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Pilze sammeln im Herbst: 5 Regeln für sichere Funde und einen gesunden Wald
Steinpilz, Marone oder Pfifferling? Fünf einfache Regeln machen die Pilzsuche sicherer, nachhaltiger und entspannter.
Von Andre ·
Steinpilz, Marone, Pfifferling: So gelingt Pilzesammeln sicher und naturverträglich Der Waldboden riecht nach feuchtem Laub, zwischen Moos und Nadeln taucht plötzlich ein brauner Hut auf – und aus einem Spaziergang wird eine kleine Schatzsuche. Gerade im Herbst zieht es viele Menschen mit Korb und Messer in den Wald. Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge gehören zu den begehrtesten Funden.
Doch Pilzesammeln ist mehr als die Suche nach dem Abendessen. Wer genauer hinsieht, entdeckt einen faszinierenden Teil des Ökosystems Wald. Denn das, was wir als „Pilz“ sehen, ist meist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Organismus lebt als feines Geflecht im Boden oder Holz. Viele Waldpilze bilden zudem enge Lebensgemeinschaften mit Bäumen und helfen ihnen bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen.
1. Nur mitnehmen, was wirklich bekannt ist Die wichtigste Regel passt bequem auf einen Bierdeckel: Ein Pilz gehört nur dann in die Pfanne, wenn seine Art sicher bestimmt wurde.
Pilz-Apps können bei der Orientierung helfen, ersetzen aber keine fachkundige Bestimmung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Deutsche Gesellschaft für Mykologie empfehlen bei Unsicherheit ausdrücklich die Kontrolle durch Pilzsachverständige oder Beratungsstellen.
Unbekannte Exemplare sollten getrennt von Speisepilzen transportiert werden. Schon kleine Teile eines giftigen Pilzes können sonst zwischen den übrigen Funden landen.
2. Der Korb ist besser als die Plastiktüte Auch Pilze mögen auf dem Heimweg etwas Luft. Ein stabiler, luftiger Korb schützt die empfindlichen Fruchtkörper und verhindert, dass sie zusammengedrückt werden.
Plastiktüten sind dagegen ungeeignet: Darin können Pilze schnell warm und feucht werden und leichter verderben. Die DGfM empfiehlt deshalb ausdrücklich luftige Behälter.
3. Abschneiden oder herausdrehen? Beides ist möglich Um kaum eine Pilzfrage ranken sich so viele Waldweisheiten. Tatsächlich erklärt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Für das Pilzgeflecht im Boden macht es grundsätzlich keinen entscheidenden Unterschied, ob ein Fruchtkörper abgeschnitten oder vorsichtig herausgedreht wird.
Für die Bestimmung kann sogar das vollständige Herausnehmen sinnvoll sein. An der Stielbasis befinden sich wichtige Erkennungsmerkmale – etwa beim gefährlichen Grünen Knollenblätterpilz. Entscheidend ist also weniger die Technik als ein behutsamer Umgang mit Boden und Umgebung.
4. Nicht den ganzen Wald abernten Wer einen besonders ergiebigen Platz entdeckt, braucht trotzdem keinen XXL-Korb. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das Sammeln von Pilzen grundsätzlich nur in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf und an Orten, an denen kein Betretungsverbot besteht.
Für unter anderem Steinpilze und heimische Pfifferlinge gelten zusätzlich artenschutzrechtliche Vorschriften; auch sie dürfen in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Regionale Vorgaben und Schutzgebiete können weitere Einschränkungen mit sich bringen.
5. Der beste Fund ist manchmal der, der stehen bleibt Zu alte, stark madige, verschimmelte oder zweifelhafte Pilze gehören nicht in den Korb. Und wer eine Art nicht kennt, kann sie auch einfach fotografieren und stehen lassen.
Das passt ohnehin zum eigentlichen Reiz des Pilzesammelns: Man beginnt plötzlich, langsamer durch den Wald zu gehen. Man schaut unter Buchen, zwischen Fichtennadeln und ins Moos – und entdeckt eine Welt, die sonst leicht übersehen wird.
Vielleicht liegt darin sogar der schönste Teil einer erfolgreichen Pilztour: Am Ende muss der Korb gar nicht randvoll sein. Ein paar sicher bestimmte Exemplare, frische Waldluft und das Gefühl, wieder einmal genauer hingeschaut zu haben, sind schon eine ziemlich gute Ausbeute.
Kurzcheck: Pilze nur sicher bestimmt sammeln, luftig transportieren und nur geringe Mengen für den Eigenbedarf entnehmen. Apps ersetzen keine Fachberatung; Abschneiden und vorsichtiges Herausdrehen sind möglich.
Pilze sammeln im Herbst: 5 Regeln für sichere Funde und einen gesunden Wald