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Tag der Reparatur: Am 7. November öffnen Repair-Cafés in ganz Hamburg
Premiere für „Hamburg repariert!“: Repair-Cafés, offene Werkstätten und die Zentralbibliothek helfen beim Nähen, Schrauben und Flicken – oft kostenlos oder gegen Spende.
Von Michael Beier ·
Die Jacke mit dem fehlenden Knopf, das Fahrrad mit der schleifenden Bremse, das kleine Haushaltsgerät, das plötzlich schweigt: In vielen Hamburger Schränken und Kellern wartet etwas darauf, wieder in Gang zu kommen. Am Samstag, 7. November 2026, bekommt all das einen eigenen Tag. Dann findet der erste Hamburger Tag der Reparatur statt.
Unter dem Motto „Hamburg repariert!“ machen Repair-Cafés, offene Werkstätten und Nachbarschaftstreffs mit – nach Angaben der Veranstalter verteilt über alle sieben Bezirke. Wer mag, bringt etwas Kaputtes mit, schaut Ehrenamtlichen über die Schulter oder lernt selbst, wie man näht, schraubt und flickt.
Wer hinter dem Aktionstag steht Der Tag ist Teil des Projekts #HamburgRepariert. Getragen wird es von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) und von 105 VIERTEL, einem sozialen Do-Tank aus Hamburg. Das Ziel reicht über den einen Samstag hinaus: Die Repair-Orte der Stadt sollen gestärkt, besser vernetzt und sichtbarer werden. Geplant sind außerdem ein praktisches Startset für Menschen, die selbst einen neuen Repair-Ort gründen wollen, und eine Basis-Statistik mit zentralen Zahlen zur Hamburger Reparaturszene. Und natürlich geht es darum, mehr Menschen ans Reparieren zu bringen – was Ressourcen schont und Dinge länger im Gebrauch hält.
Bücherhallen machen mit Auch die Bücherhallen Hamburg sind dabei. In der Zentralbibliothek am Hühnerposten 1 stehen laut Programm gleich mehrere Angebote an: Von 13 bis 15 Uhr gibt es einen Workshop zur Fahrrad-Reparatur – ein eigenes Rad braucht man dafür nicht, Handschuhe und ein Putztuch sollte man aber mitbringen. Zur selben Zeit lädt ein textiler Repair-Treff dazu ein, ein bis zwei eigene Kleidungsstücke mitzubringen und auszubessern. Eine Anmeldung ist dort nicht nötig, die Plätze reichen aber nur für sechs bis zehn Personen – Pünktlichkeit lohnt sich. Von 14 bis 17 Uhr geht es an der Nähmaschine ums Reparieren und Ändern. Wer lieber Neues aus Altem baut, kann von 11 bis 15 Uhr in einem Upcycling-Workshop aus Holzresten und alten Materialien ein Schlüsselbrett, Schlüsselanhänger oder Spielwürfel fertigen.
Die Angebote sind kostenlos, für den Fahrrad-Workshop und die Nähmaschinen-Runde ist eine Anmeldung nötig. Am Nachmittag, von 16 bis 18 Uhr, lädt Fab City Hamburg in der Zentralbibliothek zum Gespräch „Repair Revolution“ ein: Fachleute diskutieren, wie Reparieren zum Normalfall werden kann – ebenfalls kostenlos und mit Anmeldung.
Von der Bootswerkstatt bis zum Fahrrad-Café Das Programm zeigt, wie vielfältig die Reparaturszene der Stadt ist. In der Honigfabrik an der Industriestraße öffnet von 12 bis 16 Uhr eine Bootswerkstatt, in der man zuschauen und mithelfen kann. Die Baugenossenschaft HANSA lädt von 14 bis 17 Uhr in ihren Nachbarschaftstreff am Hammer Steindamm zum Reparatur-Café ein. Im Kulturzentrum BiM in Meiendorf helfen Ehrenamtliche bei kaputten Kleingeräten, dazu gibt es Selbsthilfe für Textilien und kleine mechanische Reparaturen sowie ein Rad-Repair-Café. Hinzu kommen weitere Repair-Cafés und offene Fahrradwerkstätten in verschiedenen Stadtteilen.
Vieles läuft auf Spendenbasis, Material wird teils nach Verbrauch berechnet. Manche Orte bitten um Anmeldung, andere setzen auf „einfach vorbeikommen“, und an mehreren Orten gilt: ein defekter Gegenstand pro Person. Ein Repair-Café in Langenhorn sagt offen, dass es keine Garantie für eine gelungene Reparatur gibt – einen Versuch ist es trotzdem wert.
So findet man das passende Angebot Alle Aktionen mit Adressen, Uhrzeiten und Hinweisen sammelt 105 VIERTEL auf einer Programmseite im Internet. Weil sich Initiativen noch bis zum 31. Oktober mit eigenen Aktionen anmelden können, wird das Programm laufend ergänzt. Es lohnt sich also, kurz vor dem 7. November noch einmal nachzuschauen – und Uhrzeit sowie Anmeldepflicht beim jeweiligen Ort zu prüfen.
Wer selbst ein Repair-Café, eine Werkstatt oder einen Nachbarschaftstreff betreibt, kann sich bis zum 31. Oktober über die Projektseite von #HamburgRepariert anmelden. Und wer einfach nur die kaputte Lampe oder die löchrige Lieblingshose wieder flottmachen möchte, findet am 7. November quer durch die Stadt Menschen, die gern mit anpacken.
Themen: Tag der Reparatur, Repair-Café Hamburg, Reparieren, Nachhaltigkeit, Upcycling, Bücherhallen Hamburg, Ehrenamt
Tag der Reparatur: Am 7. November öffnen Repair-Cafés in ganz Hamburg