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Mehr Chancen für Fachkräfte: Anerkennung ausländischer Abschlüsse erreicht Rekord
Ein Rekord mit Wirkung: 86.619 ausländische Berufsabschlüsse wurden 2025 anerkannt – vor allem im Gesundheitswesen.
Von Denise ·
Rekord bei Berufsabschlüssen: Deutschland erkennt so viele Qualifikationen an wie nie Was auf den ersten Blick nach einer ziemlich nüchternen Behördenstatistik klingt, erzählt bei genauerem Hinsehen von Zehntausenden Menschen, deren Wissen und Berufserfahrung in Deutschland gebraucht werden: Noch nie wurden so viele im Ausland erworbene Berufsqualifikationen positiv beschieden wie 2025.
86.619 Anerkennungsanträge erhielten im vergangenen Jahr einen positiven Bescheid. Das waren knapp zehn Prozent mehr als 2024 mit rund 79.100 Fällen – und damit ein neuer Höchststand.
Besonders deutlich zeigt sich, wie wichtig internationale Fachkräfte längst für das deutsche Gesundheitswesen geworden sind.
Besonders viele Anerkennungen in Gesundheit und Pflege Rund 67 Prozent der Anerkennungsverfahren betrafen Gesundheitsberufe . Besonders häufig ging es um Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte. Bei den bundesrechtlich geregelten Berufen entfielen rund drei Viertel der neuen Anträge auf reglementierte Gesundheitsberufe.
Allein für Pflegefachpersonen einschließlich Gesundheits- und Krankenpflege gingen 2025 rund 21.500 neue Anträge ein. Bei Ärztinnen und Ärzten waren es etwa 12.900 . Die Zahl der Anträge für medizinische Berufe entwickelte sich teilweise besonders dynamisch: Bei Ärztinnen und Ärzten stieg sie um 19 Prozent, bei Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten um 24 Prozent und bei Apothekerinnen und Apothekern sogar um 42 Prozent.
Das ist mehr als eine interessante Statistik. Gerade dort, wo Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen Personal suchen, können bereits vorhandene Qualifikationen schneller für den deutschen Arbeitsmarkt nutzbar werden.
Auch Technik, Gastronomie und Bildung legen zu Der Trend beschränkt sich allerdings nicht auf Krankenhäuser und Arztpraxen.
Bei Köchinnen und Köchen stieg die Zahl der Anerkennungsanträge bei den bundesrechtlich geregelten Berufen um 26 Prozent. Bei Elektronikerinnen und Elektronikern für Betriebstechnik lag das Plus bei 30 Prozent. Auch bei Erzieherinnen und Erziehern wurden mit rund 3.000 Anträgen mehr Verfahren angestoßen als im Vorjahr.
Damit wird Berufsanerkennung zunehmend zu einem Baustein der Fachkräftesicherung weit über das Gesundheitswesen hinaus.
Denn ein ausländischer Abschluss bedeutet nicht automatisch, dass jemand in Deutschland unmittelbar in jedem Beruf arbeiten darf. Bei einer Anerkennung wird geprüft, inwieweit die erworbene Qualifikation mit dem entsprechenden deutschen Referenzberuf vergleichbar ist. Bei reglementierten Berufen – beispielsweise vielen Gesundheitsberufen – ist eine entsprechende Anerkennung für die Berufsausübung besonders wichtig.
Immer mehr Menschen stellen einen Antrag Auch bei den neu eingereichten Verfahren gab es einen Rekord.
Rund 76.200 neue Anerkennungsanträge wurden 2025 gestellt – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Innerhalb von fünf Jahren hat sich ihre Zahl damit nahezu verdoppelt. Etwa 59.750 Anträge entfielen auf bundesrechtlich geregelte und rund 16.500 auf landesrechtlich geregelte Berufe.
Besonders viele Anträge bezogen sich auf Qualifikationen aus der Türkei, der Ukraine und Syrien . Betrachtet man Bundes- und Landesberufe gemeinsam, wurden für Abschlüsse aus der Türkei 9.099 Anträge gestellt, für ukrainische Qualifikationen 8.505 und für syrische Abschlüsse 5.589. Die Zahl der Anträge für syrische Berufsqualifikationen stieg gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent.
Das Wachstum wird langsamer – aber es bleibt ein Rekord Zur vollständigen Geschichte gehört allerdings auch: Der Anstieg fällt inzwischen geringer aus.
Die Zahl der positiven Bescheide wuchs 2025 um knapp zehn Prozent. 2024 hatte das Plus noch bei 21 Prozent gelegen, 2023 sogar bei 25 Prozent. Auch die Zahl neuer Anträge nahm mit sieben Prozent langsamer zu als zuvor.
Das bedeutet jedoch keinen Rückgang. Sowohl die Anträge als auch die positiven Entscheidungen erreichten neue Höchststände. Warum sich das Wachstum verlangsamt hat, lässt sich aus den Zahlen allein nicht eindeutig ableiten.
2025 wurden insgesamt rund 102.900 Verfahren bearbeitet . Über etwa 89.800 davon wurde entschieden. Rund 45 Prozent endeten mit voller Anerkennung, 43 Prozent mit einer Auflage beziehungsweise einer erforderlichen Ausgleichsmaßnahme und acht Prozent mit einer teilweisen Anerkennung. Nur etwa vier Prozent wurden abgelehnt.
Anerkennung wird flexibler Deutschland hat in den vergangenen Jahren außerdem seine Regeln für die Fachkräfteeinwanderung verändert.
Seit März 2024 gibt es beispielsweise die sogenannte Anerkennungspartnerschaft . Sie ermöglicht qualifizierten Menschen aus Drittstaaten unter bestimmten Voraussetzungen, bereits nach Deutschland einzureisen und eine qualifizierte Beschäftigung aufzunehmen, während das Anerkennungsverfahren anschließend gemeinsam mit dem Arbeitgeber betrieben wird.
Parallel arbeiten Bund und Länder an stärker digitalisierten, gebündelten und schnelleren Verfahren. Genau hier dürfte eine der entscheidenden Aufgaben der kommenden Jahre liegen: Aus steigenden Antragszahlen möglichst unkompliziert tatsächliche berufliche Chancen zu machen.
Mehr Chancen für Fachkräfte: Anerkennung ausländischer Abschlüsse erreicht Rekord