Hamburg · Wirtschaft | Politik | Innovation
#UpdateHamburg 2026: Fast 1 Mio. Euro für Hebammenmobil, Textil-Hub und KI-Begleiter
Hamburg fördert sieben sozial-innovative Projekte mit fast einer Million Euro – von der Hebammenversorgung bis zum Kleingarten.
Von Michael Beier ·
Ein Fahrzeug, das zum Beratungsraum für Hebammen wird. Eine digitale Lebensader für Familien mit kranken Kindern. Und eine Lösung für das stille Örtchen in der Laube: Hamburg setzt in diesem Jahr auf sieben Ideen, die den Alltag spürbar besser machen sollen. Mit fast einer Million Euro unterstützt die Stadt die neuen Projekte aus dem Förderprogramm #UpdateHamburg. Das haben die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation und die IFB Hamburg am 29. Oktober 2026 bekannt gegeben.
Was hinter #UpdateHamburg steckt #UpdateHamburg ist ein Förderaufruf für soziale Innovationen, den die Wirtschaftsbehörde gemeinsam mit der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) umsetzt. Gesucht werden praxisnahe Lösungen für gesellschaftliche Aufgaben in vier Feldern: soziale Teilhabe, Gesundheit, Bildung sowie Klima und Umwelt. Bewerben konnten sich (Sozial-)Unternehmen, Hochschulen und weitere Organisationen, allein oder im Verbund. Laut Ausschreibung vom Februar gab es bis zu 100.000 Euro für Einzelprojekte und bis zu 150.000 Euro für Kooperationsprojekte, bei einer Laufzeit von rund zwölf Monaten. Aus zahlreichen Bewerbungen wählte ein interdisziplinär besetztes Fachgremium die sieben Vorhaben aus.
Das Programm läuft 2026 bereits zum fünften Mal und ist inzwischen fester Bestandteil der städtischen Innovationsförderung. Es gehört zur Social-Entrepreneurship-Strategie, die der Senat im Januar 2023 beschlossen hat.
Die sieben Projekte im Überblick Hebammenmobil (Arbeiter-Samariter-Bund Hamburg): Ein umgebautes Fahrzeug dient als Behandlungs- und Beratungsraum. Es soll medizinische und psychosoziale Hilfe zu Frauen bringen, die bislang schwer Zugang zu einer Hebamme finden – etwa wegen Armut oder Sprachbarrieren, weil sie Schutz suchen oder kaum ans Gesundheitssystem angebunden sind.
Kidscare Lifeline (Stiftung Kinderlotse): Eine digitale Kommunikations- und Versorgungsplattform für Familien mit zu früh geborenen, chronisch kranken oder behinderten Kindern. Sie soll Eltern mit Kliniken, Beratungsstellen und weiteren Fachleuten vernetzen.
MERA (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Max-Planck-Institut für Bildungsforschung): ein dialogbasierter KI-Begleiter für Menschen, die eine stationäre oder teilstationäre psychiatrische Behandlung hinter sich haben. Er soll niedrigschwellig helfen, im Alltag wieder Fuß zu fassen, Kontakte neu aufzubauen und erlernte Strategien umzusetzen.
Hamburger Textil-Kreislauf-Hub (Einfal gGmbH und Fairwertung e. V.): Hier wird ein Modell erprobt, wie Kleidung und Stoffe vor Ort wiederverwendet werden können. Sozialkaufhäuser und andere sozialwirtschaftliche Akteure sollen sich so als Partner für künftige Strukturen der erweiterten Herstellerverantwortung aufstellen, die das neue Textilgesetz der Bundesregierung vorsieht.
Trockentoiletten in Kleingärten (Goldeimer gGmbH): Ein Pilotprojekt erprobt ein Sammel- und Logistikkonzept für die Inhalte wasserloser Trockentoiletten in Hamburger Kleingärten. Am Ende sollen sie industriell zu hygienisiertem Kompostdünger verarbeitet werden.
Green Events Manager (Netzwerk Green Events): ein digitales System für nachhaltige Veranstaltungen, mit Maßnahmenlisten und Vorlagen, automatisch erstellten Nachhaltigkeitsberichten und optionaler Zertifizierung. Es richtet sich an Veranstalter aus Kultur, Sport und Kongresswesen.
Urbaneo Unterwegs (Kindermuseum Hamburg e. V.): eine Beteiligungs-Toolbox zum Anfassen, ergänzt um digitale Elemente. Jugendliche entwerfen damit in Schulen, Jugendzentren und Bibliotheken Zukunftsbilder für ihre Stadt und bringen ihre Ideen in die Stadtentwicklung ein.
Ideen, die sich im Alltag beweisen sollen Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard betont, dass Unterstützung die Menschen auch tatsächlich erreichen müsse. Ihr Fazit: „Denn ob eine neue Idee etwas verbessert, zeigt sich im Alltag.“ Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg, sieht in der Auswahl die Bandbreite gesellschaftlicher Innovation in der Stadt. Ziel sei es, „Impulse für eine lebenswerte Stadt für alle“ zu geben.
Wie viel Geld jedes einzelne Projekt erhält, hat die Behörde nicht veröffentlicht. Ob die Ideen halten, was sie versprechen, wird sich erst in der Praxis zeigen – genau dafür ist die Förderung gedacht.
Wie es weitergeht Wer selbst eine Idee für ein besseres Hamburg hat, kann schon planen: Ein weiterer Förderaufruf der IFB Hamburg ist für das Frühjahr 2027 angekündigt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr flossen 1,1 Millionen Euro an ebenfalls sieben Projekte.
Themen: Soziale Innovationen, Hamburg, UpdateHamburg, Förderung, Hebammenversorgung, Nachhaltige Projekte, Sozialunternehmen
#UpdateHamburg 2026: Fast 1 Mio. Euro für Hebammenmobil, Textil-Hub und KI-Begleiter