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Neue Kältebusse: 60 Ehrenamtliche fahren wieder durch Berlins Winternächte
Die Berliner Stadtmission startet mit ihren Kältebussen in den Winter: Bis Ende März sollen sie jede Nacht unterwegs sein, getragen von 60 Ehrenamtlichen. Möglich machen das mehr als 338.700 Euro Spenden, gesammelt, nachdem die alten Fahrzeuge in Brand gesetzt worden waren.
Von Silvia ·
Die Kältebusse der Berliner Stadtmission starten in der Nacht von Sonntag auf Montag in die neue Wintersaison. Das berichtet der Evangelische Pressedienst (epd) unter Berufung auf eine Sprecherin der Stadtmission. Vom 1. November bis zum 31. März sollen drei Fahrzeuge wieder in jeder Nacht durch die Stadt fahren. Ihr Ziel sind laut Stadtmission obdachlose Menschen, die es aus eigener Kraft nicht mehr in eine Notunterkunft schaffen.
Ein Neustart, den viele möglich gemacht haben Dass die Busse in diesem Winter rollen, haben viele Menschen mitgetragen: Nachdem zum Jahreswechsel alle drei alten Fahrzeuge in Brand gesetzt worden waren, gingen für die Neuanschaffung Spenden von mehr als 338.700 Euro ein.
Die Hilfsbereitschaft zeigte sich schon kurz nach dem ersten Brand. Berliner Träger und Firmen meldeten sich mit Hilfsangeboten, der Träger Gebewo stellte kurzfristig einen VW-Bus mit Rollstuhlrampe zur Verfügung. Eine Sprecherin der Stadtmission sagte damals laut ZDFheute: „Die Kältebusfahrten sind abgesichert, und wir sind total dankbar.“
Jetzt kommt die neue Flotte zusammen. Zwei bestellte Fahrzeuge sollen bis Ende der Woche geliefert werden. Die Wagen mussten erst zu Kältebussen umgebaut werden und waren eigentlich für September angekündigt. Ein Lieferwagen wurde zusätzlich bereits gespendet.
60 Ehrenamtliche, Nacht für Nacht Getragen wird der Dienst von 60 Ehrenamtlichen und zwei Festangestellten. An Bord haben die Teams Schlafsäcke, heißen Tee und Suppe. Wer möchte, wird in eine Notunterkunft gebracht. Auch Zeit für ein Gespräch gehört laut Stadtmission dazu.
Wie wichtig das ist, zeigt eine Zahl aus dem Winter 2024/25: Damals versorgten die Kältebusse 2.100 Menschen ohne Obdach, berichtete ZDFheute. Die Stadtmission schickt den Kältebus seit mehr als 25 Jahren auf die Straße und schreibt auf ihrer Seite: „Viele Obdachlose verdanken ihm ihr Überleben.“
Auch bei den Schlafplätzen wächst das Angebot mit dem Winter: Die Berliner Kältehilfe hat seit dem 1. Oktober 669 Notübernachtungsplätze, ab dem 1. November sollen es 930 sein.
So erreichst du den Kältebus Siehst du in einer kalten Nacht einen Menschen, der draußen schläft und Hilfe braucht, kannst du den Kältebus anrufen: 030 690 333 690. Das Team ist vom 1. November bis 31. März täglich von 20 bis 2 Uhr unterwegs.
Die Stadtmission bittet, vorher zu klären, ob die Person die Hilfe auch möchte. So muss das Team nicht umsonst ausrücken. Ist jemand nicht ansprechbar, gilt: gleich den Rettungsdienst unter 112 rufen.
Aus einem schweren Jahreswechsel ist so ein Winterstart geworden, an dem viele mitgewirkt haben: die Spenderinnen und Spender, die helfenden Träger und die Ehrenamtlichen, die sich in den kommenden Monaten Nacht für Nacht auf den Weg machen.
Themen: Kältebus Berlin, Obdachlosenhilfe, Berliner Stadtmission, Ehrenamt, Winterhilfe, Spenden, Soziales Engagement
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