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Sterne des Sports: HSV Barmbek-Uhlenhorst gewinnt mit Demokratie-Projekt
Jugendliche entscheiden selbst, wofür 3.000 Euro ausgegeben werden: Dafür holt der HSV BU den Großen Stern des Sports in Silber. Der FC St. Pauli und der ETSV folgen auf den Plätzen.
Von Michael Beier ·
Wie funktioniert eigentlich Demokratie? Beim HSV Barmbek-Uhlenhorst haben Jugendliche das nicht im Klassenzimmer erfahren, sondern im eigenen Verein – und genau dafür gibt es jetzt eine Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement im Sport. Der Klub hat die Hamburger Runde der „Sterne des Sports“ gewonnen und damit den Großen Stern des Sports in Silber. Der Hamburger Sportbund gab die Sieger am 3. November bekannt.
Wenn Jugendliche über das Geld entscheiden Das Siegerprojekt trägt den Titel „Gebt der Jugend eine Stimme!“. Über ein halbes Jahr nahmen Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren an mehreren Workshops teil. Dort lernten sie, wie ihr Verein aufgebaut ist und auf welchen Wegen Entscheidungen fallen. Danach wurde es konkret: Für eine Fördersumme von 3.000 Euro sammelten die Jugendlichen eigene Vorschläge, diskutierten darüber und stimmten ab. Anschließend ging es an die Umsetzung.
Das Ziel: Beteiligung erlebbar machen, die Bindung an den Verein stärken und Lust auf Ehrenamt wecken. Katharina von Kodolitsch, Präsidentin des Hamburger Sportbundes, sagte dazu: „Demokratie lernt man nicht aus dem Lehrbuch“ – sondern durch Mitmachen, und dafür sei der Sport ein besonders guter Ort.
Ein Bus voller Bewegung Auf Platz zwei landete der FC St. Pauli mit seinem Projekt „Rabauken starten durch!“. Einmal pro Woche fährt ein Rabauken-Bus in sozial benachteiligte Hamburger Viertel und bringt kostenlose, niedrigschwellige Sportangebote mit. Kinder sollen möglichst viele Sportarten ausprobieren, sich mehr bewegen und einen Ausgleich zum Schulalltag finden. Wer dabei Feuer fängt, macht im besten Fall im Verein weiter. Gemeinsamer Sport soll außerdem das Miteinander verschiedener Kulturen stärken.
Malen, Gärtnern, Sitzyoga Den dritten Platz belegte der Eisenbahner Turn- und Sportverein von 1924, kurz ETSV, mit „Integration für ALLE, klein aber fein“. Am Gleisdreieck, einer ehemaligen Unterkunft für Geflüchtete, gibt es jeden Samstag kreative Angebote wie Malen, Basteln und Gartengestaltung, bei denen auch Eltern miteinander in Kontakt kommen. Dazu kommen Sitzyoga für Anwohnende mit eingeschränkter Beweglichkeit und ein Box- und Selbstverteidigungskurs für Frauen. Mitglied im Verein muss dafür niemand sein.
Nächster Halt: Berlin Die drei Hamburger Preisträger erhalten zusammen 7.000 Euro. Vergeben wurden die Sterne bereits zum 16. Mal in Hamburg, ausgerichtet von der Volksbank Raiffeisenbank und dem Hamburger Sportbund. 20 Projekte waren eingereicht worden. Bundesweit stehen der Deutsche Olympische Sportbund und die Volksbanken Raiffeisenbanken hinter dem Wettbewerb.
Für den HSV Barmbek-Uhlenhorst geht es nun weiter: Als Hamburger Silbersieger tritt der Verein im Bundesfinale um den Großen Stern des Sports in Gold an. Die Entscheidung fällt am 18. Januar 2027 in Berlin – dem Gewinner winken dort 10.000 Euro.
Philipp Maschmann, Marketingleiter der Volksbank Raiffeisenbank, fasste zusammen, warum solche Projekte zählen: „Ohne das Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft um so vieles ärmer.“
Themen: Hamburg, Sterne des Sports, HSV Barmbek-Uhlenhorst, FC St. Pauli, ETSV Hamburg, Ehrenamt, Demokratieförderung, Jugendbeteiligung
Sterne des Sports: HSV Barmbek-Uhlenhorst gewinnt mit Demokratie-Projekt