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Warum der September besser ist als sein Ruf: Zehn gute Gründe für den frühen Herbst
Morgentau, Äpfel, Vogelzug und mildes Licht: Der September zeigt, warum der Übergang zum Herbst so besonders ist.
Von Tobias ·
Zehn ziemlich gute Gründe, den September zu mögen Der Sommer ist noch nicht ganz verschwunden, der Herbst aber längst unterwegs. Genau dazwischen liegt der September – ein Monat, der morgens nach Jacke und nachmittags manchmal noch nach T-Shirt verlangt. Und vielleicht ist gerade dieses Dazwischen seine größte Stärke.
Meteorologisch hat der Herbst bereits am 1. September begonnen. Astronomisch dauert der Sommer 2026 sogar noch bis zum 23. September um 02:05 Uhr MESZ . Der September bekommt damit etwas, das nur wenige Monate so ausgeprägt besitzen: zwei Jahreszeiten zum Preis von einer.
1. Der Sommer gibt noch nicht auf Im September kann es noch überraschend warm werden. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt den klassischen Altweibersommer als stabile Hochdruckphase mit warmen Tagen, teils über 20 Grad, während die Nächte bereits deutlich kühler werden.
Das Ergebnis sind Tage, an denen Frühstück auf dem Balkon und abends die erste Decke auf dem Sofa gleichermaßen sinnvoll erscheinen.
2. Morgens baut die Natur kleine Kunstwerke Kühle Nächte begünstigen die Bildung von Tau. Plötzlich werden Dinge sichtbar, die wir im Sommer häufig übersehen: feinste Spinnennetze zwischen Gräsern, Tautropfen auf Blättern und Nebelschleier über Wiesen.
Gerade diese Mischung aus noch warmer Luft und bereits kühlen Nächten gehört zu den typischen Merkmalen des frühen Herbstes.
3. Es ist Erntezeit – und zwar richtig Wer saisonal essen möchte, bekommt im September einen ziemlich üppigen Monat serviert.
Aus heimischem Anbau gibt es jetzt unter anderem Äpfel, Birnen, Brombeeren, Pflaumen, Zwetschgen und Trauben . Dazu kommen Kürbis, Tomaten, Zucchini, Paprika, verschiedene Kohlsorten, Möhren, Rote Bete und viele weitere Gemüsearten.
Kurz gesagt: Der September ist kulinarisch weniger Abschied vom Sommer als großes Finale.
4. Endlich schmecken Äpfel wieder nach Jahreszeit Äpfel bekommt man zwar zwölf Monate im Jahr. Doch im September beginnt für zahlreiche Sorten die eigentliche Erntezeit.
Der Deutsche Wetterdienst beobachtet die Pflanzenentwicklung sogar systematisch: Im phänologischen Kalender markieren reife Früchte von Kornelkirsche, Holunder, Birne oder später Rosskastanie verschiedene Stufen des Früh- und Vollherbstes. Die Jahreszeit lässt sich also tatsächlich an Pflanzen ablesen.
5. Über unseren Köpfen beginnt eines der größten Naturschauspiele Während wir über die erste Jacke diskutieren, bereiten sich Millionen Vögel auf eine wesentlich längere Reise vor.
Im Herbst ziehen zahlreiche Arten Richtung Süden oder Südwesten. Nach Angaben des NABU lohnt sich besonders von Ende September bis Mitte Oktober der Blick in den Himmel: Dann ziehen neben großen Arten auch viele kleinere Vögel einzeln oder in Gruppen über Deutschland hinweg.
Ein guter Grund, beim Spaziergang gelegentlich nicht aufs Smartphone, sondern nach oben zu schauen.
6. Im Wald wird es plötzlich ziemlich laut Wer im September früh morgens oder abends in bestimmten Waldregionen unterwegs ist, kann ein Geräusch hören, das kaum zum sonst so stillen Wald passt: das Röhren der Rothirsche.
Im September beginnt die Hirschbrunft . Die Rufe der männlichen Tiere gehören zu den eindrucksvollsten saisonalen Naturschauspielen Deutschlands. Wer sie beobachten möchte, sollte allerdings Abstand halten und ausgewiesene Beobachtungsplätze nutzen.
7. Pilzfans bekommen wieder einen Grund für lange Waldspaziergänge Feuchtigkeit und mildere Temperaturen können im Herbst für gute Bedingungen zur Bildung von Pilzfruchtkörpern sorgen. Für viele Arten fällt die Hauptsaison in diese Jahreszeit und endet häufig erst mit stärkeren Nachtfrösten.
Nur eine Regel gehört unbedingt dazu: Gesammelt wird ausschließlich, was zweifelsfrei bestimmt werden kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt regelmäßig vor gefährlichen Verwechslungen essbarer und giftiger Arten.
8. Das Licht verändert die Welt ein bisschen Die Sonne steht zunehmend niedriger am Himmel. Schatten werden länger, morgens ziehen häufiger Nebelfelder durch Landschaften und der Wechsel von Licht und Wolken wird sichtbarer.
Der Herbst braucht deshalb keine komplett verfärbten Wälder, um gut auszusehen. Manchmal reichen ein feuchter Feldweg, ein paar Sonnenstrahlen und fünf Minuten Zeit.
9. Man darf wieder langsamer werden Im Hochsommer entsteht schnell das Gefühl, jeden sonnigen Tag maximal ausnutzen zu müssen: Freibad, Grillen, Ausflug, See, Terrasse.
Der September nimmt ein wenig Tempo heraus. Draußen sein funktioniert weiterhin – aber ohne das Gefühl, einen perfekten Sommertag zu verschwenden, wenn man einfach nur spazieren geht.
Vielleicht ist das eine seiner angenehmsten Eigenschaften: Der Monat verlangt nicht viel von uns.
10. Der September erinnert daran, dass Veränderung auch schön sein kann Am 23. September 2026 überquert die Sonne aus astronomischer Sicht den Himmelsäquator Richtung Süden. Auf der Nordhalbkugel beginnt damit der astronomische Herbst.
Danach werden die Tage weiter kürzer. Blätter verändern ihre Farbe, Zugvögel verschwinden, andere Tiere bereiten sich auf den Winter vor.
Das klingt zunächst nach Abschied. Dabei zeigt der September ziemlich eindrucksvoll das Gegenteil: Eine Jahreszeit muss nicht bleiben, damit etwas Schönes daraus entsteht.
Vielleicht ist der September deshalb gar nicht der Monat nach dem Sommer.
Vielleicht ist er einfach der September.
Warum der September besser ist als sein Ruf: Zehn gute Gründe für den frühen Herbst