Politik | Wirtschaft | Finanzen
Staatsmodernisierung 2026: Fünf Reformprojekte sind abgeschlossen – was sich ändert
Weniger Papierkram, schnellere Ämter: Fünf von 23 Reformprojekten sind abgeschlossen. Was schon funktioniert und was noch fehlt.
Von Tobias ·
Staatsmodernisierung 2026: Fünf Reformprojekte sind abgeschlossen – was sich ändert Deutschland will Schluss machen mit unnötigem Papierkram und komplizierten Behördengängen. Ein neuer Regierungsbericht zeigt konkrete Fortschritte: Fünf zentrale Reformprojekte sind abgeschlossen, 18 weitere werden umgesetzt. Besonders bei digitalen Dienstleistungen und beim Bürokratieabbau bewegt sich etwas.
Ein Umzug, ein neues Auto oder die Gründung eines Unternehmens: Drei Situationen, in denen schnell Formulare, Anträge und Behördentermine zusammenkommen. Doch genau das soll sich ändern. Deutschland arbeitet daran, seinen Staat einfacher, schneller und digitaler zu machen. Und die ersten Ergebnisse sind inzwischen sichtbar.
Ein Jahr nach dem Start der Modernisierungsagenda im Oktober 2025 zieht die Bundesregierung eine erste Bilanz. Von 23 besonders wichtigen Reformprojekten, den sogenannten Hebelprojekten, sind fünf abgeschlossen. Die übrigen 18 befinden sich in der Umsetzung.
Daneben umfasst das Programm 80 weitere Maßnahmen. Sieben davon sind bereits abgeschlossen, 62 werden umgesetzt und elf befinden sich noch in Vorbereitung.
Vom Wartezimmer zum digitalen Bürgerservice Besonders greifbar werden die Veränderungen bei alltäglichen Verwaltungsaufgaben. Wer umzieht, kann seinen Wohnsitz zunehmend bequem online ummelden. Nach Regierungsangaben steht diese Möglichkeit inzwischen rund 66 Millionen Menschen in Deutschland zur Verfügung.
Auch Autofahrer profitieren: Der digitale Fahrzeugschein lässt sich bereits über die i-Kfz-App abrufen. Der digitale Führerschein wird noch vorbereitet.
Für Unternehmen ist ebenfalls Erleichterung vorgesehen. Das Projekt „G24 – Gemeinsam Schneller Gründen“ soll Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung künftig in einem digitalen Verfahren bündeln.
Weniger Bürokratie soll Milliarden sparen Zu den abgeschlossenen Reformprojekten gehören der sogenannte Bau-Turbo, gesetzliche Vereinfachungen in der Pflege und ein KI-gestützter Förderlotse für Wachstumsmärkte.
Auch wirtschaftlich dokumentiert die Bundesregierung Fortschritte: Bis Ende Juni 2026 ist der rechnerische jährliche Erfüllungsaufwand der Wirtschaft durch gesetzliche Änderungen per saldo um rund 1,7 Milliarden Euro gesunken. Dabei handelt es sich um geschätzte laufende Entlastungen, nicht um bereits ausgezahlte Gelder.
Weitere Erleichterungen sind geplant. Künftig sollen Ministerien ausdrücklich begründen müssen, warum bestimmte Berichtspflichten weiterhin notwendig sind.
Eine gute Entwicklung – mit Luft nach oben Dass digitale Verwaltung tatsächlich entlasten kann, zeigt der eGovernment MONITOR 2026 der Initiative D21 und der Technischen Universität München. Von den Befragten, die ihr letztes Behördenanliegen digital erledigt hatten, waren 81 Prozent zufrieden.
Allerdings sehen erst 15 Prozent ihre Erwartungen an eine moderne digitale Verwaltung erfüllt. Zwischen politischen Reformbeschlüssen und einem wirklich unkomplizierten Behördengang liegt also noch Arbeit.
Die positive Nachricht: Die Modernisierung ist längst nicht mehr nur ein Zukunftsversprechen. Erste Lösungen sind verfügbar, wichtige Reformen abgeschlossen und weitere Veränderungen unterwegs.
Vielleicht wird der beste Behördentermin eines Tages der sein, den man gar nicht mehr braucht.
Staatsmodernisierung 2026: Fünf Reformprojekte sind abgeschlossen – was sich ändert