Hamburg · Hamburger Geschichte
Zeitreise Hamburg im Archäologischen Museum: Stadtgeschichte als begehbares Kinderbuch
Hammaburg, Störtebeker, Großer Brand: Die Familienschau in Harburg öffnet am 21. Oktober, Kinder haben freien Eintritt.
Von Michael Beier ·
Ein Hügel über der Mündung der Alster in die Elbe, darauf ein paar schlichte Holzhäuser, rundherum ein Wehrgraben mit Holzpalisade. So zeichnet das Archäologische Museum Hamburg die Hammaburg Ende des 8. Jahrhunderts, den Ursprung der Stadt. Ab Mittwoch ist dieses Lebensbild im Museum zu sehen. Durch die Jahrhunderte danach lotst eine junge Forscherin namens Lulu, ebenfalls gezeichnet.
„Zeitreise Hamburg“ heißt die Familienausstellung, die am Mittwoch, 21. Oktober, im Ausstellungshaus am Museumsplatz 2 in Harburg öffnet. Bis zum 25. April 2027 erzählt sie die Stadtgeschichte in Etappen: von der Hammaburg über die Zeit des Piraten Klaus Störtebeker um 1401 bis zum Großen Brand von 1842 und weiter in die Moderne. Museumsdirektor Rainer-Maria Weiss beschreibt die Schau so: „Es ist quasi ein begehbares Kinderbuch entstanden.“
Lebensbilder: Lulu hilft beim Wasserverteilen Gezeichnet haben die Lebensbilder Lea Hamester und Kim-Melina Bertram, kuratiert hat die Schau Yvonne Krause. Eines der Motive, die das Museum vorab veröffentlicht hat, spielt im Jahr 1892, während der Cholera-Epidemie. Darauf wird abgekochtes Wasser an die Bevölkerung ausgegeben, und Lulu packt beim Verteilen mit an. Laut Museum hat genau diese Maßnahme die Ausbreitung der Krankheit erfolgreich eingedämmt.
Auch das Hamburger Staatssiegel taucht in der Ausstellung als Zeichnung auf. Das älteste bekannte Siegel der Stadt stammt aus dem Jahr 1241 und zeigt ein Stadttor mit zwei steinernen Rundtürmen. Hamburgs heutiges Wappen und das Stadtlogo gehen laut Museum auf diese mittelalterlichen Vorläufer zurück.
Rätsel-Rallye: Von der Schutzgöttin bis zum Franzbrötchen Wer lieber knobelt als schaut, geht mit Aufgabenkarten allein oder im Team auf Spurensuche. Gefragt wird etwa, wie Hamburgs Schutzgöttin heißt, wann die Stadt ihren Freibrief bekam und wie das Franzbrötchen zu seinem Namen kam. Die Lösungen verraten wir an dieser Stelle nicht. Am Ziel wartet eine Belohnung.
Warum ausgerechnet Harburg die Hammaburg erzählt Das Haus wurde 1898 als Heimatmuseum für Harburg gegründet und ist seit Anfang der 1970er-Jahre das zentrale archäologische Museum Hamburgs. Seine Fachleute haben die Grabungspläne vom Domplatz digitalisiert und gemeinsam mit Historikerinnen und Historikern ausgewertet. Erst dadurch ließen sich die dort gefundenen Gräben der Hammaburg zuordnen, die bis dahin nur aus alten Schriften bekannt war.
Nach dem Großen Brand: William Lindley und das Kanalnetz Mit dem Großen Brand endet die Erzählung nicht. Die Führungen für Schulklassen reichen bis zum Wiederaufbau durch William Lindley. Der englische Ingenieur lieferte nach dem Brand von 1842 die Pläne für ein unterirdisches Sielnetz, also ein verzweigtes Kanalnetz für das Abwasser der Stadt. Laut Hamburg Wasser wurde Hamburg damit die erste Stadt auf dem europäischen Kontinent mit zentraler Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Viele der ersten gemauerten Stammsiele sind bis heute in Betrieb.
Eintritt: Kinder frei, am 31. Oktober alle Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 17 Uhr, montags bleibt das Museum zu. Erwachsene zahlen 8 Euro, ermäßigt sind es 5 Euro. Wer noch keine 18 ist, braucht kein Ticket zu bezahlen. Das passt zu den Hamburger Herbstferien, die noch bis zum 30. Oktober dauern.
Am Reformationstag, Samstag, 31. Oktober, lässt das Museum alle Gäste kostenlos hinein und bietet dazu ein eigenes Programm. Am Sonntag, 8. November, folgt der Harburger Kulturtag, an dem mehr als 20 Harburger Kultureinrichtungen keinen Eintritt verlangen. In der Zeitreise-Ausstellung begleiten dann zwischen 12 und 20 Uhr Museums-Scouts die Familien.
An ausgewählten Sonntagen, erstmals am 22. November, bietet das Museum von 10 bis 11 Uhr eine Familien-Tour für Kinder ab 8 Jahren an. Sie kostet 3 Euro plus Eintritt, Anmeldung unter 040 42871 2497. Die nächste S-Bahn-Station ist Harburg Rathaus. Öffnungszeiten, Preise und Anfahrt stehen auch auf der Ausstellungsseite des Archäologischen Museums .
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