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Musikstadtfonds Hamburg 2027: 990.000 Euro für 40 Projekte, von der Oper bis zum Kulturschiff
Eine immersive Oper, Jazz im Hafenklang und das Kulturschiff Stubnitz: Die Stadt fördert 40 Projekte der freien Szene.
Von Michael Beier ·
Die Behörde für Kultur und Medien hat am 20. Oktober bekannt gegeben, welche Projekte 2027 aus dem Musikstadtfonds Geld bekommen: 990.000 Euro gehen an 40 Vorhaben der freien Musikszene Hamburgs. Damit folgt die Behörde der Empfehlung einer fünfköpfigen Jury aus Musik, Journalismus und Konzertbetrieb. Gefördert werden Jazz, Alte Musik, Kammermusik und Elektro, in Kirchen ebenso wie in Clubs. „Gerade die Freie Musikszene schafft Raum für künstlerische Experimente und Begegnungen über Genregrenzen hinweg“, sagt Kultursenator Carsten Brosda.
Brundibár: Die höchste Förderung geht an eine immersive Oper 100.000 Euro erhält der Verein Shalom Hamburg für „Brundibár – Eine immersive Oper für alle“, die höchste Einzelförderung dieser Runde. Der Titel verweist auf die gleichnamige Kinderoper von Hans Krása aus dem Jahr 1938. Zu Spielort, Terminen und Konzept der Hamburger Produktion nennt die Behörde bislang nichts.
Krása wurde 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort hatte „Brundibár“ am 23. September 1943 Premiere, bis zum Herbst 1944 folgten etwa 55 weitere Vorstellungen. Schon bei den Proben wurden Kinder in Lager im Osten deportiert und durch neu Eingetroffene ersetzt. Die Handlung: Zwei Kinder singen auf dem Markt, um Milch für ihre kranke Mutter zu bezahlen, und werden vom bösen Leierkastenmann Brundibár übertönt. Mit Hilfe von Tieren bekommen sie am Ende ihr Geld zurück.
feel.jazz: Zehnte Festivalausgabe im Hafenklang Das feel.jazz Festival findet am 12. und 13. Februar 2027 zum zehnten Mal statt, Spielort ist das Hafenklang. Der Musikstadtfonds unterstützt es mit 20.000 Euro. Zehn Live-Bands spielen auf zwei Bühnen, jeder Abend beginnt um 20 Uhr im Goldenen Salon des Clubs. Ein Schwerpunkt der Bandauswahl liegt auf Hamburger Nachwuchs. Getragen wird das Festival vom JazzHaus Hamburg e. V., organisiert wird es seit 2017 zum größten Teil ehrenamtlich.
Die Veranstalter wollen Jazz mit allen Sinnen erlebbar machen: Projektionen, Lichtkunst, Installationen und Performances begleiten die Konzerte, und das Publikum soll mitmachen. Musikalisch geht der Jazz Verbindungen mit Rap, Hip-Hop, Pop und experimentellen Sounds ein, am Ende steigt die Aftershowparty after.glow.
Der Vorverkauf startet laut Festival voraussichtlich im November 2026, pro Abend gibt es 50 Supporter-Tickets. An der Abendkasse bestimmen die Gäste den Preis selbst, empfohlen sind mindestens 25 Euro pro Abend. Das Hafenklang in der Großen Elbstraße 84 bekommt selbst 38.000 Euro für das Projekt „CURATED BY“. Laut Hamburg Tourismus nahmen dort, als das Haus noch ein Tonstudio war, auch die Einstürzenden Neubauten auf.
Stubnitz: Das Kulturschiff hat eine neue Adresse Anfang Oktober hat die MS Stubnitz ihren neuen Liegeplatz am Baakenhöft 1 in der HafenCity bezogen. Der bisherige Platz an den Elbbrücken liegt nur wenige hundert Meter entfernt, der Vertrag dort läuft nach zehn Jahren Ende 2026 aus. Laut Kulturbehörde darf das Schiff mindestens so lange bleiben, bis im ersten Quartal 2028 über den Opernneubau entschieden wird. Ob es nach den anschließenden Bauarbeiten dauerhaft dort liegen kann, soll in die Planung einbezogen werden.
Der Verein Motorschiff Stubnitz e. V. betreibt das 1964 in Stralsund gebaute Schiff, einen früheren Hochseetrawler der DDR-Fischereiflotte. Es steht unter Denkmalschutz und ist seit 1992 ein gemeinnütziger Kulturort für alternative Musik. Der Musikstadtfonds fördert es nicht zum ersten Mal: 2025 gab es 25.000 Euro für „Next Station Elbbrücken“, 2026 dann 40.000 Euro für „Exit Elbbrücken“, für 2027 sind es 35.000 Euro für „Next Chance Baakenhöft“.
Das aktuelle Programm steht auf stubnitz.com . Anfahrt: Bus 111 (Baakenhöft), U4 (HafenCity Universität), S3/S5 (Elbbrücken).
Weitere Projekte und der Weg in den Fonds Auf der Liste stehen weitere Vorhaben, darunter die Konzertreihe „Die Beatbauer“ des Vereins KinderKinder (42.000 Euro) und „18 Jahre Gängeviertel – endlich volljährig“ vom Verein Gängeviertel (10.000 Euro). Die kleinste Summe von 5.000 Euro geht an Lorenz Nass für „Hot'n Hammer Brassband – Strong Youth Feature“. Termine nennt die Behörde nicht. Die komplette Liste der 40 Projekte steht auf hamburg.de.
Wer 2028 selbst dabei sein möchte, bewirbt sich im Frühjahr 2027: Die Bewerbungsphase läuft laut Kulturbehörde jährlich vom 15. April bis 15. Juni. Gefördert werden Konzerte, Konzertreihen und kleine Festivals des Folgejahres. Voraussetzung ist, dass keine institutionelle Förderung der Stadt fließt.
Themen: Musikstadtfonds, Kulturförderung, Freie Musikszene, Hamburg, MS Stubnitz, feel.jazz Festival, Hafenklang, Brundibár
Musikstadtfonds Hamburg 2027: 990.000 Euro für 40 Projekte, von der Oper bis zum Kulturschiff