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Vossloh mit Rekord-Auftragsbestand von 1,14 Milliarden Euro
Der Bahntechnikkonzern Vossloh startet mit so vielen Aufträgen wie nie zuvor ins zweite Halbjahr. Neue Hochgeschwindigkeitsstrecken und die Übernahme des Betonschwellen-Spezialisten Sateba treiben das Wachstum – doch die Bilanz hat auch Schwachstellen.
Von Andre ·
Schienenbefestigungen, Weichen und Betonschwellen wirken unscheinbar. Ohne sie fährt jedoch kein Zug. Genau diese Bauteile sind weltweit zunehmend gefragt: Der deutsche Bahninfrastrukturkonzern Vossloh meldet zum 30. Juni 2026 einen Auftragsbestand von 1,1407 Milliarden Euro – den höchsten Wert seiner Unternehmensgeschichte.
Gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt entspricht das einem Plus von 31,8 Prozent. Im ersten Halbjahr gingen neue Bestellungen über 828,5 Millionen Euro ein. Damit erhielt Vossloh rechnerisch für jeden Euro Umsatz Aufträge im Wert von 1,17 Euro. Ein Wert über eins deutet darauf hin, dass sich die Auftragsbücher weiter füllen.
Dahinter stehen konkrete Bahnprojekte: Rund 60 Millionen Euro entfallen auf neue Hochgeschwindigkeitsstrecken in der chinesischen Provinz Shandong. Mehr als 40 Millionen Euro steuert die erste Bauphase der kalifornischen Hochgeschwindigkeitsstrecke bei. Auch das bestehende Geschäft legte beim Auftragseingang bereinigt um Übernahmen zu.
Allerdings erklärt nicht allein ein weltweiter Bahnboom den Rekord. Einen erheblichen Anteil hat die seit Oktober 2025 einbezogene Sateba-Gruppe, die heute VTT Europe heißt. Das Umsatzplus von 21,9 Prozent auf 710,1 Millionen Euro war sogar fast vollständig übernahmebedingt. Ohne Sateba wäre der Umsatz leicht gesunken.
Auch beim Gewinn bleibt das Bild gemischt: Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von 44,9 auf 32,4 Millionen Euro. Höhere Logistikkosten, ein ungünstigerer Auftragsmix und Belastungen aus der Übernahme spielten dabei eine Rolle. Vossloh senkte deshalb seine Jahresprognose, erwartet für 2026 aber weiterhin mehr Umsatz und ein höheres EBITDA als 2025.
Der Rekord zeigt somit vor allem eines: Weltweit wird langfristig in neue und modernisierte Schienennetze investiert. Davon profitieren auch spezialisierte Industrieunternehmen aus Deutschland.