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Von Deutschland nach London: Eurostar plant Direktzug mit zweistöckiger Cocktailbar
Einsteigen in Frankfurt, ankommen in London: Eurostar plant Direktzüge mit zweistöckiger Cocktailbar ab den 2030ern.
Von Ulrike ·
Von Deutschland nach London: Eurostar plant Direktzug mit zweistöckiger Cocktailbar Einsteigen in Frankfurt, ankommen in London: Eurostar plant Direktzüge mit zweistöckiger Cocktailbar ab den 2030ern.
Eine Zugfahrt, die schon vor der Ankunft zum Erlebnis wird: Von Frankfurt oder Köln direkt nach London reisen, unterwegs die Landschaft genießen und zwischendurch einen Drink in einer zweistöckigen Cocktailbar bestellen. Genau das könnte Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre möglich werden. Die Deutsche Bahn und Eurostar arbeiten an einer umsteigefreien Verbindung zwischen Deutschland und Großbritannien. Die dafür vorgesehenen neuen Doppelstockzüge versprechen nicht nur mehr Komfort, sondern auch deutlich mehr Platz für Reisende.
Von Frankfurt über Köln direkt nach London Bislang führt die Bahnreise aus Deutschland in die britische Hauptstadt meist über Brüssel. Dort müssen Fahrgäste vom ICE in einen Eurostar umsteigen. Mit der geplanten Direktverbindung könnte dieser zusätzliche Schritt künftig entfallen.
Die Grundlage dafür haben die Deutsche Bahn und Eurostar bereits im Dezember 2025 geschaffen. Beide Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung, um gemeinsame Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen London und deutschen Städten wie Frankfurt und Köln zu entwickeln.
Die Idee ist nicht nur für Urlaubsreisende interessant. Auch Geschäftsreisende könnten von einer direkten Verbindung zwischen den Stadtzentren profitieren.
Doppelstockzüge mit Cocktailbar auf zwei Etagen Für das neue Angebot hat Eurostar eine besondere Zugflotte vorgesehen. Die Fahrzeuge tragen den Namen „Celestia“, abgeleitet vom lateinischen Wort für „himmlisch“.
Die neuen Hochgeschwindigkeitszüge werden vom französischen Hersteller Alstom gebaut. Insgesamt 30 Fahrzeuge sind fest bestellt, für weitere 20 besteht eine Kaufoption. Eurostar plant Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in die neue Flotte.
Und die Züge haben es in sich: Jeder rund 200 Meter lange Doppelstockzug soll etwa 540 Sitzplätze bieten. Werden zwei Einheiten miteinander verbunden, könnten rund 1.080 Menschen gleichzeitig reisen. Das entspricht nach Angaben des Unternehmens rund 20 Prozent mehr Kapazität als bei den bisherigen größten Eurostar-Zügen.
Besonders außergewöhnlich ist die geplante Cocktailbar über zwei Etagen. Sie soll allen Reisenden offenstehen, unabhängig von der gebuchten Wagenklasse. Beide Ebenen erhalten eine eigene Atmosphäre. So könnte aus einem gewöhnlichen Bordrestaurant ein neuer Treffpunkt während der Reise werden.
Mehr Platz und weniger Energieverbrauch Nicht nur die Ausstattung soll überzeugen. Eurostar verspricht für die elektrische Celestia-Flotte auch einen geringeren Energieverbrauch.
Nach Unternehmensangaben benötigen die neuen Züge je nach Vergleich zwischen 20 und 50 Prozent weniger Energie als Fahrzeuge der bisherigen Flotte. Zudem sollen rund 25 Prozent der verwendeten Materialien aus recycelten Rohstoffen bestehen.
Auch auf extreme Sommer bereitet sich Eurostar vor: Die Klimaanlagen der neuen Generation werden für Außentemperaturen von bis zu 55 Grad Celsius ausgelegt. Schließlich sollen die Züge bis weit in die 2060er-Jahre unterwegs sein.
Wann startet die neue Verbindung nach London? Die ersten Celestia-Züge sollen im Januar 2031 zur Eurostar-Flotte kommen. Für Mai 2031 ist der reguläre Fahrgastbetrieb mit zunächst sechs neuen Fahrzeugen vorgesehen.
Das bedeutet allerdings noch nicht, dass die Direktzüge zwischen Deutschland und London bereits zu diesem Zeitpunkt starten.
Offiziell peilen Eurostar und die Deutsche Bahn die frühen 2030er-Jahre an. Neuere Berichte aus Köln sprechen inzwischen auch von der Mitte des Jahrzehnts. Ein verbindlicher Starttermin steht weiterhin aus.
Vor dem ersten Direktzug müssen unter anderem Grenz- und Sicherheitskontrollen an den deutschen Bahnhöfen organisiert werden. Auch die technische Zulassung und die Fahrplangestaltung sind Teil der Vorbereitungen.
Ticketpreise und konkrete Abfahrtszeiten sind deshalb noch nicht bekannt.
Eine neue Perspektive für das Reisen in Europa Die Strecke selbst verspricht schon heute ein besonderes Erlebnis. Auf dem Weg nach London führt sie durch den rund 50 Kilometer langen Kanaltunnel, von dem fast 38 Kilometer unter dem Ärmelkanal verlaufen.
Mit den neuen Zügen könnte diese Verbindung künftig noch attraktiver werden: ohne Umstieg, mit zusätzlichen Sitzplätzen und einer Ausstattung, die internationale Bahnreisen angenehmer macht.
Bis zum ersten Direktzug aus Deutschland wird noch einige Zeit vergehen. Doch die Pläne zeigen bereits jetzt, wie sich das Reisen in Europa weiterentwickeln könnte. Vielleicht wird dann nicht nur London zum Höhepunkt eines Ausflugs – sondern schon die Fahrt dorthin.
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