Sport
Silber am Strand von Saly: Deutsche Ruderin jubelt bei den Olympischen Jugendspielen
Laufen, rudern, wieder laufen: Carolina Guerra Gonzalez holt bei den Jugendspielen von Dakar Silber.
Von Firas ·
Wer beim Rudern an schmale Boote auf stillen Seen denkt, hat noch keinen Beach Sprint gesehen. Hier beginnt das Rennen im Sand, und es endet auch dort. Genau in dieser Disziplin hat Carolina Guerra Gonzalez bei den Olympischen Jugendspielen im Senegal Silber im Einer gewonnen. Die 16-Jährige aus Essen, die für den Ruderklub am Baldeneysee startet, bescherte dem deutschen Team damit die zweite Medaille dieser Spiele.
Ein Rennen, das an Land beginnt Beach Sprint ist eine Spielart des Küstenruderns. Beim Startsignal sitzt niemand im Boot: Die Athletinnen laufen zunächst etwa 10 bis 15 Meter über den Strand zum Wasser. Dann geht es hinaus aufs Meer, in breiten und schweren Booten, die für Wind und Wellen gebaut sind. Der Kurs führt typischerweise 250 Meter vom Strand weg bis zu einer Boje, an der das Boot um 180 Grad wendet und zurückfährt. Am Ufer heißt es dann: raus aus dem Boot und zu Fuß durch den Sand ins Ziel. Gefahren wird im K.-o.-System, immer zwei Boote im direkten Duell.
Der Weg ins Finale Ausgetragen wurde der Wettbewerb am Saly Beach südlich von Dakar. Im Viertelfinale setzte sich Guerra Gonzalez gegen die Topgesetzte durch, die Schweizerin Tanya Brendle: 2:43,95 Minuten gegen 2:49,82 Minuten, ein Vorsprung von knapp sechs Sekunden. Im Halbfinale besiegte sie Marie Zavadilova aus Tschechien.
Ein Finale mit klarer Siegerin Im Endlauf am 3. November traf sie auf die Chinesin Lili Liu, die tags zuvor an der Seite von Juntao Su bereits den Mixed-Doppelzweier gewonnen hatte. Den Lauf zum Boot entschied die Deutsche für sich. Auf dem Wasser allerdings übernahm Liu die Führung, lag auf dem Weg zur Wendeboje rund fünf Sekunden vorn und baute den Abstand auf dem Rückweg weiter aus. Am Ende stand es 2:39,65 Minuten zu 2:53,88 Minuten, gut 14 Sekunden Unterschied. Gold war an diesem Tag außer Reichweite, das Silber aber hart erarbeitet.
„Es ist einfach unglaublich und ein mega Gefühl“, sagte Guerra Gonzalez über ihre Medaille. „Für Carolina blieb nur eins: Attacke!“, beschrieb U19-Coastal-Bundestrainer Hendrik Bohnekamp die Lage im Finale. „Am Ende eine verdiente Silbermedaille“, lautete sein Fazit. Coastal-Bundestrainer Adrian Bretting lobte vor allem die Einstellung: „Was sie heute an Kampfgeist bewiesen hat, war absolut Weltklasse!“
Auch im Mixed-Doppelzweier war Guerra Gonzalez am Start. Mit Johann Meyer gewann sie das erste Zeitfahren und schlug im Achtelfinale Thailand. Im Viertelfinale war gegen das österreichische Boot, das später Silber holte, Schluss. Am Ende stand Platz sechs.
Premiere für Afrika, Vorgeschmack auf Los Angeles Die Spiele laufen noch bis zum 13. November und sind die erste olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent. Der Deutsche Olympische Sportbund nominierte dafür 50 junge Athletinnen und Athleten im Alter von 14 bis 17 Jahren in 17 Sportarten.
Für das Rudern haben die Medaillen von Saly noch einen besonderen Reiz: Beach Sprint feierte hier seine olympische Premiere, und Guerra Gonzalez gehört zu den Ersten, die in dieser Disziplin eine olympische Medaille gewonnen haben. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles steht Beach Sprint dann auch bei den Erwachsenen im Programm. Zunächst aber gilt, was Bretting ankündigte: „Jetzt laden wir erstmal die Akkus wieder auf.“
Themen: Rudern, Beach Sprint, Olympische Jugendspiele, Dakar 2026, Senegal, Küstenrudern, Nachwuchssport, Team Deutschland
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