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Weltnaturkonferenz 2026: Was beim Schutz von Tieren, Wäldern und Meeren vorangeht
Fast 90 Prozent der Staaten haben Naturschutzziele. Was schon gelingt und warum ein neues Abkommen Hoffnung macht.
Von Max ·
Weltnaturkonferenz 2026: Was beim Schutz von Tieren, Wäldern und Meeren vorangeht Ob Bienen unsere Obstbäume bestäuben, Wälder das Klima regulieren oder natürliche Auen Hochwasser zurückhalten: Die Natur leistet jeden Tag Erstaunliches. Doch wie gut gelingt es der Menschheit, diese Lebensgrundlagen zu bewahren? Auf der Weltnaturkonferenz 2026 zieht die internationale Staatengemeinschaft erstmals eine gemeinsame Zwischenbilanz. Und die zeigt: Es bewegt sich etwas.
Vom 19. bis 30. Oktober treffen sich in der armenischen Hauptstadt Eriwan Vertreter aus aller Welt zur 17. UN-Biodiversitätskonferenz (COP17). Im Mittelpunkt steht ein ehrgeiziges Versprechen aus dem Jahr 2022: Bis 2030 sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresgebiete wirksam geschützt werden.
Fast 90 Prozent der Staaten haben eigene Naturschutzziele Ein wichtiger Anfang ist gemacht. Laut dem aktuellen UN-Bericht State of Biodiversity Action haben inzwischen fast 90 Prozent der 196 Vertragsparteien nationale Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt festgelegt.
Mehr als 70 Prozent haben bereits Berichte über ihre Maßnahmen eingereicht. Hinzu kommen rund 5.000 registrierte Selbstverpflichtungen von Unternehmen, Städten, indigenen Gemeinschaften und gesellschaftlichen Organisationen.
Auch bei der Wiederherstellung geschädigter Natur gibt es Fortschritte: Für das Jahr 2025 meldeten die Vertragsstaaten insgesamt 193 Millionen Hektar, die sich in Wiederherstellungsprozessen befinden . Ob und wie erfolgreich sich diese Ökosysteme langfristig erholen, muss allerdings weiter überprüft werden.
Ein historischer Schritt für die Weltmeere Besonders bemerkenswert ist eine Entwicklung auf hoher See. Seit dem 17. Januar 2026 gilt ein neues internationales UN-Abkommen, das den Schutz der Artenvielfalt in Meeresgebieten außerhalb nationaler Zuständigkeiten stärken soll.
Das sogenannte Hochseeschutzabkommen schafft erstmals einen umfassenden internationalen Rechtsrahmen, mit dem unter anderem Meeresschutzgebiete eingerichtet und Umweltfolgen bestimmter Aktivitäten geprüft werden können.
Das ist bedeutsam: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums stehen bislang nur etwa 1,7 Prozent der Hohen See unter Schutz. Das neue Abkommen eröffnet die Möglichkeit, künftig deutlich größere Gebiete besser zu bewahren.
Warum Naturschutz auch unseren Alltag betrifft Bei der biologischen Vielfalt geht es nicht nur um seltene Tierarten. Gesunde Böden ermöglichen Landwirtschaft, Insekten sichern Bestäubung und intakte Feuchtgebiete helfen, Wasser zu speichern.
Naturschutz ist deshalb zugleich eine Investition in Ernährungssicherheit, Gesundheit und wirtschaftliche Stabilität.
Der Weg bleibt allerdings anspruchsvoll. Derzeit stehen nach Angaben des Bundesumweltministeriums rund 18,4 Prozent der weltweiten Landfläche unter Schutz. Zudem kommt der UN-Bericht zu dem Ergebnis, dass weniger als die Hälfte der von den Staaten bewerteten nationalen Ziele auf Kurs liegt.
Schutzgebiete müssen deshalb nicht nur ausgewiesen, sondern auch wirksam betreut werden. Dafür braucht es Finanzierung, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort.
Die Chance auf eine echte Trendwende Die Weltnaturkonferenz soll nun klären, welche Maßnahmen bereits funktionieren und wo schneller gehandelt werden muss.
Die ermutigende Erkenntnis: Die internationale Zusammenarbeit nimmt konkrete Formen an. Staaten setzen Ziele, geschädigte Ökosysteme werden wiederhergestellt und für die Weltmeere gelten neue Regeln.
Noch ist die erhoffte Trendwende beim weltweiten Artenverlust nicht erreicht. Doch die Voraussetzungen, um Natur künftig wirksamer zu schützen, werden besser. Und aus diesen Fortschritten kann bis 2030 noch viel entstehen.
Weltnaturkonferenz 2026: Was beim Schutz von Tieren, Wäldern und Meeren vorangeht