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Trockene Heizungsluft: Einfache Kniffe, die Nase und Augen entlasten
Sobald die Heizung läuft, wird die Luft drinnen trockener – Nase und Augen merken das oft zuerst. Fachleute nennen 40 bis 60 Prozent Luftfeuchte als guten Bereich. Ein Hygrometer und ein paar kleine Gewohnheiten helfen dabei, und genug zu trinken tut den Schleimhäuten gut.
Von Ulrike ·
Anfang November laufen vielerorts die Heizungen wieder. Das ist gemütlich, hat aber eine Kehrseite: Kalte Winterluft kann nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen, und wird sie drinnen aufgeheizt, ist die Raumluft schnell zu trocken. Wer morgens mit trockener Nase aufwacht oder abends mit brennenden Augen vom Bildschirm aufschaut, kennt das. Die gute Nachricht: Gegen vieles davon gibt es einfache Mittel, und die meisten kosten fast nichts.
Was trockene Luft mit Nase und Augen macht Unsere Nasen- und Rachenschleimhäute sind mit einem feuchten Schutzfilm überzogen. Er fängt Krankheitserreger ab, und winzige Flimmerhärchen befördern sie wieder hinaus. So beschreibt es die AOK. Trocknen die Schleimhäute aus, kann die Nase verkrusten, und das Risiko für Infekte steigt. Nach Angaben des Apothekenportals aponet verkleben die Flimmerhärchen dann und können ihre Schutzaufgabe schlechter erfüllen.
Auch die Augen reagieren: Sie werden rot, brennen oder jucken. Die Techniker Krankenkasse erklärt, dass der Tränenfilm im Winter häufig aus dem Gleichgewicht gerät. Wer viel auf Bildschirm oder Smartphone schaut, Kontaktlinsen trägt oder älter als 50 ist, hat laut TK häufiger Beschwerden – ab diesem Alter lässt die Tränenproduktion nach.
Der Richtwert: 40 bis 60 Prozent Wie feucht soll die Luft drinnen sein? Das Umweltbundesamt nennt für die Raumluft 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte, um das Schimmelrisiko gering zu halten. Denselben Bereich empfehlen die AOK für Wohnräume und die Apotheken Umschau für Innenräume. In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchte im Winter laut Umweltbundesamt im Normalfall unter 50 Prozent liegen.
Ob die eigene Wohnung zu trocken ist, zeigt ein einfaches Hygrometer. Das Umweltbundesamt rät dazu, die Apotheken Umschau nennt Geräte, die oft weniger als zehn Euro kosten. So wird aus einem vagen Gefühl eine Zahl, mit der sich arbeiten lässt.
Wichtig für Menschen mit Asthma: Laut Apotheken Umschau deuten Studien darauf hin, dass eine Luftfeuchte von mehr als 50 Prozent für sie sogar problematisch sein kann. Die Freiburger Lungenfachärztin Daiana Stolz weist dort darauf hin, dass feuchte Luft Hausstaubmilben und Schimmel begünstigt.
Kleine Kniffe für mehr Feuchte Ein angefeuchtetes, sauberes Tuch auf dem Heizkörper gibt Feuchtigkeit an den Raum ab. Tuch regelmäßig wechseln. Wasserschalen auf der Heizung funktionieren ebenfalls, müssen laut AOK aber täglich gründlich gereinigt werden, damit sich keine Bakterien sammeln. Zimmerpflanzen wie die Grünlilie geben Feuchtigkeit ab. Laut aponet ist der Effekt begrenzt, und sehr feuchte Blumenerde kann Pilze begünstigen. Wäsche drinnen trocknen lassen – laut Apotheken Umschau aber nur, wenn die Luft tatsächlich trocken ist. Die Heizung ganz auszulassen, ist keine Lösung: Das begünstigt laut AOK Schimmel. Was Nase und Augen direkt guttut Für die Schleimhäute fängt die Pflege beim Trinken an. Die AOK rät, über den Tag verteilt etwa zwei Liter zu trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Kräuter- und Früchtetee, auch ohne Durst. Für die Nase nennt aponet Nasenduschen und Sprays mit Salzlösung, die die Schleimhaut pflegen. Abschwellende Nasensprays dagegen sollten laut aponet nur wenige Tage zum Einsatz kommen.
Die Augen freuen sich über Pausen. Die TK empfiehlt, bei der Bildschirmarbeit regelmäßig in die Ferne zu schauen und bewusst zu blinzeln. Das verteilt den Tränenfilm wieder. Auch künstliche Tränen aus der Apotheke können laut aponet helfen.
Und Luftbefeuchter? Elektrische Luftbefeuchter sind kein Muss. Für gesunde Menschen gibt es nach der Einschätzung von Daiana Stolz keine überzeugenden Belege, dass zusätzliche Befeuchtung einen gesundheitlichen Unterschied macht; nötig sei sie erst bei anhaltend sehr trockener Luft. Wer ein Gerät nutzt, sollte auf Hygiene achten: Vernebler können laut Ernst Tabori vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene Bakterien und Viren aus dem Wasser mit feinen Tröpfchen in die Raumluft bringen. Geräte sollten deshalb nach Herstellerangaben gereinigt und Verbrauchsteile getauscht werden. Im Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) bekamen nur zwei von acht Geräten die Note „gut“, beides Verdunster. Alle drei geprüften Vernebler bliesen laut Stiftung Warentest Keime aus dem Tank in die Raumluft.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist Fühlen sich die Augen über längere Zeit trocken an oder jucken sie, rät die TK zum Besuch einer Augenärztin oder eines Augenarztes. Bei Rötung und Schmerzen kann auch eine Bindehautentzündung dahinterstecken. Für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD ist trockene Heizungsluft laut AOK besonders belastend. Wer dann Atembeschwerden bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen.
Die meisten Tipps sind schnell umgesetzt: einen Blick aufs Hygrometer, ein Glas Wasser neben den Bildschirm, ein feuchtes Tuch auf die Heizung. So kommen Nase und Augen entspannter durch die Heizsaison.
Themen: Trockene Heizungsluft, Luftfeuchtigkeit, Trockene Nase, Trockene Augen, Heizsaison, Gesundheitstipps, Raumklima
Trockene Heizungsluft: Einfache Kniffe, die Nase und Augen entlasten