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Von Goldschmiede bis Dachdeckerei: 83 junge Talente sind Hamburgs Beste im Handwerk
83 Gesellinnen und Gesellen aus 37 Gewerken wurden als Landesbeste geehrt – fast die Hälfte von ihnen sind junge Frauen.
Von Michael Beier ·
Sie decken Dächer, verzieren Torten, schneidern Anzüge nach Maß und installieren Heizungsanlagen – und sie tun das so gut, dass sie in ihrem Gewerk die Besten in Hamburg sind. 83 junge Handwerkerinnen und Handwerker sind als Landesbeste ihres Gewerks ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand im Großen Saal der Handwerkskammer Hamburg statt, gemeinsam ausgerichtet von der Kammer und dem Hamburger Senat.
37 Gewerke, fast die Hälfte Frauen Die Bandbreite ist beachtlich: Die Siegerinnen und Sieger kommen aus 37 verschiedenen Gewerken. Darunter sind Klassiker wie Tischlerei, Maurer- und Elektronikerhandwerk, aber auch seltener gehörte Berufe wie Bestattungsfachkraft, Rollladen- und Sonnenschutzmechatronik oder Fahrzeugsattlerei. Auch das Goldschmiede-, Konditoren-, Maßschneider-, Dachdecker- und Gebäudereinigerhandwerk ist unter den Ausgezeichneten vertreten.
Bemerkenswert ist der Frauenanteil: 38 der 83 Landesbesten sind Frauen, 45 Männer. Das Handwerk, lange als Männerdomäne wahrgenommen, zeigt hier ein deutlich gemischteres Bild.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris würdigte die jungen Fachkräfte als Beleg dafür, wie sehr eine gute Ausbildung zu Höchstleistungen anspornen kann. Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, richtete sich direkt an die Geehrten: „Unsere Betriebe und die gesamte Stadt setzen auf Menschen wie Sie.“ Die Kammer dankte zudem den Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen, die den Nachwuchs auf seinem Weg begleitet haben.
Ein Wettbewerb mit 75 Jahren Geschichte Hinter der Auszeichnung steht die Deutsche Meisterschaft im Handwerk, die heute auch unter dem Namen „German Craft Skills“ auftritt. Den Wettbewerb gibt es seit 1951, 2026 feiert er sein 75-jähriges Bestehen. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks treten jedes Jahr mehr als 3.000 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus über 130 Berufen an.
Mitmachen darf, wer die Gesellen- oder Abschlussprüfung frisch bestanden hat, zum Prüfungszeitpunkt höchstens 27 Jahre alt war und im praktischen Teil mindestens die Note „gut“ erreicht hat. Der Wettbewerb läuft in bis zu vier Stufen: von der Innung über die Kammer und das Land bis hin zur Bundesebene.
Nächste Station: Bundesebene Für einige der Hamburger Landesbesten geht es weiter: Sie wollen sich auf Bundesebene messen. Wer dort gewinnt, wird im Frühjahr 2027 von Handwerkskammer und Senat bei einem Empfang im Hamburger Rathaus geehrt.
Und auch abseits von Pokalen kann sich die Leistung lohnen: Wer jünger als 25 ist und bei der Deutschen Meisterschaft überregional unter die ersten drei kommt oder die Abschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten besteht, kann sich laut ZDH über die Handwerkskammer für ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung bewerben – etwa als Sprungbrett zum Meistertitel. Für das Hamburger Handwerk sind die 83 jungen Profis damit vor allem eines: ein sehr gutes Zeichen.
Themen: Handwerk, Ausbildung, Gesellenprüfung, Handwerkskammer Hamburg, German Craft Skills, Frauen im Handwerk, Nachwuchs, Fachkräfte
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