Helden | schöne Geschichten
Mit 13 Jahren Lebensretter: Oberpfalz ehrt sieben mutige Helfer
Drei Jugendliche lotsten Retter mit Handylicht zu ihrem verunglückten Freund. Eine Enkelin, ein Stand-up-Paddler und zwei Kollegen griffen ebenfalls ein. Jetzt hat die Regierung der Oberpfalz alle sieben in Regensburg ausgezeichnet.
Von Madalina ·
Wer an Helden denkt, hat oft Filmfiguren im Kopf. Dass es auch ohne Umhang geht, zeigt eine Ehrung der Regierung der Oberpfalz, über die sie am 28. Oktober 2026 berichtete: In einer Feierstunde im Refektorium der Regierung in Regensburg zeichnete sie sieben Menschen aus, die in einem Notfall nicht gezögert haben. Jede und jeder von ihnen bekam eine Öffentliche Anerkennungsurkunde und eine Medaille.
Drei 13-Jährige und ein Licht im Wald Die jüngsten Geehrten waren bei ihrem Einsatz gerade einmal 13 Jahre alt. Die drei Jugendlichen aus Neutraubling und Obertraubling waren mit dem Fahrrad im Wald bei Regensburg-Burgweinting unterwegs, als ein Freund rund fünf Meter einen Abhang hinunterstürzte.
Die drei wählten den Notruf und hielten ihren Freund mit ihren Jacken warm. Damit Feuerwehr und Rettungsdienst die Stelle im Wald fanden, lotsten sie die Einsatzkräfte mit den Taschenlampen ihrer Smartphones zum Unfallort. „Mut kennt kein Alter“, heißt es dazu in der Bildunterschrift der Regierung.
Eine Enkelin, die weiß, was zu tun ist Bei einem Waldspaziergang brach plötzlich ein Großvater zusammen. Seine Enkelin brachte ihn in die stabile Seitenlage, holte Hilfe und unterstützte die Rettungskräfte, als sie eintrafen. So konnte ihr Großvater schnell medizinisch versorgt werden. Bei der Ehrung war er mit dabei, gemeinsam mit der Großmutter.
Mit dem Paddleboard zum Ufer In einem Weiher bei Weiherhammer im Landkreis Neustadt an der Waldnaab erlitt ein Schwimmer einen Schwächeanfall und drohte unterzugehen. Ein Mann eilte mit seinem Stand-up-Paddle herbei, sprang ins Wasser und zog den Schwimmer auf sein Board. Dann brachte er ihn rund 100 Meter weit ans Ufer, wo der Rettungsdienst übernahm.
Wiederbelebung in der Werkstatt In einer Werkstatt in Regensburg erlitt ein Mann einen schweren Herzinfarkt. Zwei seiner Kollegen begannen sofort mit der Wiederbelebung, setzten einen Defibrillator ein und machten weiter, bis die Rettungskräfte da waren. Laut Regierung der Oberpfalz retteten sie ihrem Arbeitskollegen damit das Leben.
Helden mitten unter uns Der Regierungspräsident der Oberpfalz begann seine Ansprache mit einem Bild aus dem Kino: „Oft denken wir bei Helden an Figuren aus Filmen – an Menschen mit Superkräften.“ Die wahren Helden seien aber Menschen mitten unter uns, die nicht wegschauen, wenn andere Hilfe brauchen.
Neben den sieben Lebensretterinnen und Lebensrettern wurde an diesem Tag auch ein Einsatzleiter der DLRG ausgezeichnet. Er erhielt das Steckkreuz für sein langjähriges Engagement in der Wasserrettung.
Die Geschichten zeigen, wie viel ein paar richtige Handgriffe bewirken können: ein Notruf, eine warme Jacke, die stabile Seitenlage, ein Brett auf dem Wasser oder eine Wiederbelebung mit dem Defibrillator. Für keinen dieser Einsätze braucht es Superkräfte, aber Mut und den Willen, nicht wegzuschauen.
Themen: Lebensretter, Oberpfalz, Zivilcourage, Ehrung, Notfall, Helden, Regensburg
Mit 13 Jahren Lebensretter: Oberpfalz ehrt sieben mutige Helfer