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Neue Winterflüge 2026: easyJet startet erstmals in Nürnberg
Mehr Auswahl für Wintersonne, Weihnachtsmärkte und Städtereisen: easyJet nimmt Nürnberg erstmals in sein Streckennetz auf, während Eurowings neue Direktverbindungen nach Spanien, Ägypten, Österreich und in den Kosovo plant. Die Erweiterungen könnten regionale Flughäfen stärken und Reisen außerhalb der sommerlichen Hochsaison erleichtern – ganz ohne kritische Fragen zur Klimawirkung auszublenden.
Von Andre ·
Neue Winterflüge verbinden Nürnberg mit London, Spanien mit Deutschland und Europa mit Marokko Wenn die Tage kürzer werden, wächst das europäische Streckennetz. Für den Winterflugplan 2026/27 haben easyJet und Eurowings zahlreiche neue Direktverbindungen angekündigt. Neben klassischen Zielen für eine Auszeit in der Sonne stehen Weihnachtsmärkte, europäische Metropolen und wirtschaftlich wichtige Regionen im Mittelpunkt.
Besonders auffällig ist der Einstieg von easyJet am Flughafen Nürnberg. Die britische Fluggesellschaft fliegt die fränkische Metropole ab November 2026 erstmals regelmäßig an. Gleichzeitig erweitert Eurowings sein Winterprogramm ab mehreren deutschen Flughäfen – unter anderem mit neuen Verbindungen nach Andalusien, Alicante und Kairo.
easyJet entdeckt Nürnberg als neues Winterziel Für easyJet wird Nürnberg im Winter zu einem neuen Standort im europäischen Netzwerk. Den Anfang macht am 2. November 2026 die Verbindung nach Manchester. Ab dem 19. November folgt London-Gatwick, vier Tage später kommt London-Luton hinzu.
Manchester soll zweimal wöchentlich mit Nürnberg verbunden werden. Zwischen London-Gatwick und Nürnberg sind zunächst zwei Flüge pro Woche vorgesehen, während London-Luton dreimal wöchentlich bedient werden soll. Damit entsteht erstmals ein größeres easyJet-Angebot zwischen der Metropolregion Nürnberg und Großbritannien.
Die Wahl des Startzeitraums ist kein Zufall. Die Fluggesellschaft richtet einen Teil ihres Angebots gezielt auf die Saison des Nürnberger Christkindlesmarkts aus. Der weltbekannte Weihnachtsmarkt lockt jedes Jahr Gäste aus zahlreichen Ländern an und macht die Stadt gerade im November und Dezember zu einem gefragten Kurzreiseziel.
Auch wichtige Messen spielen eine Rolle. Der Flughafen sieht in den neuen Verbindungen Vorteile für Tourismus, Hotellerie, internationale Unternehmen und die Messewirtschaft der Region.
Auch Mailand wird direkt erreichbar Zum neuen easyJet-Programm in Nürnberg gehört außerdem eine saisonale Verbindung nach Mailand-Malpensa. Sie soll am 27. November 2026 beginnen und zunächst während der Christkindlesmarkt-Saison sowie zu ausgewählten Messen angeboten werden. Geplant sind zwei Flüge pro Woche.
London-Gatwick soll dagegen über die Weihnachtszeit hinaus im Flugplan bleiben. Der Flughafen nennt dafür je nach Zeitraum zwei bis vier wöchentliche Verbindungen.
Die neuen Strecken sind deshalb mehr als zusätzliche Möglichkeiten für Wochenendreisen. London und Mailand gehören zu den bedeutendsten europäischen Wirtschafts- und Messestandorten. Direkte Verbindungen können Dienstreisen vereinfachen, internationale Veranstaltungen besser erreichbar machen und gleichzeitig Gäste nach Nürnberg bringen.
Marokkos Hauptstadt erhält eine neue London-Verbindung Insgesamt hat easyJet 13 zusätzliche Winterstrecken ab zehn britischen Flughäfen angekündigt. Neben Deutschland gehören Marokko, Frankreich, Ägypten, Ungarn, Polen, Österreich, Norwegen und die Schweiz zu den neu verbundenen Ländern.
Eine der interessantesten Ergänzungen führt nach Rabat. Ab dem 5. November 2026 soll easyJet zweimal pro Woche von London-Luton in die marokkanische Hauptstadt fliegen. Rabat steht häufig im Schatten von Marrakesch, Agadir oder Casablanca, verbindet jedoch historische Medina-Gassen, Atlantikküste, Museen und moderne Stadtviertel.
