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Mit Krebs nicht allein: Eimsbüttelerin gründet Selbsthilfegruppe
Viola Kienast ist heute krebsfrei. Ab Dezember lädt sie gemeinsam mit Silke Vogel Betroffene ins Diakonieklinikum Hamburg ein – zum Austausch und auch mal zu einem Kreativabend.
Von Michael Beier ·
Viola Kienast kennt die Krankheit aus eigener Erfahrung: Die Eimsbüttelerin, heute über 60, war an Krebs erkrankt und ist inzwischen krebsfrei. Jetzt will sie anderen den Weg etwas leichter machen: Gemeinsam mit Silke Vogel, die ebenfalls selbst betroffen ist, gründet sie eine Selbsthilfegruppe in Eimsbüttel. Ab Dezember soll sich die Gruppe jeden ersten und dritten Dienstag im Monat treffen, im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg.
Kraft aus dem Austausch Halt fand Kienast zunächst im Internet, im Online-Forum der Frauenselbsthilfe Krebs. Das Forum des Bundesverbands mit Sitz in Bonn ist moderiert, werbefrei und unabhängig. Dort traf sie auf Menschen, die Ähnliches erlebt hatten. „Der Austausch war total herzlich und empathisch“, sagt Kienast.
So viel Kraft ihr die Gespräche gaben, eines fehlte ihr: der persönliche Kontakt. Daraus wuchs der Wunsch, selbst etwas aufzubauen. Dafür absolviert Kienast derzeit eine Weiterbildung zur Selbsthilfecoachin. Dort lernte sie Silke Vogel kennen. Die beiden wollen die Treffen künftig gemeinsam leiten.
Gespräche – und auch mal ein leichter Abend Die Gruppe soll Raum für Begegnungen und Gespräche bieten. Die Teilnehmenden sollen sich gegenseitig unterstützen, Erfahrungen austauschen und einander durch die verschiedenen Phasen von Erkrankung und Therapie begleiten. Dabei soll sich nicht alles nur um den Krebs drehen. „Wir wollen nicht in unserer Krankheit stagnieren“, sagt Kienast. Neben den Gesprächsrunden sind deshalb zum Beispiel gemeinsame Kreativabende geplant.
Das Angebot richtet sich vor allem an betroffene Frauen. Kienast betont aber: Auch Männer sind willkommen.
Ehrlich ist sie auch in einem anderen Punkt. „So eine Gruppe ist natürlich auch nicht für jeden etwas“, sagt sie. Sie spricht aber immer wieder mit Menschen, für die der Schritt in eine Selbsthilfegruppe wichtig war. Ihr Rat: einfach einmal vorbeischauen und ausprobieren.
Ein Raum in der Klinik Möglich macht die Treffen eine Kooperation mit dem Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg in der Straße Hohe Weide in Eimsbüttel. Die Klinik stellt der Gruppe einen Raum zur Verfügung. Zum Haus gehören unter anderem ein Brustzentrum und ein Gynäkologisches Tumorzentrum.
Selbsthilfe hat in Hamburg bereits ein dichtes Netz: KISS Hamburg, die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen, unterstützt nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Selbsthilfegruppen in der Stadt. Träger ist der Paritätische Hamburg, finanziert wird die Arbeit von der Sozialbehörde und den gesetzlichen Krankenkassen. Laut Sozialbehörde leisten Selbsthilfegruppen einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Krankheiten. Medizinische und psychologische Beratung oder Psychotherapie wollen sie nach Angaben der Behörde aber ausdrücklich nicht leisten.
Mitmachen Die Gruppe startet im Dezember, Uhrzeiten nennt der Bericht der Eimsbütteler Nachrichten bislang nicht. Die Gründerinnen bitten Interessierte, sich vorab telefonisch anzumelden. Wer allgemein eine passende Selbsthilfegruppe in Hamburg sucht, erreicht KISS Hamburg am Selbsthilfe-Telefon unter 040/39 57 67, montags bis donnerstags von 11 bis 17 Uhr.
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