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Mercedes im Aufwind: Elektroauto-Verkäufe steigen um 51 Prozent
Mercedes-Benz steigert trotz Absatzproblemen in China den operativen Gewinn. Besonders das Geschäft mit Transportern, Finanzdienstleistungen und Elektroautos sorgt für Rückenwind.
Von Firas ·
Mercedes-Benz behauptet sich besser als erwartet in einem schwierigen Automarkt. Im zweiten Quartal 2026 stieg das operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern um 22 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte um 13 Prozent auf knapp 1,09 Milliarden Euro zu – obwohl der Umsatz um drei Prozent auf 32,1 Milliarden Euro sank.
Die eigentliche Überraschung steckt in der Profitabilität: Die Pkw-Sparte erreichte eine bereinigte Umsatzrendite von 4,0 Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich 3,5 Prozent erwartet. Auch die Transporter-Sparte übertraf mit einer Marge von 10,2 Prozent die Prognose von 9,4 Prozent.
Dazu beigetragen haben niedrigere Kosten sowie starke Ergebnisse außerhalb des klassischen Pkw-Geschäfts. Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken um 14 Prozent, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben nach dem Investitionshöhepunkt des Vorjahres um zwölf Prozent. Mercedes-Benz Financial Services steigerte sein bereinigtes Ergebnis sogar um 70 Prozent auf 492 Millionen Euro. Bei den Vans waren es 454 Millionen Euro – drei Prozent mehr als im Vorjahr.
Ein besonders positives Signal kommt von der Elektromobilität: Mercedes verkaufte im Quartal 52.852 vollelektrische Pkw und damit 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Europa betrug das Wachstum sogar 87 Prozent. Neue Modelle wie CLA und GLB trugen bereits spürbar dazu bei. Insgesamt plant der Konzern mehr als 40 Modellneuheiten zwischen 2025 und 2027.
Von einer vollständigen Trendwende kann dennoch keine Rede sein. Der weltweite Pkw-Absatz sank um acht Prozent, in China sogar um 30 Prozent. Zudem ging das bereinigte Ergebnis der Pkw-Sparte um 26 Prozent zurück. Wegen Abschreibungen von 704 Millionen Euro auf chinesische Beteiligungen blieben dort unbereinigt lediglich 49 Millionen Euro operativer Gewinn.
Mercedes hält zwar am Margenziel von drei bis fünf Prozent fest, erwartet für 2026 nun aber leicht rückläufige Verkäufe und Umsätze. Die Zahlen zeigen damit vor allem eines: Der Konzern gewinnt durch Kostendisziplin, breiter aufgestellte Ertragsquellen und wachsende E-Auto-Verkäufe neuen Handlungsspielraum – trotz weiterhin erheblicher Risiken.
Mercedes im Aufwind: Elektroauto-Verkäufe steigen um 51 Prozent