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Lüneburgs Weihnachtsstadt startet früher: 18 kleine Märkte ab 19. November
Ab 19. November verteilen sich 18 kleine Märkte über Lüneburg – ein Testlauf mit neuem Frankreich-Flair.
Von Silvia ·
Wer die Backsteingiebel der Lüneburger Altstadt gern im Lichterschein sieht, muss in diesem Jahr weniger lange warten. Die Hansestadt eröffnet ihre „Weihnachtsstadt“ am 19. November und damit eine Woche früher als bisher. Bis zum 30. Dezember laden 18 kleine Märkte zum Bummeln ein. Die frühere Öffnung ist ausdrücklich als Testlauf angelegt.
Viele kleine Märkte statt eines großen Platzes Lüneburg setzt nicht auf einen einzigen großen Weihnachtsmarkt, sondern auf viele kleine, über die Stadt verteilt. Dazu zählen etwa der Weihnachtsmarkt am Rathaus, Weihnachten am Sande, der Markt bei St. Johannis, der Weihnachtsmarkt am Alten Kran und der Weihnachtliche Wasserturm. Gebündelt wird das Programm auf der Website der Lüneburg Marketing GmbH. Melanie-Gitte Lansmann von der Gesellschaft sieht in der kleinteiligen Struktur einen Vorteil: „Aufgrund der verteilten kleinen Märkte fühlen sich die Menschen hier sicherer.“ Das Sicherheitskonzept wurde überarbeitet, Einzelheiten werden aber nicht veröffentlicht. Die Kosten dafür sollen nicht auf die Schausteller umgelegt werden.
Wichtig für die Planung: Am Totensonntag, dem 22. November, bleibt alles geschlossen.
Neu in diesem Jahr: ein Hauch Frankreich und Advent im Kloster Neu im Programm ist der Markt „Noel – ein Gefühl von Frankreich“ im Innenhof an der Großen Bäckerstraße 29. Mit Eiffelturm-Deko, einer funkelnden Lichtergasse und einer Bahn zum Eisstockschießen bringt er französisches Flair in die Innenstadt. Er öffnet bereits am 13. November und hat bis zum 10. Januar täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet.
Ruhiger geht es im Kloster Lüne zu. Dort gibt es an den Adventswochenenden ein weihnachtliches Programm, unter anderem mit einem Konzert, einer Lesung und einem Adventsmarkt am 5. und 6. Dezember. Ebenfalls neu ist ein nichtkommerzielles Angebot am Museum Lüneburg: Beim „Weihnachtsmarkt der Kulturen“ auf der Museumsterrasse beteiligen sich Lüneburger Vereine und Initiativen mit Kunsthandwerk und Spezialitäten aus vielen Ländern, an den Wochenenden 5./6., 12./13. und 19./20. Dezember.
Märchen auf Knopfdruck und ein Trompeter auf dem Balkon Einige Traditionen bleiben. Die Märchenmeile gibt es seit mehr als 22 Jahren: An zwölf weihnachtlichen Hütten in der Innenstadt startet per Knopfdruck ein kurzes Märchenhörspiel, wahlweise auf Hochdeutsch oder Plattdeutsch – von Frau Holle bis Max und Moritz. Täglich um 16.45 Uhr spielt ein Trompeter vom Rathausbalkon.
Am ersten Dezemberwochenende verwandelt sich der Johann-Sebastian-Bach-Platz in einen historischen Christmarkt mit mehr als 60 Zelten und Ständen, Kerzenschein statt Neonlicht und Darstellern in historischen Gewändern. Die Erlöse fließen laut dem veranstaltenden Arbeitskreis Lüneburger Altstadt in die Restaurierung historischer Gebäude der Altstadt. Kurz vor Heiligabend, am 23. Dezember um 18.30 Uhr, lädt der Marktplatz zum gemeinsamen Weihnachtssingen ein.
Licht für die Giebel und ein Gratis-Shuttle Für den abendlichen Glanz sorgen 70 zusätzliche Lichtpunkte mit Giebelmotiven in der Altstadt. Beleuchtet werden auch das Rathaus und die drei Innenstadtkirchen St. Johannis, St. Nicolai und St. Michaelis. Um Beleuchtung und Veranstaltungen zu finanzieren, bittet die Hansestadt Unternehmen, Kaufleute und Bürger um Spenden.
Wer von außerhalb anreist, kann an den Adventssamstagen (28. November sowie 5., 12. und 19. Dezember) einen kostenlosen Shuttle nutzen. Er fährt zwischen 10 und 21 Uhr und hält unter anderem an den Sülzwiesen, am Bahnhof, am Marktplatz und Am Sande. Der Eintritt zur Weihnachtsstadt ist frei.
Ein früher Start mit Diskussion Ganz unumstritten war die Idee einer früheren Eröffnung nicht. Schon im Frühjahr 2025 lag dem Stadtrat ein Antrag vor, die Weihnachtsstadt am Donnerstag vor dem Totensonntag beginnen zu lassen statt wie bisher grundsätzlich am Mittwoch vor dem ersten Advent. Die Verwaltung äußerte damals Bedenken, unter anderem mit Blick auf die Händler des Wochenmarkts, die Kunsthandwerker und zusätzliche Kosten. Auch der evangelisch-lutherische Kirchenkreis lehnte eine Eröffnung vor dem Totensonntag ab, weil der November für stilles Gedenken stehe. Im Vergleich ist Lüneburg damit früh dran: Die meisten Weihnachtsmärkte in Niedersachsen beginnen um den 23. November.
Wie der Testlauf ankommt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Wer Lust auf einen Abendspaziergang zwischen beleuchteten Giebeln hat, findet das vollständige Programm mit allen 18 Märkten und Öffnungszeiten auf der Website der Weihnachtsstadt.
Themen: Lüneburg, Weihnachtsstadt, Weihnachtsmarkt, Niedersachsen, Advent, Märchenmeile, Ausflugstipp, Altstadt
Lüneburgs Weihnachtsstadt startet früher: 18 kleine Märkte ab 19. November