Weitere easyJet-Neuheiten führen unter anderem von London-Southend nach Lyon und Scharm El-Scheich, von Manchester nach Wien, von Glasgow nach Krakau sowie von Edinburgh nach Tromsø. Budapest erhält zusätzliche Verbindungen aus Bristol, Belfast und Liverpool. Von der Isle of Man startet zudem die erste internationale easyJet-Strecke des dortigen Flughafens nach Genf.
Eurowings bringt Andalusien in den deutschen Winter Auch Eurowings erweitert sein Streckennetz. Ab Ende Oktober 2026 sollen zusätzliche Direktverbindungen von Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, Hannover und Stuttgart starten.
Berlin und Hamburg erhalten jeweils eine neue Verbindung nach Jerez de la Frontera. Die andalusische Stadt liegt zwischen Sevilla, Cádiz und der Atlantikküste. Sie ist für ihre historische Altstadt, Flamenco-Kultur, Pferdezucht und die traditionelle Sherry-Produktion bekannt.
Für Reisende aus Nord- und Ostdeutschland entsteht damit eine zusätzliche Möglichkeit, Südspanien ohne Umstieg zu erreichen – und zwar auch außerhalb der typischen Sommersaison.
Ab Hannover soll Alicante als neues Winterziel angeboten werden. Die Hafenstadt an der Costa Blanca verbindet milde Temperaturen mit Stadtstränden, Promenaden und einer historischen Burganlage. Eine solche Verbindung dürfte besonders Reisende ansprechen, die im Winter nicht ausschließlich einen Badeurlaub, sondern eine Mischung aus Stadt, Kultur und Küste suchen.
Neue Direktflüge nach Kairo, Klagenfurt und Pristina Eurowings plant außerdem neue Verbindungen nach Kairo. Von Stuttgart soll die ägyptische Hauptstadt zweimal wöchentlich angeflogen werden. Auch ab Hannover ist ab November eine Kairo-Strecke vorgesehen.
Köln/Bonn erhält zusätzliche Direktflüge nach Klagenfurt und Pristina. Damit werden sowohl die österreichische Region rund um den Wörthersee als auch die Hauptstadt des Kosovo besser an Nordrhein-Westfalen angebunden.
Allerdings befindet sich der Eurowings-Winterflugplan noch in der Ausarbeitung. Während die neuen Ziele offiziell bestätigt sind, fehlen für mehrere Strecken bislang genaue Starttermine, Flugtage und Frequenzen. Die Airline hat angekündigt, weitere Einzelheiten in den kommenden Wochen zu veröffentlichen.
Winterreisen können den Tourismus gleichmäßiger verteilen Neue Verbindungen außerhalb der sommerlichen Hauptsaison können für Reiseziele wirtschaftlich wertvoll sein. Hotels, Restaurants, Kulturangebote und Verkehrsunternehmen sind dann weniger stark von wenigen Spitzenmonaten abhängig.
Die europäische Tourismuswirtschaft ist weiterhin deutlich saisonal geprägt. Rund ein Drittel der Übernachtungen europäischer Reisender entfiel zuletzt allein auf Juli und August. Eurostat weist darauf hin, dass eine bessere Nutzung touristischer Infrastruktur in der Nebensaison Unternehmen produktiver machen und zu stabileren Beschäftigungsverhältnissen beitragen kann.
Winterverbindungen können daher helfen, Besucherströme zeitlich breiter zu verteilen. Das gilt allerdings nur, wenn Städte und Regionen den zusätzlichen Tourismus nachhaltig steuern und Belastungen für Wohnraum, Umwelt und Bevölkerung im Blick behalten.
Gute Verbindungen sind noch keine klimafreundlichen Verbindungen Die Erweiterung des Streckennetzes ist eine gute Nachricht für Erreichbarkeit, Tourismus und regionale Wirtschaft – aber nicht automatisch für das Klima.
Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur war die internationale Luftfahrt 2023 der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen innerhalb des europäischen Verkehrssektors. Der Schienenverkehr verursachte dagegen den geringsten Anteil. Besonders bei gut ausgebauten Bahnverbindungen innerhalb Europas bleibt der Zug deshalb die klimafreundlichere Alternative.
Wer fliegt, kann zumindest bewusster planen: seltener reisen, dafür länger bleiben, unnötige Umsteigeverbindungen vermeiden und am Reiseziel öffentliche Verkehrsmittel nutzen. So wird aus einem neuen Flugangebot nicht bloß ein schneller Kurztrip, sondern eine Reise mit mehr Zeit für Ort, Menschen und Kultur.
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