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Reparieren, teilen, selbermachen: Goldbekhaus in Winterhude sucht bis 18. Dezember Ideen
Fertiges Konzept? Nicht nötig. Die Ideenwerkstatt in Winterhude sucht Mitmacher aus der Nachbarschaft und ganz Hamburg.
Von Michael Beier ·
Wer weiß, wie man Elektrogeräte wieder in Gang bringt, wer Kleidung lieber tauscht als neu kauft oder gern mit Plastikmüll experimentieren würde, ist beim Goldbekhaus in Winterhude gerade an der richtigen Adresse. Das Stadtteilkulturzentrum sucht für seinen Raum „teilen & schrauben“ Ideen rund ums Reparieren, Teilen, Wiederverwenden und Selbermachen. Einreichen lassen sie sich noch bis zum 18. Dezember 2026.
Der Aufruf richtet sich an Einzelne, Initiativen und Gruppen, und zwar nicht nur aus der direkten Nachbarschaft, sondern aus ganz Hamburg. Die angenehmste Nachricht für alle, die bisher nur eine vage Vorstellung haben: Fertig durchdacht muss noch nichts sein.
Offene Sprechstunde ohne Anmeldung Wer eine Idee hat oder erst einmal laut darüber nachdenken möchte, kann im November und Dezember 2026 jeden Donnerstag von 16.30 bis 18.30 Uhr in die offene Projektsprechstunde kommen. Sie findet direkt im Raum „teilen & schrauben“ statt, im Souterrain des vorderen Gebäudes am Moorfuhrtweg 9. Eine Anmeldung braucht es dafür nicht, ein ausgearbeitetes Konzept ebenso wenig. Dort lässt sich die Idee vorstellen und gemeinsam weiterspinnen, um zu „schauen, was daraus werden kann“, wie es das Goldbekhaus formuliert. Wer donnerstags keine Zeit hat, kann dem Team auch schreiben, die Kontaktadressen stehen im PDF des Aufrufs auf der Website des Goldbekhauses.
Die Beispiele im Aufruf zeigen, wie breit das Feld ist. Genannt werden ein Reparaturworkshop für Elektrogeräte, eine Kleidertauschparty, Materialexperimente mit Plastikmüll, gemeinsames Werkeln, ein Fermentierworkshop und der Austausch über Heimwerkprojekte. Ausdrücklich willkommen ist auch das, woran das Team selbst noch gar nicht gedacht hat.
Vier Kriterien und eine kleine Förderung Im Januar 2027 werden die Projekte ausgewählt, ab Februar sollen sie umgesetzt werden. Für die Auswahl zählen vier Punkte: Schont die Idee Ressourcen, etwa durch Wiederverwenden, Reparieren oder Teilen? Bringt sie dem Stadtteil etwas? Können Menschen mitmachen und Wissen austauschen? Und lässt sie sich mit den vorhandenen Mitteln verwirklichen?
Wer ausgewählt wird, bekommt je nach Projekt Unterstützung: Raum, Vernetzung, Kommunikation und eine kleine finanzielle Förderung. Für ausgewählte Ideen stehen laut Aufruf Projektbudgets bereit, eine Summe nennt er nicht.
Teil eines Projekts rund um die Ostsee Hinter dem Raum steht mehr als eine Stadtteilinitiative. Das Goldbekhaus ist Partner von Circ@Home, einem Projekt, das Kreislaufwirtschaft im Alltag von Haushalten, Verwaltungen und Dienstleistern voranbringen will. Die EU-Projektdatenbank keep.eu führt 19 Partner aus Deutschland, Estland, Finnland, Lettland und Schweden auf, die Federführung liegt bei der Universität Kiel. Kofinanziert wird das Vorhaben vom EU-Programm Interreg für den Ostseeraum, es läuft noch bis Februar 2028.
Als abgeschlossenes Vorhaben versteht das Goldbekhaus „teilen & schrauben“ nicht: Der Raum soll sich mit den Menschen und dem, was die Nachbarschaft braucht, weiterentwickeln. Eröffnet wurde er im August, seitdem ging es dort unter anderem um Lebensmittelrettung, um Lebensräume für Wildbienen und Schmetterlinge auf kleinstem Raum und um Reparaturen. Was im nächsten Jahr dazukommt, entscheidet sich nun auch an den Einsendungen bis zum 18. Dezember.
Themen: Goldbekhaus, Winterhude, Kreislaufwirtschaft, Reparieren, Nachbarschaft, Ideenwerkstatt, Mitmachen, Hamburg
Reparieren, teilen, selbermachen: Goldbekhaus in Winterhude sucht bis 18. Dezember Ideen