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Wurzelgemüse im Herbst: Nährstoffe und Vorteile
Möhren, Rote Bete und Pastinaken haben jetzt Saison in Deutschland. Sie liefern Ballaststoffe, Vitamine und wichtige Pflanzenstoffe. Besonders interessant: Manche Nährstoffe kann unser Körper aus gegartem Gemüse sogar besser aufnehmen.
Von Ulrike ·
Wurzelgemüse im Herbst: Was vier heimische Sorten so gesund macht Wenn die Blätter fallen, wird es in der Küche bunt. Leuchtend orange Möhren, tiefrote Bete und cremefarbene Pastinaken gehören zu den Schätzen der heimischen Herbsternte. Was sie besonders macht, steckt nicht nur in ihrem Geschmack: Die unscheinbaren Wurzeln versorgen uns mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Und bei manchen entscheidet sogar die Zubereitung darüber, wie gut unser Körper ihre Nährstoffe nutzen kann.
Warum Wurzelgemüse unserem Körper guttut Der Oktober ist eine besonders gute Zeit für heimisches Wurzelgemüse. Möhren, Rote Bete und Pastinaken stehen jetzt auf dem Saisonkalender, ebenso wie viele weitere Rübenarten. Auch Petersilienwurzeln stammen im Herbst aus deutschem Freilandanbau.
Ihr gemeinsamer Vorteil: Sie liefern Ballaststoffe, die unsere Verdauung unterstützen, zur Sättigung beitragen und teilweise auch den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Wurzelgemüse kann dazu beitragen, diesen Wert zu erreichen – am besten zusammen mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und weiteren Gemüsearten.
Möhren: Warum gekocht manchmal besser ist als roh Möhren sind reich an Beta-Carotin, einem Pflanzenstoff, der ihnen ihre typische orange Farbe verleiht. Unser Körper kann Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln. Dieses Vitamin ist unter anderem für das normale Sehvermögen und die Funktion des Immunsystems wichtig.
Interessant ist, dass rohe Möhren nicht grundsätzlich nährstoffreicher sind als gekochte. Durch das Garen wird Beta-Carotin für den Körper besser verfügbar. Da Carotinoide fettlöslich sind, hilft außerdem etwas Raps- oder Olivenöl bei der Aufnahme.
Ein kleiner Küchentrick mit großem praktischem Nutzen: Gedünstete Möhren mit etwas Öl sind deshalb eine ebenso gute Wahl wie knackige Möhrensticks.
Rote Bete: Viel mehr als eine kräftige Farbe Kaum ein heimisches Gemüse bringt so viel Farbe auf den Teller. Verantwortlich dafür ist vor allem Betanin, ein natürlicher Pflanzenfarbstoff mit antioxidativen Eigenschaften.
Rote Bete enthält außerdem Folat, ein B-Vitamin, das für Zellteilung und Blutbildung wichtig ist. Auch Ballaststoffe und Kalium gehören zu ihren Inhaltsstoffen.
Beim Eisen lohnt sich ein genauer Blick: Die Knolle enthält zwar Eisen, ist aber keine besonders ergiebige Eisenquelle. Für eine gute Versorgung kommt es auf die gesamte Ernährung an.
Kulinarisch ist Rote Bete erstaunlich wandlungsfähig. Roh schmeckt sie kräftig und erdig, gegart wird sie milder und süßlicher. Im Ofen entwickelt sie besonders intensive Röstaromen. Ein Spritzer Zitrone sorgt dabei für Frische.
Pastinaken und Petersilienwurzeln: Zwei unterschätzte Herbstklassiker Pastinaken gehörten früher zu den vertrauten Gemüsesorten in deutschen Küchen. Heute entdecken viele ihren leicht süßlichen, nussigen Geschmack wieder.
Die hellen Wurzeln enthalten Ballaststoffe, verschiedene B-Vitamine und Mineralstoffe. Sie lassen sich zu cremigem Püree verarbeiten, in Suppen kochen oder knusprig im Ofen rösten. Ihre Saison reicht von Oktober bis März.
Die ähnlich aussehende Petersilienwurzel schmeckt dagegen deutlich würziger. Sie enthält unter anderem Kalium, Ballaststoffe und Vitamin C. Ihr charakteristisches Aroma entsteht durch ätherische Öle.
Wer beide im Geschäft auseinanderhalten möchte, kann auf den Blattansatz achten: Bei Pastinaken liegt er typischerweise in einer Vertiefung. Bei Petersilienwurzeln ist er eher rundlich gewölbt.
So bleiben die Nährstoffe möglichst gut erhalten Nicht jedes Gemüse profitiert auf die gleiche Weise vom Kochen. Während gegarte Möhren Beta-Carotin besser verfügbar machen können, reagieren einige Vitamine empfindlich auf Hitze und Wasser.
Deshalb empfiehlt sich eine Mischung aus rohem und gegartem Gemüse. Schonendes Dünsten, kurzes Garen oder die Zubereitung im Ofen sind gute Möglichkeiten, Wurzelgemüse abwechslungsreich zu genießen.
Für ein unkompliziertes Herbstgericht werden Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Rote Bete in ähnlich große Stücke geschnitten, mit etwas Rapsöl und Kräutern vermengt und bei etwa 200 Grad im Ofen geröstet, bis sie gar und leicht gebräunt sind. Dazu passt ein Kräuterquark oder ein Dip aus Joghurt und Zitrone.
Auch die richtige Lagerung lohnt sich. Pastinaken und Rote Bete bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks häufig bis zu zwei Wochen frisch. Petersilienwurzeln sollten möglichst innerhalb einer Woche verbraucht werden. Ohne Blattgrün und in einem leicht feuchten Tuch verpackt halten sich die Wurzeln besser.
Gesund essen kann so einfach sein Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich, möglichst abwechslungsreich und passend zur Saison.
Wurzelgemüse ist dabei kein Wundermittel, sondern ein unkomplizierter Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Gerade darin liegt seine Stärke: Viele Sorten stammen aus heimischem Anbau, lassen sich gut lagern und schmecken in ganz unterschiedlichen Gerichten.
Wer im Herbst öfter zu Möhren, Roter Bete oder Pastinaken greift, bringt deshalb nicht nur mehr Farbe auf den Teller. Sondern auch mehr Abwechslung, Geschmack und Nährstoffe in den Alltag.