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Neue Regeln für die Bahnspitze: Wer Pünktlichkeitsziele verfehlt, soll weniger Bonus bekommen
Mehr Verantwortung für die Bahnspitze: Verkehrsminister Steffen Bilger will Bonuszahlungen stärker davon abhängig machen, ob Pünktlichkeits- und Qualitätsziele tatsächlich erreicht werden. Für Fahrgäste könnte das ein wichtiges Signal sein.
Von Silvia ·
Bahn-Boni sollen stärker an Pünktlichkeit gekoppelt werden Wer Verantwortung für Deutschlands Bahn trägt, soll künftig auch finanziell stärker am tatsächlichen Erfolg gemessen werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger will die Vergütung von Bahnmanagern enger mit konkreten Zielen verknüpfen – allen voran mit der Pünktlichkeit.
Sein Grundgedanke: Werden vereinbarte Ziele des Bundes verfehlt, soll sich das deutlicher als bisher bei den Bonuszahlungen bemerkbar machen. Gleichzeitig bereitet der Bund eine neue Finanzierungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn vor. Darin soll geregelt werden, unter welchen Bedingungen Milliardenbeträge für die Schieneninfrastruktur bereitgestellt werden.
Leistung soll sich stärker in der Bezahlung widerspiegeln Für Reisende ist die Idee leicht nachvollziehbar: Wird ein Unternehmen mit Milliarden aus öffentlichen Mitteln unterstützt, sollen diejenigen, die wichtige Entscheidungen treffen, auch messbar Verantwortung für die Ergebnisse übernehmen.
Allerdings beginnt die Deutsche Bahn dabei nicht bei null. Bereits das bestehende Vergütungssystem berücksichtigt unter anderem Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit bei der kurzfristigen variablen Vergütung des Vorstands. Seit 2024 existiert außerdem ein zusätzlicher Dämpfungsfaktor: Werden Ziele verfehlt, kann die Auszahlung nochmals stärker sinken. Ähnliche Prinzipien gelten auch für weitere Führungsebenen.
Bilgers Vorstoß würde dieses Prinzip also nicht neu einführen, sondern offenbar verschärfen und stärker mit den konkreten Vorgaben des Bundes verbinden .
Das Ziel: 70 Prozent pünktliche Fernzüge bis 2029 Dass zusätzlicher Handlungsdruck besteht, zeigen die Zahlen. Für 2026 wurde gemeinsam von Bund und Bahn zunächst ein Pünktlichkeitsziel von 60 Prozent im Fernverkehr festgelegt. Bis 2029 sollen nach der Bahn-Agenda der Bundesregierung mindestens 70 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs sein.
Von einem zuverlässigen Bahnsystem ist Deutschland derzeit allerdings noch ein gutes Stück entfernt.
Im Juli 2026 kamen lediglich 52,6 Prozent der Fernverkehrszüge mit weniger als sechs Minuten Verspätung an ihren Halten an. Die Deutsche Bahn nennt dafür unter anderem zahlreiche Infrastrukturstörungen, das hohe Bauvolumen und die außergewöhnliche Hitze als Ursachen.
Genau hier soll die neue Steuerung ansetzen: Ziele sollen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern stärker mit konkreten Konsequenzen verbunden werden.
Geld allein macht Züge allerdings nicht pünktlich Die stärkere Kopplung von Vergütung und Leistung kann ein sinnvoller Baustein sein – sie löst die strukturellen Probleme der Bahn jedoch nicht automatisch.
Das deutsche Schienennetz muss gleichzeitig umfangreich modernisiert werden. Die Bahn selbst bezeichnet höhere Zuverlässigkeit, wirtschaftliche Stabilität, schnellere Umsetzung von Maßnahmen und eine wirksamere Steuerung durch den Bund als zentrale Ziele ihrer Neuausrichtung.
Entscheidend wird deshalb sein, welche Ziele künftig gelten, wie realistisch sie sind und wie transparent ihre Erreichung gemessen wird . Ein Bonusmodell funktioniert nur dann überzeugend, wenn Manager tatsächlich für Faktoren verantwortlich gemacht werden, die sie beeinflussen können.
Ein Schritt hin zu mehr messbarer Verantwortung Gerade darin liegt das positive Signal des Vorstoßes: Die Diskussion bewegt sich weg von abstrakten Versprechen hin zu überprüfbaren Ergebnissen.
Pünktlichkeit, Kundenzufriedenheit und funktionierende Infrastruktur könnten dadurch noch stärker zu Kennzahlen werden, an denen nicht nur der Konzern, sondern auch seine Führung gemessen wird.
Für Millionen Bahnreisende zählt am Ende ohnehin weniger, wie ambitioniert eine Strategie klingt. Entscheidend ist etwas viel Einfacheres: Kommt der Zug zuverlässig an?
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