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Neue Aue in Hamburg-Sasel: Rückhaltebecken puffert Starkregen ab und schafft Raum für Natur
Altarm, Kleingewässer, Bohlenweg: Sasels naturnahes Rückhaltebecken ist in Betrieb – die Baukosten trägt zu rund 70 Prozent der Bund.
Von Michael Beier ·
Wenn ein Sommergewitter in kurzer Zeit große Mengen Regen bringt, braucht das Wasser einen Ort, an dem es sich sammeln kann. In Sasel gibt es dafür jetzt ein Rückhaltebecken, das nicht nach Technik aussieht, sondern nach Landschaft: mit neuer Aue, einem Altarm und einem Steg durch feuchtes Grün. Am 28. Oktober hat Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff die Anlage offiziell in Betrieb genommen; bei einem Rundgang wurden die Maßnahmen vorgestellt.
Platz für Wasser, Platz für Leben Das Projekt verbindet Klimaanpassung, Naturschutz und Naherholung: Es soll die Folgen von Starkregen abmildern, neue feuchte Lebensräume mit vielfältiger Vegetation schaffen und den Menschen im Stadtteil einen Ort zum Spazierengehen und Entdecken bieten. Dafür wurde im nördlichen Teil des Beckens eine sogenannte Sekundäraue angelegt – eine tiefer gelegte Überflutungsfläche, die bei viel Wasser volllaufen darf. Hinzu kommen ein zusätzliches Kleingewässer und weiterer Raum, in dem Wasser zurückgehalten werden kann.
Im Becken selbst wurde ein Teil des Schlamms entfernt, ein Altarm entwickelt und das Gewässer mit neuen Strukturen gestaltet. Das Wehr wurde umgebaut, damit das Gewässer durchgängiger wird, und ein neues Ablaufbauwerk drosselt den Abfluss.
Ein Steg durchs Feuchtgebiet Für Besucherinnen und Besucher führt ein 90 Meter langer Bohlenweg mit zwei neuen Brücken durch das Gelände. Pflanzungen und Landschaftsarbeiten sollen naturnahe Biotope entstehen lassen, Informationen laden zur Naturerkundung ein. Als Ausgleich für den Eingriff wurde auf einer nahe gelegenen wasserwirtschaftlichen Fläche ein 30 Meter langer Knick angelegt, also eine bepflanzte Wallhecke.
Bemerkenswert ist auch, wie das Projekt entstanden ist: Eine Bürgerinitiative hatte sich vorab gegründet und Vorschläge eingebracht, die in die Planung eingeflossen sind.
Rund sieben Millionen Euro, großteils vom Bund Insgesamt kostet das Vorhaben etwa sieben Millionen Euro. Rund 70 Prozent der Baukosten werden über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes gefördert. Das Bundesumweltministerium beschreibt intakte Auen als natürliche Wasserspeicher: Sie können Hochwasser abpuffern, Wasser für trockene Zeiten zurückhalten und langfristig Kohlenstoff binden. Zugleich zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa.
Ganz fertig ist die neue Landschaft in Sasel noch nicht. Pflanzungen, Garten- und Landschaftsbau sowie der Wegebau laufen weiter und sollen voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Wer im Frühjahr vorbeischaut, dürfte dann sehen, wie die Aue zu wachsen beginnt.
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Neue Aue in Hamburg-Sasel: Rückhaltebecken puffert Starkregen ab und schafft Raum für Natur