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Neuer Einstieg in die Pflege: Sachsen startet 2027 mit bezahlter Ausbildung in 18 Monaten
Landtag beschließt: Ab März 2027 kann die Ausbildung zur Pflegefachassistenz an einigen Standorten in Sachsen starten.
Von Max ·
Drei Jahre Ausbildung sind nicht für jeden der passende Weg in die Pflege. Für alle, die lieber kürzer einsteigen möchten, öffnet sich in Sachsen bald eine neue Tür: Der Landtag hat am 4. November 2026 das Gesetz verabschiedet, mit dem die Ausbildung zur Pflegefachassistenz im Freistaat starten kann. An einigen Standorten ist das schon ab dem 1. März 2027 möglich. Wie viele es sind, nennt das sächsische Gesundheitsministerium in seiner Mitteilung nicht.
Was das Gesetz regelt Der Beschluss selbst ist nüchtern: Das sächsische Gesetz bestimmt vor allem, welche Behörden für die neue Ausbildung zuständig sind. Die Inhalte kommen vom Bund. Der Bundestag hat das Pflegefachassistenzgesetz im Oktober 2025 beschlossen, als bundesweiter Ausbildungsstart ist der 1. Januar 2027 vorgesehen. Die ersten sächsischen Standorte können also zwei Monate danach loslegen.
Der eigentliche Fortschritt liegt in der Vereinheitlichung. Bislang gab es in Deutschland 27 verschiedene Ausbildungen für Pflegehelfer und Pflegeassistenten, geregelt von den Ländern. Künftig gilt eine einzige, und was die Absolventen können müssen, steht für das ganze Land einheitlich fest.
18 Monate, und zwar bezahlt In Vollzeit dauert die Ausbildung in der Regel 18 Monate, Teilzeit ist ebenfalls möglich. Wer Berufserfahrung mitbringt, kann schneller fertig werden. Auch eine Pflegefachkraftausbildung, die nicht erfolgreich beendet wurde, lässt sich anrechnen. Wer schon einmal angefangen und aufgehört hat, muss also nicht zwingend bei null beginnen.
Die Einstiegshürde bleibt überschaubar: Üblicherweise reicht ein Hauptschulabschluss. Traut die Pflegeschule einer Bewerberin oder einem Bewerber die Ausbildung zu, geht es ausnahmsweise auch ohne Abschluss.
Neu ist außerdem, dass die Auszubildenden verpflichtend eine Vergütung erhalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Bundesweit wurde zum Zeitpunkt des Bundestagsbeschlusses nur etwa die Hälfte der Assistenzausbildungen in der Pflege bezahlt. Wie hoch die Vergütung in Sachsen ausfällt, geht aus der Mitteilung des Ministeriums nicht hervor. Trägereinrichtungen und Pflegeschulen sollen ihre Kosten über den Sächsischen Ausbildungsfonds Pflegeberufe erstattet bekommen, so wie es auch bei der Ausbildung zur Pflegefachkraft läuft.
Einstieg ohne Sackgasse Die Auszubildenden lernen mehrere Bereiche kennen: Pflichteinsätze führen sie in die stationäre und in die ambulante Langzeitpflege sowie in die stationäre Akutpflege. Die Ausbildung ist damit für alle Bereiche der Pflege gedacht.
Und wer Lust auf mehr bekommt, kann weitermachen. An die Assistenzausbildung lässt sich eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachperson anschließen, danach ist sogar ein Pflegestudium möglich.
Warum die Pflege das braucht Gesundheitsministerin Petra Köpping spricht von einem „praxisnahen, schnellen Einstieg in die Pflege“ und will damit neue Zielgruppen erreichen: „Nicht jeder kann oder möchte eine dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvieren.“ Zugleich verweist sie auf den Bedarf, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Wie groß er sein kann, zeigt eine Studie der Universität Bremen von 2020: Bei voller Umsetzung des dort entwickelten Personalbemessungsverfahrens bräuchten Pflegeheime bundesweit rund 100.000 zusätzliche Vollzeitstellen, vor allem für Assistenzkräfte.
Ob die neue Ausbildung genügend Menschen überzeugt, muss sich erst zeigen. Auch Einwände gibt es: Im Bundestag hielt die Linke 18 Monate für zu kurz, den Grünen ging das Gesetz nicht weit genug. In Sachsen geht es nun erst einmal ans Anfangen. „Schulen und Praxiseinrichtungen stehen in den Startlöchern“, sagt Köpping.
Themen: Pflege, Pflegefachassistenz, Ausbildung, Sachsen, Pflegeberufe, Ausbildungsvergütung, Fachkräftemangel, Berufseinstieg
Neuer Einstieg in die Pflege: Sachsen startet 2027 mit bezahlter Ausbildung in 18 Monaten