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Vier Walnüsse decken den Tagesbedarf an pflanzlichem Omega-3
Vier Walnüsse liefern so viel Alpha-Linolensäure, wie Erwachsene laut Bundeszentrum für Ernährung täglich brauchen. Die Erntezeit ist gerade vorbei, mancher Vorrat trocknet noch. Was in der Nuss steckt, wie viel sinnvoll ist und wann eine Nuss in den Abfall gehört.
Von Ulrike ·
Wer eine Walnuss öffnet, kann hören, ob sie fertig ist: Knacken die Trennhäute im Inneren, ist die Nuss trocken. Auf dieses Zeichen können sich kleine Betriebe mit wenigen Bäumen verlassen, schreibt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in seinem gemeinsam mit Bio Suisse herausgegebenen Walnuss-Merkblatt von 2026. Die Probe lässt sich auch mit der eigenen Ernte machen, und dafür ist jetzt die richtige Zeit.
Denn Walnüsse werden laut Bayerischer Gartenakademie im September und Oktober reif, je nach Sorte und Standort, das Trocknen kann danach zwei bis sechs Wochen dauern. Wer im Oktober gesammelt hat, ist Anfang November also womöglich gerade erst fertig.
Was die Nuss mitbringt Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) beschreibt die Walnuss als energiereich und nennt als Inhaltsstoffe Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure, außerdem Folsäure, Provitamin A, Kalium und Magnesium. Selbst bilden kann der Körper Alpha-Linolensäure nicht, er ist also auf das Essen angewiesen. Erwachsene brauchen davon laut BZfE etwa 1.300 Milligramm am Tag. So viel steckt in vier Walnüssen, ebenso in einem Esslöffel Rapsöl oder Leinsamen.
Eine Nährwerttabelle auf Basis des Bundeslebensmittelschlüssels und von Herstellerangaben führt für die Walnuss rund 10 Gramm Alpha-Linolensäure je 100 Gramm auf, Daten des US-Landwirtschaftsministeriums, die die California Walnut Commission veröffentlicht, rund 9 Gramm. Die Stiftung Warentest ordnet ein, dass Walnüsse deutlich mehr Omega-3 enthalten als andere Nüsse.
Zur Ehrlichkeit gehört: Den Fisch ersetzt die Nuss damit nicht eins zu eins. Zwar macht der Körper aus Alpha-Linolensäure auch die Fettsäuren EPA und DHA, aber nur in relativ geringen Mengen. Für mehr davon sorgt vor allem fetter Meeresfisch wie Makrele, Hering und Lachs, erklärt das BZfE.
Eine kleine Handvoll, gern gemischt Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu einer kleinen Handvoll Nüsse oder Samen am Tag, das sind ungefähr 25 Gramm, und zwar ungesalzen und in abwechslungsreicher Auswahl. Die Walnuss muss also nicht jeden Tag allein antreten. Nüsse lieferten lebensnotwendige Fettsäuren und seien gut für die Herzgesundheit, schreibt die DGE. Ein Heilmittel macht das aus ihnen nicht.
Die Menge hat ihren Grund, denn Nüsse bestehen zu einem großen Teil aus Fett und enthalten wenig Wasser. Das Portal IN FORM der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nennt für 100 Gramm Nüsse allgemein etwa 680 Kilokalorien. Für die Walnuss führt die genannte deutsche Tabelle 721 Kilokalorien und 71 Gramm Fett auf, die US-Daten 654 Kilokalorien und 65 Gramm Fett. Eine 25-Gramm-Portion Walnüsse käme demnach auf rund 165 bis 180 Kilokalorien. Das Fett ist überwiegend ungesättigt, gesättigt sind laut den US-Daten nur rund 6 der 65 Gramm.
Laut IN FORM lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Walnüssen in Deutschland 2024/25 bei rund 560 Gramm. Wichtige Lieferländer sind laut BZfE die USA und Frankreich. Bäume gibt es aber auch hierzulande, laut Bayerischer Gartenakademie vor allem in klimatisch milden Gebieten Mittel- und Süddeutschlands.
