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Rekord auf der Schiene: Bayerns Nahverkehr kommt auf fast 13 Milliarden Personenkilometer
So viel waren Fahrgäste in Bayern noch nie mit Regionalzug und S-Bahn unterwegs. Besonders kräftig wuchs die Nachfrage auf einzelnen Strecken in der Oberpfalz und im Allgäu.
Von Max ·
Ob Pendlerin zwischen Fürth und Erlangen, Schüler im Allgäu oder Wanderer auf dem Weg nach Berchtesgaden: In Bayern sitzen so viele Menschen im Nahverkehrszug wie nie zuvor. Im Jahr 2025 kamen Regionalzüge und S-Bahnen im Freistaat zusammen auf knapp 13 Milliarden Personenkilometer. Das ist ein neues Allzeithoch, wie das bayerische Verkehrsministerium am 6. November mitgeteilt hat.
Ein Personenkilometer bedeutet: Ein Fahrgast wird einen Kilometer weit befördert. Die Zahl zählt also nicht Köpfe, sondern zurückgelegte Strecke. Wer 20 Kilometer zur Arbeit fährt, steuert 20 Personenkilometer bei.
Plus in fast allen Landesteilen Im Vorjahr standen 12,4 Milliarden Personenkilometer in der Statistik, das Plus liegt also bei rund vier Prozent. Den größten Anteil tragen die Regionalzüge: Sie legten von 9,4 auf 9,88 Milliarden Personenkilometer zu, also um etwa fünf Prozent. Die Münchner S-Bahn wuchs von 2,52 auf 2,58 Milliarden, die Nürnberger S-Bahn von 514 auf 518 Millionen.
Der Zuwachs zieht sich laut Ministerium nahezu flächendeckend durchs Land, von Aschaffenburg bis Berchtesgaden. Besonders deutlich fällt er auf einzelnen Strecken aus: Zwischen Regensburg-Prüfening und Neumarkt in der Oberpfalz betrug das Plus 28 Prozent, zwischen Kempten und Pfronten 21 Prozent. Plattling–Straubing und Bamberg–Breitengüßbach legten je 16 Prozent zu, Markt Schwaben–Mühldorf 12 Prozent und Fürth–Erlangen 10 Prozent.
Auch an kleineren Bahnhöfen wird es lebhafter. 14 Stationen kommen erstmals oder wieder auf mehr als 1.000 Ein- und Aussteiger an einem durchschnittlichen Werktag, darunter Nördlingen, Regen, Gotteszell im Bayerischen Wald, Cadolzburg und Berchtesgaden Hauptbahnhof. Insgesamt sind nach Angaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) täglich rund 1,5 Millionen Menschen mit Regional- und S-Bahnen unterwegs.
Was hinter dem Zuwachs steckt Die BEG organisiert den Schienennahverkehr im Freistaat. Ihre Geschäftsführerin Bärbel Fuchs nennt als Beschleuniger der Entwicklung das Deutschlandticket und das Ermäßigungsticket. Zugleich ist das Angebot über die Jahre gewachsen: Seit die Länder vor 30 Jahren die Verantwortung für den Schienennahverkehr übernommen haben, ist es laut Fuchs um zwei Drittel größer geworden, die Nachfrage hat sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt.
Verkehrsminister Christian Bernreiter deutet die Zahlen als klares Signal der Fahrgäste: „Das ist ein eindeutiges Votum mit den Füßen und den Tickets.“ Er geht davon aus, dass der Trend wegen der hohen Spritpreise auch in diesem Jahr anhält.
Wo es noch hakt Ganz ungetrübt ist das Bild nicht. Das Ministerium räumt selbst ein, dass Qualität und Zuverlässigkeit wegen der Probleme mit der Infrastruktur weiter leiden. Laut Jahresstatistik der BEG erreichten 2025 knapp 85 Prozent der Regionalzüge und S-Bahnen, die nicht ausfielen, ihr Ziel pünktlich, etwas weniger als im Vorjahr. Die Ausfallquote sank dagegen von 8,1 auf 6,9 Prozent.
Damit der Zuwachs weitergehen kann, fordern Bernreiter und Fuchs vom Bund zeitnah mehr Regionalisierungsmittel, also das Geld, mit dem die Länder den Nahverkehr bestellen. Begründet wird das mit stark steigenden Kosten für Energie und inzwischen auch für die Trassen.
Die Fahrgäste haben ihre Entscheidung jedenfalls schon getroffen: Sie steigen ein, in der Großstadt ebenso wie im Bayerischen Wald.
Themen: Bayern, Nahverkehr, Bahn, S-Bahn, Regionalzug, Deutschlandticket, Personenkilometer, Bayerische Eisenbahngesellschaft
Rekord auf der Schiene: Bayerns Nahverkehr kommt auf fast 13 Milliarden Personenkilometer