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Verborgener Riesenplanet entdeckt: Webb findet Beta Pictoris d im kosmischen Staub
Jahrelang verbarg sich ein Gasriese in einem der am besten untersuchten Planetensysteme. Seine Entdeckung zeigt, wie astronomische Spektren und alte Forschungsdaten bisher übersehene Welten sichtbar machen können.
Von Andre ·
Ein Planet, der sich im kosmischen Staub versteckte Ausgerechnet in einem der bekanntesten jungen Sternsysteme der Milchstraße haben Forschende einen bislang übersehenen Planeten entdeckt. Beta Pictoris d kreist rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt um einen erst etwa 23 Millionen Jahre alten Stern. Damit besitzt das System nun drei nachgewiesene und direkt abgebildete Planeten – eine Seltenheit in der Exoplanetenforschung.
Der Fund gelang überraschend. Ein Team untersuchte mit dem James-Webb-Weltraumteleskop eigentlich die Atmosphäre des bereits bekannten Planeten Beta Pictoris b. In den Daten des NIRSpec-Spektrografen tauchte jedoch ein unerwartetes Muster auf: charakteristische Absorptionslinien, die zu einer Planetenatmosphäre passten. Weitere Messungen zeigten unter anderem Spuren von Methan, Kohlenmonoxid und Wasserdampf.
Parallel bestätigte eine unabhängige Forschungsgruppe den Planeten mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte sowie mit älteren Aufnahmen. In den Archiven ließ sich Beta Pictoris d über einen Zeitraum von elf Jahren zurückverfolgen – er war also längst auf Bildern vorhanden, aber im hellen Staub und neben seinem deutlich leuchtkräftigeren Nachbarplaneten kaum zu erkennen.
Nach bisherigen Modellen besitzt der Gasriese ungefähr das 2,4-Fache der Jupitermasse. Er umkreist seinen Stern vermutlich in einer Entfernung von rund 26 bis mehr als 30 Astronomischen Einheiten – etwa in der Region zwischen Uranus und Neptun in unserem Sonnensystem. Seine Oberflächentemperatur wird auf ungefähr 325 Grad Celsius geschätzt, weil der junge Planet noch Wärme aus seiner Entstehungszeit abstrahlt.
Besonders wertvoll ist nicht nur der Planet selbst, sondern die Methode seiner Entdeckung. Spektralanalysen können molekulare Signaturen aus hellem Sternenlicht und dichten Staubscheiben herausfiltern. Dadurch könnten künftig weitere Welten entdeckt werden, die auf herkömmlichen Aufnahmen bereits vorhanden sind – bislang aber buchstäblich übersehen wurden.
Verborgener Riesenplanet entdeckt: Webb findet Beta Pictoris d im kosmischen Staub