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Rekord nach 126 Jahren: Handwerkskammer Koblenz schickt sechs Bauprofis ins Bundesfinale
Von der Fliesenlegerin bis zum Zimmerer: Sechs junge Landessieger treten in Sigmaringen an und kämpfen um den Bundessieg.
Von Max ·
Sechs Berufe, sechs Landessieger und ein gemeinsames Reiseziel: Wenn vom 7. bis 9. November in Sigmaringen die Bundeswettbewerbe im Bauhandwerk laufen, ist die Handwerkskammer Koblenz so zahlreich vertreten wie nie. In ihrer 126-jährigen Geschichte hätten sich noch nie so viele junge Bauhandwerkerinnen und Bauhandwerker für das Finale qualifiziert, teilt die Kammer mit.
Die Bundessiege sind damit noch nicht vergeben. Der Rekord gilt der Zahl der Qualifizierten, nicht den Siegen. Und die Konkurrenz ist groß: Mehr als 60 Landessieger aus ganz Deutschland treten zur 75. Deutschen Meisterschaft im Bauhandwerk an.
Sechs Namen, sechs Gewerke Für Rheinland-Pfalz gehen Shekhmus Hussein aus Bad Kreuznach als Beton- und Stahlbetonbauer (Ausbildungsbetrieb: Willi Iselborn GmbH & Co. KG) und Alexandra Nagel aus Wallmenroth als Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin (Fliesen GmbH Heukäufer, Betzdorf) an den Start. Dazu kommen Maurer Toni Hammes aus Gondershausen (Maurermeister Ralf Löhr, Boppard), Straßenbauer Jan Schumacher aus Oberlahr (M. Holl GmbH, Neustadt/Wied), Stuckateur Jakob Wächter aus Morscheid (Jungels & Wächter GmbH, Morscheid) und Zimmerer Marvin Blum aus Anhausen (B & D Holzbau GmbH, Krunkel).
Der Terminplan des Zentralverbands des Deutschen Handwerks führt für Sigmaringen acht Bauberufe auf. In sechs davon treten die hier Genannten an.
Wer hier antritt, hat schon einiges hinter sich Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk, auch bekannt als German Craft Skills, ist ein Wettbewerb in bis zu vier Stufen: Innung, Kammer, Land, Bund. Zum Bundeswettbewerb werden grundsätzlich nur Landessieger zugelassen. Schon die Teilnahme setzt eine starke Prüfung voraus: Nötig sind unter anderem mindestens 81 Punkte im praktischen Teil, das entspricht einem „gut“. Wer antritt, hat die Gesellenprüfung frisch bestanden und war dabei höchstens 27 Jahre alt. Teilnahmekosten entstehen den jungen Leuten nicht, auch nicht für Material und Werkzeug.
Die Ausbildung haben die sechs also bereits hinter sich. Ihre überbetriebliche Lehrlingsunterweisung haben alle sechs bei der Handwerkskammer Koblenz absolviert. Gemeint sind Lehrgänge außerhalb des Betriebs, in denen Inhalte vermittelt werden, die Ausbildungsbetriebe allein nicht abdecken können.
Lob für Betriebe und Ausbilder Bernd Hammes, bei der Kammer als Geschäftsführer für die Berufsbildung zuständig, sieht im Rekord „das erfolgreiche Zusammenspiel innerhalb der dualen Ausbildung“: Die regionalen Baubetriebe leiten die jungen Leute im Alltag an, die Kammer unterstützt sie als Bildungspartner. Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich macht allen an der Ausbildung Beteiligten ein Kompliment und gibt den sechs einen schlichten Wunsch mit auf den Weg: „Wir drücken ihnen die Daumen.“
Auch die Betriebe sollen etwas davon haben: Laut Wettbewerbsrichtlinien sollen Ausbildungsbetriebe von Landes- und Bundessiegern eine besondere Ehrenurkunde erhalten. Diese Würdigung hängt also nicht vom Ausgang in Sigmaringen ab.
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Rekord nach 126 Jahren: Handwerkskammer Koblenz schickt sechs Bauprofis ins Bundesfinale