seine erste Trainerin, brachte ihm das Spiel bei – und zweifelte nach der Diagnose nie an seinen Träumen. Bei Arztgesprächen schickte sie ihren Sohn vor die Tür, damit er nicht hörte, was dort gesagt wurde. Dass er heute dort steht, wo er steht, „das verdanke ich meiner starken Mutter an meiner Seite“, schreibt Zverev.
Seine Botschaft an alle, die mit Diabetes leben: Er wolle zeigen, dass man seine Träume auch mit dieser Krankheit verwirklichen kann. Und sollte es eines Tages einen weiteren Weltranglistenersten mit Diabetes geben, wäre er nach eigenen Worten der glücklichste Mensch der Welt.
Hamburg feiert, das nächste Ziel wartet In seiner Heimatstadt Hamburg, wo er im Stadtteil Uhlenhorst das Tennisspielen lernte, hat der Deutsche Tennis Bund mehr als 300 Werbeflächen gebucht – mit dem Slogan „Ab heute spielt Deutschland auf Platz 1“.
Zum Ausruhen bleibt wenig Zeit. Als Nächstes stehen die ATP Finals in Turin an, danach die Finalrunde des Davis Cups in Bologna – die Trophäe fehlt Zverev noch. „Der Davis Cup wäre der Wahnsinn“, sagt er. Danach wartet ein Urlaub auf den Malediven. Verdient hat er ihn.
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Zverev ist die Nummer eins: Erster Deutscher an der Tennis-Spitze seit Boris Becker 1991