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Wärmepumpe im Hochbunker: Am 21. November öffnen Hamburger ihre Heizungskeller
Vom Hochbunker bis zum Reihenendhaus: Beim Tag des offenen Heizungskellers gibt es Praxiswissen aus erster Hand.
Von Michael Beier ·
Wie schlägt sich eine Wärmepumpe im Alltag? Darauf gibt es am Samstag, 21. November, Antworten von Menschen, die solche Anlagen aus der Praxis kennen, und das laut den Veranstaltern ohne Verkaufsdruck. Bundesweit findet dann zum zweiten Mal der Tag des offenen Heizungskellers statt. In Hamburg organisiert ihn der BUND Hamburg, nach dessen Angaben „zahlreiche Gastgeber“ mitmachen; eine Gesamtzahl nennt er nicht. Der Besuch kostet nichts, wer kommen will, muss sich aber vorher anmelden.
Ein Bunker, der im Sommer kühlt Besonders ungewöhnlich ist der Heizungskeller in Ottensen: In einem Hochbunker von 1942, der heute ein Wohnhaus mit 15 Wohnungen ist, arbeitet eine Erdwärmepumpe mit großem Eisspeicher. Sebastian Schröder, der die Anlage betreut, erklärt das Prinzip: Im Sommer kühlt der Speicher das Gebäude, die dabei aufgenommene Wärme hilft im Winter beim Heizen. Außerdem zeigt er eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Gebäude von 1892.
Auch die Wohnungsbaugenossenschaft Altonaer Spar- und Bauverein (altoba) öffnet die Tür. In einem ihrer Mehrfamilienhäuser von 1937 mit 13 Wohnungen haben zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen die Gaszentralheizung abgelöst, Ende 2025 war der Umbau fertig. Ein Fernwärmeanschluss kam dort nach Angaben der Genossenschaft nicht infrage.
Zahlen aus dem eigenen Haus In Schnelsen berichtet Andreas Scheel aus seinem Reihenendhaus von 1992, in dem heute eine Wärmepumpe zusammen mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher läuft. Früher verbrauchte das Haus rund 19.000 Kilowattstunden Gas im Jahr, heute kommt es nach seinen Angaben mit rund 2.500 Kilowattstunden Strom für Heizung und Warmwasser aus. Das ist die Erfahrung eines einzelnen Haushalts. Gas- und Strommengen lassen sich zudem nicht direkt vergleichen, und ob in den 2.500 Kilowattstunden auch der Strom vom eigenen Dach steckt, lässt die Angabe offen. Genau dafür ist das Gespräch im Keller da.
Wolfgang Stidl in Stellingen hat Verbrauchsdaten aus drei Jahren dabei und legt den Schwerpunkt auf Bestandsgebäude mit klassischen Heizkörpern. „Eine Wärmepumpe funktioniert anders als eine Gasheizung“, sagt er: Sie laufe mit weniger Leistung, dafür aber kontinuierlicher. Heimwerker erfahren bei ihm auch, was beim Einbau in Eigenleistung möglich ist und wo die Grenzen liegen.
So kommt man hinein Standorte und Besuchszeiten stehen auf der Karte unter offenerheizungskeller.de. Angemeldet wird man dort über ein kurzes Formular und bestätigt per E-Mail-Link. Die genaue Adresse kommt erst danach, öffentlich wird sie nicht genannt.
Getragen wird der Aktionstag von einem Bündnis aus BUND, Campact, co2online, GermanZero, Greenpeace und dem Solarenergie-Förderverein Deutschland, das ihn als werbefrei und überparteilich beschreibt. In Hamburg sind außerdem GermanZero Hamburg, die Gemeinwohl-Ökonomie und die Hamburger Energielotsen dabei. Bei der ersten Ausgabe 2025 standen bundesweit 203 Heizungskeller in 93 Kommunen offen.
Ob eine Wärmepumpe zum eigenen Haus passt, klärt ein Besuch im fremden Keller noch nicht. Die Fragen dafür lassen sich dort aber sehr gut sammeln.
Themen: Hamburg, Wärmepumpe, Tag des offenen Heizungskellers, Heizen, BUND Hamburg, Ottensen, Altbau, Klimaschutz
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