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Weihnachtsgeschäft 2026: Handel erwartet 2 Prozent mehr Umsatz – trotz trüber Stimmung
262 Euro pro Kopf für Geschenke geplant, online soll der Umsatz kräftiger wachsen: Was hinter der Weihnachtsprognose des Handels steckt.
Von Max ·
Die Zeiten sind unruhig, die Konsumlaune ist schwach – und doch wollen die Menschen in Deutschland beim Schenken offenbar nicht knausern. Zu diesem Ergebnis kommt der Handelsverband Deutschland (HDE) in seiner Prognose für das Weihnachtsgeschäft 2026, die er am 3. November vorgestellt hat. Für November und Dezember rechnet der Verband mit einem Umsatzplus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
129 Milliarden Euro in zwei Monaten In Zahlen heißt das: Der Einzelhandel soll in den beiden letzten Monaten des Jahres insgesamt rund 129,2 Milliarden Euro umsetzen. Im vergangenen Jahr hatte der HDE für denselben Zeitraum 126,2 Milliarden Euro vorhergesagt, damals mit einem Plus von 1,5 Prozent. Wie wichtig diese Wochen für die Branche sind, zeigt ein weiterer Wert: Nach Angaben des Verbands entfallen auf November und Dezember rund 18,5 Prozent des gesamten Jahresumsatzes im Einzelhandel.
Deutlich kräftiger als der Handel insgesamt soll der Onlinehandel zulegen. Der HDE erwartet hier ein Plus von 4,1 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro – der Verband sieht den digitalen Einkauf damit als Wachstumstreiber des Jahresendgeschäfts.
Das Geschenkebudget bleibt fast gleich Grundlage der Prognose ist unter anderem eine repräsentative Umfrage des Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE mit mehr als 2.000 Befragten. Im Schnitt wollen die Menschen in diesem Jahr 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, 2025 waren es 263 Euro. Mehr als die Hälfte plant, gleich viel auszugeben wie im Vorjahr. Zehn Prozent wollen etwas mehr investieren, 24 Prozent wollen sparen.
HDE-Präsident Alexander von Preen fasst die Lage knapp zusammen: „Weihnachten zeigt sich krisenfest.“ Trotz schwieriger Lage und vieler Unsicherheiten halte das Geschäft zum Fest stand, so von Preen.
Ein Plus mit Fragezeichen So erfreulich die Stabilität ist, die Prognose verdient einen nüchternen Blick. Erstens handelt es sich um die Erwartung eines Branchenverbands, nicht um gemessene Umsätze. Zweitens ist das Plus nominal, also nicht um Preissteigerungen bereinigt. Wie viel davon nach Abzug der Teuerung tatsächlich übrig bleibt, beziffert der HDE für das Weihnachtsgeschäft nicht. Zur Einordnung: Für das Gesamtjahr 2026 hatte der Verband Anfang des Jahres mit einem nominalen Umsatzplus von 2 Prozent gerechnet, was preisbereinigt nur rund 0,5 Prozent entsprochen hätte.
Auch in den Unternehmen selbst ist die Stimmung gemischt. In einer HDE-Umfrage unter 300 Handelsunternehmen gehen 29 Prozent davon aus, dass sich die Kundschaft die Freude am Weihnachtseinkauf auch in schwierigen Zeiten nicht nehmen lässt. Im Handel jenseits von Lebensmitteln erwarten dagegen 56 Prozent ein schwächeres oder deutlich schwächeres Weihnachtsgeschäft als 2025. Dazu kommen nach Angaben des Verbands steigende Kosten für Energie und Personal sowie eine ausufernde Bürokratie, die viele Händler belasten.
Was bleibt Die gute Nachricht ist keine Rekordmeldung, sondern eine leisere: Trotz Unsicherheit will nur rund ein Viertel der Menschen beim Schenken sparen – und das Fest bleibt für den Handel ein wichtiger Anker im Jahr. Ob die Erwartungen aufgehen, zeigt sich erst nach den Feiertagen, wenn die tatsächlichen Zahlen vorliegen.
Themen: Weihnachtsgeschäft, Einzelhandel, HDE, Umsatzprognose, Onlinehandel, Weihnachtsgeschenke, Konsum, Wirtschaft
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