Gesundheit | Ernährung | Medizin
Tomatenmark fürs Gehirn? Studie findet Vorteile bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis
Drei Monate Tomatenmark täglich: Eine Studie findet bessere Werte bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis – mit Vorbehalt.
Von Denise ·
Tomatenmark fürs Gehirn? Studie findet Vorteile bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis Tomatenmark gehört für viele selbstverständlich in die Küche. Eine neue Studie aus Barcelona liefert nun spannende Hinweise darauf, dass der konzentrierte Tomatenklassiker auch bestimmte geistige Fähigkeiten unterstützen könnte.
Ein paar Löffel Tomatenmark am Tag – und das Gehirn arbeitet besser? Ganz so weit ist die Forschung noch nicht. Doch eine randomisierte Studie der Universität Barcelona zeigt interessante Effekte bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis.
Untersucht wurden gesunde Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren. Insgesamt 42 Personen schlossen die Studie vollständig ab. Sie durchliefen jeweils zwei dreimonatige Phasen: eine mit täglichem Tomatenmark und eine mit einer lycopinarmen Ernährung.
Rund 35 Gramm täglich Die Menge des Tomatenmarks wurde an das Körpergewicht angepasst und lag im Durchschnitt bei knapp 35 Gramm täglich. Damit nahmen die Teilnehmenden rund 38 Milligramm Lycopin pro Tag auf.
Lycopin ist der rote Pflanzenfarbstoff in Tomaten. Er gehört zu den Carotinoiden und wird wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften erforscht.
Während der Tomatenphase stieg der Lycopinspiegel im Blut deutlich an.
Aufmerksamkeit und Gedächtnis verbesserten sich Nach drei Monaten schnitten die Teilnehmenden in mehreren kognitiven Tests besser ab.
Besonders auffällig waren Verbesserungen bei der selektiven Aufmerksamkeit – also der Fähigkeit, wichtige Informationen auszuwählen und Ablenkungen auszublenden.
Auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit nahm zu.
Zudem schnitten die Teilnehmenden bei einem Test besser ab, bei dem Gesichter mit Namen verknüpft werden mussten. Bei anderen Fähigkeiten, etwa geistiger Flexibilität und Problemlösung, zeigte sich dagegen kein vergleichbarer Effekt.
Das bedeutet: Die Studie spricht nicht für einen allgemeinen „Gehirn-Boost“, sondern für Verbesserungen in einzelnen getesteten Bereichen.
Was könnte dahinterstecken? Die Forschenden untersuchten außerdem den sogenannten Brain-Derived Neurotrophic Factor, kurz BDNF . Dieses Protein spielt eine wichtige Rolle für die Anpassungsfähigkeit des Gehirns.
Nach der Tomatenphase lagen die BDNF-Werte im Durchschnitt höher. Der Unterschied war allerdings statistisch nur knapp auffällig und schwankte stark zwischen den Teilnehmenden.
Auch MRT-Aufnahmen zeigten Veränderungen in einigen Gehirnnetzwerken. Diese Ergebnisse gelten jedoch als vorläufig, da nur ein kleiner Teil der Teilnehmer untersucht wurde.
Spannend – aber noch kein Wundermittel Die Studie liefert interessante Hinweise, hat aber Grenzen: Die Teilnehmerzahl war klein, die Untersuchung nicht verblindet und die Kontrollphase bestand nicht aus einem vergleichbaren Placebo.
Deshalb lässt sich noch nicht sicher sagen, wie groß der tatsächliche Effekt von Tomatenmark auf das Gehirn ist.
Größere und länger laufende Studien müssen nun zeigen, ob sich die Ergebnisse bestätigen lassen.
Warum das Hoffnung macht Das Spannende an der Untersuchung: Sie beschäftigt sich nicht mit einem seltenen Nahrungsergänzungsmittel, sondern mit einem gewöhnlichen Lebensmittel.
Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, könnte ein alltäglicher Bestandteil unserer Küche einen kleinen Beitrag zur geistigen Gesundheit leisten.
Manchmal beginnt spannende Gesundheitsforschung eben nicht im Laborregal – sondern im Vorratsschrank.
Tomatenmark fürs Gehirn? Studie findet Vorteile bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis