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Warum der Himmel blau ist: Die faszinierende Physik direkt über unseren Köpfen erklärt
Von Tobias ·
Warum der Himmel blau ist – und Sonnenuntergänge plötzlich rot werden Wir sehen ihn beinahe jeden Tag und denken kaum darüber nach: den blauen Himmel. Dabei passiert über unseren Köpfen ständig ein kleines physikalisches Schauspiel. Sonnenlicht trifft auf unsere Atmosphäre, begegnet unzähligen Luftmolekülen – und wird dabei nach Farben sortiert.
Das Überraschende: Sonnenlicht ist eigentlich nicht weiß. Es besteht aus vielen verschiedenen Wellenlängen, die unser Auge als unterschiedliche Farben wahrnimmt – von Rot und Orange über Grün bis Blau und Violett. Zusammengenommen erscheinen sie uns weiß.
Winzige Moleküle machen den Himmel blau Sobald Sonnenlicht in die Erdatmosphäre eintritt, trifft es vor allem auf Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle. Diese sind erheblich kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Genau deshalb kommt ein Effekt ins Spiel, der als Rayleigh-Streuung bezeichnet wird.
Kurzwelliges Licht wird dabei deutlich stärker gestreut als langwelliges. Vereinfacht gesagt nimmt die Streuung sogar mit der vierten Potenz der abnehmenden Wellenlänge zu. Blaues Licht wird deshalb wesentlich stärker in alle Richtungen verteilt als beispielsweise rotes Licht. Egal, wohin wir am klaren Himmel schauen: Aus vielen Richtungen erreicht uns dieses gestreute blaue Licht.
Aber müsste der Himmel dann nicht violett sein? Violettes Licht besitzt schließlich eine noch kürzere Wellenlänge. Tatsächlich wird auch Violett stark gestreut. Unser Auge reagiert darauf jedoch deutlich weniger empfindlich als auf Blau; außerdem wird ein Teil des violetten Lichts in der oberen Atmosphäre absorbiert. Das Ergebnis für unsere Wahrnehmung: Himmelblau.
Absorption und Reflexion: wichtige Nebendarsteller Die Atmosphäre streut Licht nicht nur, sie kann bestimmte Wellenlängen auch absorbieren. Für die blaue Farbe eines klaren Tageshimmels ist diese Absorption jedoch nicht der Hauptgrund.
Auch Reflexion spielt nur eine Nebenrolle. Erdoberfläche, Wolken und Wasser können Sonnenlicht zurückwerfen oder erneut streuen. Besonders nahe am Horizont vermischen sich dadurch verschiedene Lichtanteile stärker – weshalb der Himmel dort häufig heller oder fast weißlich erscheint.
Warum wird der Himmel abends rot? Beim Sonnenuntergang verändert sich nicht das Sonnenlicht, sondern sein Weg zu uns. Steht die Sonne tief, muss ihr Licht eine wesentlich längere Strecke durch die Atmosphäre zurücklegen. Dabei werden große Teile des blauen und violetten Lichts bereits seitlich weggestreut.
In direkter Sonnenrichtung bleiben deshalb vor allem die längerwelligen Rot-, Orange- und Gelbtöne übrig. Staub und andere Aerosole können die Farbwirkung zusätzlich verändern oder verstärken.
So entstehen aus derselben Sonne innerhalb weniger Stunden ein tiefblauer Mittagshimmel und ein orange-roter Abend. Der Himmel wechselt also nicht wirklich seine Farbe – unsere Atmosphäre sortiert das Licht immer wieder neu.
Faktencheck Stimmt: Der blaue Himmel entsteht vor allem durch Rayleigh-Streuung. Kurzwelliges blaues Licht wird an Luftmolekülen deutlich stärker gestreut als rotes; bei tief stehender Sonne bleibt deshalb mehr Rot- und Orangeton übrig.
Warum der Himmel blau ist: Die faszinierende Physik direkt über unseren Köpfen erklärt