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Rosenkohl hat Saison: viel Vitamin C, in zehn Minuten gar
Von Oktober bis März gibt es Rosenkohl reichlich aus Deutschland, mehr als die Hälfte der Ernte stammt aus Schleswig-Holstein. Die kleinen Köpfchen liefern viel Vitamin C – und mit ein paar Kniffen schmecken sie mild und sind in rund zehn Minuten gar.
Von Ulrike ·
Wenn es draußen früh dunkel wird, beginnt für ein Gemüse die beste Zeit: Rosenkohl. Von Oktober bis März gibt es ihn reichlich aus deutschem Anbau, die Haupternte fällt laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in den November und Dezember. Wer jetzt ein Netz der grünen Köpfchen kauft, kauft also mitten in der Hochsaison.
Kleine Röschen am langen Stängel Rosenkohl gehört zu den Kreuzblütlern und ist damit ein Verwandter von Brokkoli, Blumenkohl, Rotkohl und Wirsing. Die Röschen wachsen dicht an dicht und spiralförmig an einem hohen Stängel. Regional heißt das Gemüse auch Brüsseler Kohl oder Sprossenkohl. Der Name hat einen Grund: Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stammt Rosenkohl ursprünglich aus der Gegend um Brüssel.
Heute wächst er auch bei uns. Mehr als die Hälfte der deutschen Ernte kommt aus Schleswig-Holstein, berichtet das BZfE. Geerntet wird je nach Sorte von September bis in den März. Was importiert wird, stammt zu 90 Prozent aus den Niederlanden.
Warum er im Winter milder schmeckt Rosenkohl hat einen eigenen Charakter: Senfölglycoside sorgen für leicht bittere Noten. Durch Züchtung sind sie schwächer geworden, aber noch deutlich zu schmecken. Hier hilft das Wetter mit. Späte Sorten kommen gut mit winterlichen Temperaturen zurecht, und längere Kälteperioden mildern laut BZfE die Bitterstoffe und erhöhen den Zuckergehalt. Das Ergebnis ist ein milder, nussig-süßer Geschmack.
Ein Gemüse mit viel Vitamin C In 100 Gramm gegartem Rosenkohl stecken nach den Daten des Bundeslebensmittelschlüssels, die das BZfE nennt, rund 76 Milligramm Vitamin C. Zum Vergleich: 100 Gramm Orange kommen auf 45 Milligramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen 95 und Männern 110 Milligramm am Tag – schon 100 Gramm gegarter Rosenkohl decken davon also einen großen Teil.
Dazu kommen knapp 4 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm, was für ein Gemüse viel ist, außerdem B-Vitamine, Folsäure sowie Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Kalium. Mit etwa 40 Kilokalorien pro 100 Gramm ist Rosenkohl dabei leicht. Trotzdem landet er eher selten auf dem Teller: Im Wirtschaftsjahr 2021/2022 aßen die Menschen in Deutschland laut BZfE im Schnitt nur 400 Gramm Rosenkohl pro Kopf – bei Weiß- und Rotkohl waren es 4,6 Kilogramm.
So gelingt er schnell und mild Frischer Rosenkohl ist fest geschlossen, prall und kräftig grün. Gelbe oder welke Blätter deuten auf ältere Ware hin. Ob die Röschen hell- oder dunkelgrün sind, hängt nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen von der Sorte ab und sagt nichts über die Frische aus. Für die Zubereitung empfiehlt das BZfE:
Strunk-Enden abschneiden und die äußeren Blätter entfernen. Den Strunk kreuzweise einschneiden, damit Strunk und Blätter gleichzeitig gar werden. In Salzwasser 8 bis 10 Minuten garen, bis die Röschen noch Biss haben. Für ein milderes Kohlaroma etwas Zucker ins Kochwasser geben oder in Gemüsebrühe garen. Mit Kümmel oder Fenchelsamen wird der Kohl bekömmlicher. Wer es kräftiger mag, brät die halbierten Röschen sanft in der Pfanne oder backt sie im Ofen – etwa mit etwas Öl und Honig, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Chili oder Curry. Klassisch passt Muskat: die gekochten Röschen kurz in Butter schwenken und würzen. Und auch roh funktioniert Rosenkohl, fein in Streifen geschnitten oder geraspelt, zum Beispiel mit einem fruchtigen Orangen-Dressing.
Frisch halten und einfrieren Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Rosenkohl einige Tage, am besten in einem gelochten Kunststoffbeutel oder einem feuchten Tuch. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt etwa zwei bis vier Tage. Für länger lässt er sich gut einfrieren: Die geputzten Röschen 2 bis 3 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken, gut abtropfen lassen und luftdicht verpacken. So bleibt er laut BZfE bis zu einem Jahr frisch. Leicht welke Röschen müssen übrigens nicht in den Müll – einfach die äußeren Blätter abziehen und den Rest wie gewohnt verarbeiten.
Gut zu wissen Manche Menschen bekommen von Kohl Blähungen. Verantwortlich ist laut BZfE der Mehrfachzucker Stachyose, der erst im Dickdarm von Bakterien abgebaut wird. Gründliches Kauen, ausreichendes Garen und Gewürze wie Kümmel oder Fenchel können helfen.
Rosenkohl enthält außerdem viel Vitamin K. Nach Angaben der Verbraucherzentrale reichen schon 30 bis 100 Gramm Rosenkohl, Grünkohl, Spinat oder Brokkoli, um den Schätzwert für die angemessene Zufuhr zu decken. Wer gerinnungshemmende Medikamente wie Vitamin-K-Antagonisten nimmt, muss deshalb nicht auf Gemüse verzichten, sollte aber plötzliche Ernährungsumstellungen vermeiden und Fragen dazu mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Für alle anderen gilt: Jetzt ist die beste Zeit, den kleinen Kohl neu zu entdecken – mit Biss, einer Prise Muskat und am besten aus der Region.
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