Hamburg · Klima | Natur
Suko, Kenji und Chen Lu: Hagenbecks seltene Leopardenbabys haben jetzt ihre Namen
Eine Tierpflegerin, Instagram-Fans und TV-Zuschauer lieferten die Ideen: Hagenbecks Leopardendrillinge haben nun Namen.
Von Michael Beier ·
Rund zweieinhalb Monate nach ihrer Geburt sind sie keine namenlosen Wollknäuel mehr: Die drei Nordchinesischen Leopardenjungtiere im Tierpark Hagenbeck heißen Suko, Kenji und Chen Lu. Bekanntgegeben hat der Tierpark die Namen am Donnerstag, 22. Oktober.
Drei Namen, drei Paten Jeder Name hat seine eigene Geschichte. Suko geht auf Tierpflegerin Nele Kolb zurück und gehört einem der beiden Männchen. „Ich freue mich, dass mein Namensvorschlag ausgewählt wurde“, sagte sie. Der Name seines Bruders Kenji stammt aus den Einsendungen der Instagram-Follower des Tierparks. Für das einzige Weibchen fiel die Wahl auf Chen Lu, einen Vorschlag aus dem Publikum des Senders RTL Nord. Kolb freute sich, „dass so viele Menschen Anteil an der Namensfindung genommen haben“.
Zur Welt gekommen sind die drei Anfang August, laut Radio Hamburg am 7. August. Am 8. Oktober zeigte Hagenbeck sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Zootierarzt Dr. Michael Flügger beschrieb sie damals als gesund, kräftig, neugierig und aufmerksam. Dass es zwei Männchen und ein Weibchen sind, freut ihn besonders: „damit haben wir einen besonders wertvollen Wurf“.
Mehr als nur niedlich Für Hagenbeck ist der Nachwuchs mehr als ein Publikumsmagnet. Der Hamburger Tierpark koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Nordchinesischen Leoparden, Flügger selbst ist der zuständige Koordinator. Solche Programme sollen in Zoos eine gesunde, genetisch möglichst vielfältige Reservepopulation sichern. Zugleich seien die Jungtiere „ein wichtiger Teil unserer Arbeit für den Artenschutz“, sagte Flügger.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein früherer Wurf: Leopard Suresh, im Oktober 2022 bei Hagenbeck geboren, zog im Rahmen des EEP in den Erlebnis-Zoo Hannover. Geplant war, dass er von dort nach ein bis zwei Jahren in einen weiteren Zoo wechselt, um selbst für Nachwuchs zu sorgen.
Eine Unterart mit wenig Spielraum Der Nordchinesische Leopard lebt vor allem in den Laubwäldern im Norden Chinas. Der Leopard als Art steht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefährdet“ (Bewertung von 2023). Um diese Unterart steht es besonders knapp: Forschende schätzten ihren gesamten wildlebenden Bestand in der Fachzeitschrift „Oryx“ auf nur 174 bis 348 Tiere (online erschienen 2015). Nach einer Untersuchung von 2016 hat sie rund 98 Prozent ihres früheren Verbreitungsgebiets verloren. Einen Lichtblick gibt es aber: Aus der Provinz Shanxi meldeten Naturschützer 2017 zumindest örtlich wieder mehr Leoparden.
Neues Zuhause mit Kletterfelsen Aufwachsen dürfen Suko, Kenji und Chen Lu in einer umgebauten und erweiterten Leopardenanlage. Sie bietet mehr Fläche sowie neue Möglichkeiten zum Klettern und Verstecken. Radio Hamburg beziffert das Gehege auf 220 Quadratmeter mit Baumstämmen, Felsen und einer Höhle. Finanziert hat das Projekt die Stiftung des Tierparks, unter anderem mit Spenden und testamentarischen Zuwendungen von Hagenbeck-Freunden.
Wer die drei sehen möchte, braucht etwas Geduld. Bei der Namensvergabe blieben die Jungtiere lieber im Verborgenen. Sonst erkunden sie regelmäßig ihr Außengehege. Und wenn sie sich in ihre Höhle zurückziehen, zeigt ein Monitor vor der Anlage, was drinnen los ist.
Themen: Leopardenbabys, Tierpark Hagenbeck, Artenschutz, Nordchinesischer Leopard, Tiernamen, Hamburg
Suko, Kenji und Chen Lu: Hagenbecks seltene Leopardenbabys haben jetzt ihre Namen