Vom Boden aufs Gitter Vollreife Nüsse fallen mit aufgeplatzter Hülle vom Baum und müssen nur noch aufgelesen werden, kurz gemähtes Gras hilft dabei. Reste der grünen Hülle bürstet man ab, am besten mit Gummihandschuhen, sonst bleiben die Hände lange schwarz. Danach rät die Bayerische Gartenakademie: einlagig auf Lattenroste oder Gitter legen, im Freien, aber vor Regen geschützt, täglich wenden, nicht über 30 Grad.
Das FiBL gibt zu bedenken, dass es im mitteleuropäischen Herbst draußen oft zu feucht zum Trocknen ist, was das Risiko für Schimmelgifte erhöht. Kleine Mengen für den Eigenbedarf trocknen demnach auch auf einem Gitterrost im Haus nahe einem Ofen, dazu läuft ein Umluftgebläse. Als Höchstwert beim Trocknen nennt das Merkblatt je nach Nuss 25 bis 30 Grad, bei mehr als 32 Grad können die Nüsse schneller ranzig werden.
Ganze Nüsse lagern danach am besten luftig in Netzen. In der Schale bleiben sie laut BZfE mehrere Monate gut, wenn der Raum kühl, dunkel und trocken ist. Geschälte Kerne kommen laut IN FORM luftdicht in den Kühlschrank, dort bleiben sie höchstens vier Wochen gut, eingefroren etwa ein Jahr. Für ein Kilo Kerne braucht es übrigens rund 2,5 Kilo trockene Nüsse, rechnet das FiBL vor.
Wann eine Nuss in den Abfall gehört Schimmel ist bei Nüssen kein Fall für Kompromisse. Bestimmte Schimmelpilze bilden Aflatoxine, die laut Bundesinstitut für Risikobewertung hitzebeständig sind: Kochen, Backen oder Braten senkt ihren Gehalt nicht. Für den Handel gelten in der EU Höchstgehalte, die Behörden der Bundesländer kontrollieren. Bei der eigenen Ernte und im Vorratsschrank hilft der prüfende Blick. Nicht mehr essen solltest du Nüsse, die:
außen verschimmelt sind, denn dann sind sie laut FiBL auch innen befallen sich verfärbt haben oder unangenehm oder muffig riechen, denn das deutet laut Verbraucherzentrale auf Schimmelpilze hin ranzig oder vertrocknet sind beim Schütteln klappern, denn dann ist der Kern laut BZfE vertrocknet Wenn die Nuss nicht vertragen wird Walnüsse zählen zu den Schalenfrüchten, die Allergien auslösen können. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) unterscheidet zwei Formen: Die isolierte Nussallergie, besonders im Kindesalter, kann starke Reaktionen auslösen. Häufiger ist die Kreuzallergie mit Pollen von Birke, Erle oder Hasel, die meist milder verläuft, oft mit Kribbeln oder Brennen an Lippen und im Mund.
Wer nach dem Essen von Nüssen Beschwerden bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen, die Diagnose gehört in allergologische Hände. Steht eine Allergie gegen eine bestimmte Nuss fest, müssen laut DAAB diese Nuss und Produkte daraus strikt vom Speiseplan. Pauschal alle Nüsse zu meiden, hält der Verband dagegen für wenig sinnvoll. Auf verpackten Lebensmitteln müssen die einzelnen Nussarten genannt und hervorgehoben sein.
Bleibt der schöne Teil: Laut BZfE passt die Walnuss zu Honig, Äpfeln, Birnen und Weintrauben, ebenso in Blattsalate und die Kürbispfanne. Und wenn beim Öffnen die Trennhaut knackt, hat sich das Warten auf dem Gitter gelohnt.
Themen: Walnüsse, Omega-3, Gesunde Ernährung, Nüsse, Alpha-Linolensäure, Walnuss Lagerung, Tagesbedarf
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