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Nummer 66 ist da: Zoo Dortmund freut sich über Ameisenbären-Junges
Bonita hat im Zoo Dortmund ihr zweites Junges geboren: den 66. Großen Ameisenbären, der hier zur Welt gekommen ist.
Von Andre ·
Es hat noch keinen Namen, sein Geschlecht ist unbekannt, und seine ersten Lebenstage verbringt es auf dem Rücken seiner Mutter. Einen besonderen Platz in der Dortmunder Zoo-Statistik hat es trotzdem schon: Am Freitag, dem 30. Oktober, brachte Ameisenbärin Bonita im Zoo Dortmund ein gesundes Jungtier zur Welt. Es ist der 66. Große Ameisenbär, der dort geboren wurde.
Zweites Kind, alleinerziehend Für Bonita, die selbst aus dem Zoo Singapur stammt, ist es das zweite Junge. Ihr erster Sohn Noah kam am 16. April 2025 zur Welt. Er lebt weiterhin in Dortmund, inzwischen selbstständig und im eigenen Gehege.
Vater des Neuankömmlings ist Antebus, mit der Aufzucht hat er aber nichts zu tun. Große Ameisenbären sind Einzelgänger, um den Nachwuchs kümmern sich allein die Mütter, auch in der freien Natur. Der Zoo hat die beiden deshalb schon einige Zeit vor der Geburt dauerhaft getrennt. Elternzeit für Väter ist bei dieser Art schlicht nicht vorgesehen.
Das Junge wird den Rücken der Mutter so bald nicht aufgeben. Nach Angaben des San Diego Zoo reitet der Nachwuchs im ersten Lebensjahr immer wieder dort oben mit, auch wenn er nach dem ersten Monat mehr Zeit am Boden verbringt. Die Jungtiere kommen mit vollem Fell zur Welt und sehen den Erwachsenen schon fast gleich. Die ähnliche Färbung hilft ihnen, sich vor Fressfeinden zu verbergen. Entwöhnt werden sie meist mit etwa neun Monaten, ausgewachsen sind sie mit ungefähr zwei Jahren.
Ob Dortmund einen Sohn oder eine Tochter dazubekommen hat, lässt sich laut Stadt erst einige Wochen nach der Geburt feststellen. Einen Namen gab es Anfang November ebenfalls noch nicht.
Warum ausgerechnet Dortmund Mit nun 66 Geburten nimmt der Zoo nach Angaben der Stadt Dortmund weltweit eine Spitzenposition ein: Kein anderer Zoo habe mehr Große Ameisenbären erfolgreich aufgezogen. In Fachkreisen gelte die Stadt deshalb als „Welthauptstadt der Ameisenbären“, heißt es in der Mitteilung.
Zu den Aufzuchterfolgen kommt viel Verwaltungsarbeit im besten Sinne. Seit 1979 führt der Zoo im Auftrag des Welt-Zoo- und Aquarienverbands WAZA das Internationale Zuchtbuch für Große Ameisenbären, gewissermaßen einen weltweiten Stammbaum, der Bestände und Abstammung festhält. Seit 1985 koordiniert er außerdem das europäische Erhaltungszuchtprogramm, das heute EAZA Ex-situ Programme heißt. Dort wird abgestimmt, wie gezüchtet wird und welche Tiere zwischen den beteiligten Einrichtungen wechseln. Das Ziel ist ein Bestand in Europas Zoos, der auf lange Sicht stabil und genetisch vielfältig bleibt.
Bedroht in der Wildnis In Freiheit steht es um die Tiere nicht gut. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Großen Ameisenbären als gefährdet ein. Laut der Naturschutzorganisation World Land Trust reichte sein Verbreitungsgebiet einst von Belize bis in den Nordwesten Argentiniens, in Belize gilt er inzwischen als möglicherweise ausgestorben. Vielerorts sind nur noch verstreute, voneinander isolierte Bestände übrig. Die Tiere verlieren Lebensraum an die Landwirtschaft, leiden unter Feuern und werden gejagt.
An dieser Lage ändert ein Jungtier in Dortmund für sich genommen nichts. Der Zoo schaut aber auch über den eigenen Zaun hinaus: 2024 führte er beim Ticketkauf einen freiwilligen „Artenschutz-Euro“ ein, dessen Erlös unter anderem dem brasilianischen Instituto Tamanduá zugutekommen sollte. Die Organisation schützt und erforscht Ameisenbären und ihre Verwandten.
Kein Bär, aber ein Spezialist Der Name führt übrigens in die Irre: Zu den nächsten Verwandten der Tiere zählen nicht Bären, sondern Faultiere und Gürteltiere. Ihre Spezialität ist die Zunge, etwa 60 Zentimeter lang und bis zu 150-mal pro Minute im Einsatz. So können erwachsene Tiere Zehntausende Ameisen und Termiten am Tag fressen.
Besuch braucht noch Geduld Wer das Junge sehen möchte, muss sich gedulden. Damit Mutter und Kind Ruhe haben, bleibt das Tamandua-Haus laut der Mitteilung vom 4. November vorübergehend für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Wann der Nachwuchs erstmals zu sehen sein wird, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Nummer 66 hat bis dahin ohnehin den besten Platz im Haus: oben auf Mama.
Themen: Zoo Dortmund, Großer Ameisenbär, Tiernachwuchs, Artenschutz, Erhaltungszucht, Dortmund, Zoo, Südamerika
Nummer 66 ist da: Zoo Dortmund freut sich über Ameisenbären-Junges