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Was tun bei Hitze? Diese einfachen Maßnahmen sorgen schnell für Abkühlung
Die Wohnung heizt sich auf und selbst nachts fehlt die Erholung? Diese wissenschaftlich geprüften Maßnahmen kühlen deinen Körper, halten Wärme draußen und zeigen, wann Hitze zum medizinischen Notfall wird.
Von Tobias ·
Kühl durch die Hitzewelle: Was Körper und Wohnung jetzt wirklich entlastet Die wirksamste Abkühlung beginnt nicht erst dann, wenn die Wohnung bereits aufgeheizt ist. Wer Wärme früh aussperrt, den eigenen Tagesrhythmus anpasst und den Körper gezielt kühlt, kann auch ohne Klimaanlage erstaunlich viel erreichen.
1. Lüften nach Temperatur – nicht nach Uhrzeit Fenster sollten geöffnet werden, sobald es draußen kühler ist als drinnen. Das ist häufig am frühen Morgen, spät am Abend oder nachts der Fall. Besonders effektiv ist kurzes Querlüften mit weit geöffneten Fenstern.
Steigt die Außentemperatur über die Raumtemperatur, bleiben Fenster und Türen besser geschlossen. Ein kleines Innen- und Außenthermometer nimmt dabei das Rätselraten ab.
2. Die Sonne stoppen, bevor sie auf das Fenster trifft Außenliegende Rollläden, Fensterläden, Markisen oder Sonnensegel halten deutlich mehr Wärme ab als Vorhänge hinter der Scheibe. Der Grund: Die Sonnenstrahlung wird abgefangen, bevor sich Fensterscheibe und Innenraum erhitzen.
Fehlt ein äußerer Sonnenschutz, helfen helle Rollos, Jalousien oder Vorhänge. Besonders Fenster nach Osten, Süden und Westen sollten rechtzeitig verschattet werden.
3. Versteckte Wärmequellen abschalten Backofen, Herd, Computer, Fernseher, Spielekonsole und selbst Ladegeräte geben Wärme an den Raum ab. Während einer Hitzewelle lohnt es sich deshalb, nicht benötigte Geräte vollständig auszuschalten und möglichst kalt oder am Abend zu kochen.
Auch das Trocknen großer Wäschemengen in der Wohnung kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Dadurch verdunstet Schweiß schlechter und die Hitze wird belastender wahrgenommen.
4. Den Körper mit Wasser kühlen – aber nicht schockfrosten Kühles Leitungswasser über Unterarme und Handgelenke laufen zu lassen, kann schnell Erleichterung bringen. Ebenso hilfreich sind:
kühle Fußbäder, feuchte Tücher auf Nacken, Stirn, Armen oder Beinen, Wasserspray auf der Haut, kühle bis lauwarme Duschen, leichte, angefeuchtete Kleidung. Eiskaltes Wasser ist nicht automatisch wirksamer. Sehr kalte Duschen können den Kreislauf belasten. Kühlakkus und Eis gehören niemals direkt auf die Haut, sondern müssen in ein Tuch eingewickelt werden.
5. Trinken, bevor der Durst den Tagesplan übernimmt Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt bei einer Hitzewelle grundsätzlich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Saftschorlen.
Die Menge ist jedoch kein allgemeingültiges Soll: Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen müssen ihre Trinkmenge ärztlich abstimmen. Alkohol begünstigt Flüssigkeitsverlust, stark gezuckerte Getränke sind als Durstlöscher ebenfalls wenig geeignet.
Wer durch Sport oder körperliche Arbeit stark schwitzt, verliert zusätzlich Mineralstoffe. Dann können eine normale, leicht salzhaltige Mahlzeit, Brühe oder im Einzelfall eine Elektrolytlösung sinnvoll sein. Salztabletten sollten nicht ohne medizinische Empfehlung eingenommen werden.
6. Ventilatoren richtig einordnen Ein Ventilator senkt nicht die Raumtemperatur. Er bewegt die Luft und unterstützt dadurch die Verdunstung von Schweiß – genau das erzeugt den kühlenden Effekt.
Bei Raumtemperaturen um 35 Grad und darüber reicht ein Ventilator allein jedoch nicht mehr als Schutz vor Überhitzung. Besonders ältere oder chronisch kranke Menschen sollten dann einen kühleren Ort aufsuchen. Bei extremer Raumhitze kann sehr warme Luft den Körper zusätzlich belasten.
Eine gute Zwischenlösung: Haut leicht befeuchten, den Ventilator mit etwas Abstand aufstellen und den Luftstrom nicht dauerhaft direkt auf eine empfindliche oder bewegungsunfähige Person richten.
7. Den Tag an die Hitze anpassen Einkäufe, Sport, Gartenarbeit und andere anstrengende Tätigkeiten gehören möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Zwischen etwa 11 und 17 Uhr ist Zurückhaltung sinnvoll – am Nachmittag erreicht die Lufttemperatur häufig erst ihren Höchstwert.
Wer unterwegs ist, sollte Schattenwege, Parks oder Routen am Wasser bevorzugen. Luftige, locker sitzende Kleidung unterstützt die Wärmeabgabe. Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel schützen zusätzlich vor UV-Strahlung.
8. Den kühlsten Raum zum Schlafzimmer machen Während einer Hitzewelle muss nicht zwangsläufig im üblichen Schlafzimmer geschlafen werden. Ein Nordzimmer, der Flur oder ein Raum in einem unteren Stockwerk kann deutlich angenehmer sein.
Leichte Bettwäsche, ein dünnes Baumwolllaken und eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche können die Nacht erleichtern. Entscheidend ist vor allem, die Wohnung in den kühlen Nacht- und Morgenstunden konsequent durchzulüften.
9. Medikamente nicht eigenständig verändern Einige Arzneimittel beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck oder die Fähigkeit des Körpers zu schwitzen. Dazu können unter anderem entwässernde Mittel, bestimmte Blutdruckmedikamente und Psychopharmaka gehören.
Dosierung oder Einnahme dürfen deshalb keinesfalls eigenständig verändert werden. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte ärztlich oder in der Apotheke klären, ob bei Hitze Besonderheiten gelten. Auch die Lagerung zählt: Medikamente gehören niemals in ein aufgeheiztes Auto.
10. Warnzeichen früh erkennen Starker Durst, ungewöhnliche Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe oder eine kalte, feuchte Haut können auf Hitzeerschöpfung hindeuten. Betroffene sollten sofort in eine kühlere Umgebung gebracht, von enger Kleidung befreit und vorsichtig gekühlt werden.
Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Kreislaufkollaps oder eine Körpertemperatur über 40 Grad sprechen für einen möglichen Hitzschlag. Dann gilt: sofort 112 rufen, mit feuchten Tüchern oder Wasser kühlen und die Person nicht allein lassen. Bewusstlosen darf nichts zu trinken gegeben werden.
Die gute Nachricht: Viele Belastungen lassen sich mit einfachen Maßnahmen deutlich reduzieren. Hitzeschutz benötigt nicht zwingend teure Technik – häufig entscheiden Vorbereitung, ein Thermometer, Wasser und gegenseitige Aufmerksamkeit.
Was tun bei Hitze? Diese einfachen Maßnahmen sorgen schnell für Abkühlung