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Nachbarschaftshilfe in Hamburg: „Da nich’ für“ vermittelt kleine Gefallen
Apotheke, Arzttermin, Topfpflanze: Sechs Freiwilligenagenturen bringen Menschen, die kurzfristig Hilfe brauchen, kostenlos mit Helfenden aus der Nachbarschaft zusammen.
Von Michael Beier ·
Wer in Hamburg „Danke“ sagt, bekommt oft ein knappes „Da nich’ für“ zurück – norddeutsch für „gern geschehen“. Genau so heißt ein Projekt, das kleine Gefallen unter Nachbarn möglich macht: schnell, kostenlos vermittelt und ohne dass sich jemand auf Dauer verpflichten muss.
Hinter DA NICH’ FÜR stehen sechs Hamburger Freiwilligenagenturen: Aktivoli Freiwilligenzentrum Wandsbek, altonavi, die Freiwilligenagentur Hamburg-Bergedorf, die Freiwilligenagentur Nord, das Freiwilligennetzwerk Harburg und die ASB Zeitspender-Agentur Hamburg. Laut SZENE Hamburg sind sie gemeinsam in allen Bezirken der Stadt aktiv und bringen mehr als 20 Jahre Erfahrung mit.
Hilfe für den kurzen Engpass Die Idee entstand während der Pandemie, als die Agenturen kleine Nachbarschaftsdienste übernahmen. Heute geht es um punktuelle Unterstützung, die einen Engpass überbrückt – keine dauerhafte Hilfe. Die Projektseite nennt Beispiele: jemanden zum Arzt begleiten, bei Krankheit eine Mahlzeit kochen, etwas aus der Apotheke mitbringen, ein Bild aufhängen, bei PC-Fragen helfen oder während eines Urlaubs die Topfpflanze gießen.
Das Angebot ergänzt bestehende Nachbarschaftshilfen im Stadtteil.
Matchmaker bringen beide Seiten zusammen Damit Gesuch und Angebot zueinanderfinden, gibt es ehrenamtliche Vermittlerinnen und Vermittler, die sogenannten Matchmaker. Laut Hamburger Sozialbehörde sichten sie Gesuche und Angebote, die über die digitale Plattform eingehen, prüfen, was zusammenpasst, und koordinieren die Vermittlung. Passt eine Anfrage nicht zur Idee einer vorübergehenden, unkomplizierten und sicheren Nachbarschaftshilfe, verweisen sie auf andere Angebote. „Dreh- und Angelpunkt für ein gelungenes Matching ist der persönliche Kontakt“, heißt es auf der Seite der Behörde. Zusätzlich sorgt laut SZENE Hamburg eine Identitätsprüfung auf beiden Seiten für Sicherheit.
Wie schnell das gehen kann, beschreibt die Sozialbehörde an einem Beispiel: Morgens kommt die Nachricht, dass jemand dringend beim Einkaufen Unterstützung braucht – am Nachmittag ist die Hilfe organisiert.
So machen Sie mit Wer helfen möchte, registriert sich auf danichfuer-hamburg.de über „Ich möchte helfen“ und legt selbst fest, welche Art von Hilfe er anbietet. Gibt es einen passenden Bedarf, meldet sich das Projekt. Wer gerade keine Zeit hat, kann eine Anfrage auch ablehnen. Alternativ kann man sich persönlich oder telefonisch bei einer der beteiligten Freiwilligenagenturen melden.
Wer Unterstützung sucht, trägt seinen Bedarf auf derselben Seite unter „Ich suche Hilfe“ ein oder wendet sich direkt an eine Agentur. Die Projektseite nennt außerdem die Telefonnummer 040 573080940; außerhalb der Sprechzeiten kann man eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen. Die Vermittlung ist kostenlos.
Auch als Matchmaker kann man sich einbringen – die Sozialbehörde lädt auf ihrer Seite dazu ein. Und wer sich lieber regelmäßig engagieren will, findet bei den Freiwilligenagenturen oder auf freiwillig.hamburg passende Angebote.
Themen: Nachbarschaftshilfe Hamburg, Ehrenamt Hamburg, Freiwilligenarbeit, Alltagshilfe, Da nich’ für, Hilfe im Alltag, Soziales Engagement Hamburg
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