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Wie Mangroven, Seegras und Riffe wieder wachsen können
Mangroven, Seegraswiesen und Riffe können sich erholen – wenn Wissenschaft, dauerhafte Finanzierung und lokales Wissen zusammenspielen. Beim UN-Meeresforum ICP26 wurden Wege diskutiert, erfolgreiche Projekte weltweit auszuweiten.
Von Ulrike ·
Vom Schutz zur Heilung: Wie geschädigte Meere wieder lebendig werden Die Weltmeere sollen nicht mehr nur vor weiteren Schäden bewahrt werden. Zerstörte Lebensräume sollen ihre natürlichen Funktionen zurückgewinnen. Wie das gelingen kann, stand im Mittelpunkt des 26. UN-Beratungsprozesses zu Ozeanen und Seerecht, kurz ICP26, vom 22. bis 26. Juni 2026 in New York.
Fachleute, internationale Organisationen und Staaten stellten Projekte zur Wiederherstellung von Mangrovenwäldern, Seegraswiesen, Korallen- und Austernriffen vor. Die Beispiele zeigen: Meeresrenaturierung bedeutet weit mehr, als einzelne Korallen oder Pflanzen auszusetzen. Damit Ökosysteme dauerhaft zurückkehren, müssen auch Verschmutzung, steigende Wassertemperaturen und schlecht geplante Küstenentwicklung angegangen werden.
Entscheidend sind wissenschaftliche Ausgangsdaten, langfristige Kontrollen, verlässliche Finanzierung und die Beteiligung der Menschen vor Ort. Wie wirksam dieser Ansatz sein kann, zeigt Costa Rica: Im Golfo-Dulce-Gebiet wurden 68 Hektar Mangrovenlandschaft wiederhergestellt und mehr als 12.000 heimische Setzlinge gepflanzt. Bei frühen Kontrollen überlebten mehr als 80 Prozent der jungen Pflanzen.
Auch weltweit wächst die Bewegung. Eine Bestandsaufnahme von UNEP-WCMC erfasste 237 größere Projekte zur Wiederherstellung ganzer Meereslandschaften. Seit 2015 flossen dafür rund 3,35 Milliarden Euro. Allerdings fehlen vielerorts noch vergleichbare Daten darüber, welche Maßnahmen langfristig funktionieren.
Politischen Rückenwind liefert das globale Biodiversitätsabkommen: Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der geschädigten Land-, Süßwasser-, Küsten- und Meeresökosysteme unter wirksamer Wiederherstellung stehen.
ICP26 fasste keine verbindlichen Beschlüsse. Die dort zusammengetragenen Erfahrungen können jedoch in die Arbeit der UN-Generalversammlung und weitere internationale Prozesse einfließen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis lautet: Meeresnatur kann zurückkehren – sofern nicht nur Symptome repariert, sondern auch die Ursachen ihrer Zerstörung verringert werden.
Themen: Meeresökosysteme, Meeresrenaturierung, ICP26, UN-Meeresforum, Ozeane, Meeresschutz, Mangroven, Seegraswiesen