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London macht seine Flüsse wieder lebendig – 80 Kilometer sollen renaturiert werden
Mehr Natur, weniger Abwasser und neue Orte zum Spazieren, Erholen und vielleicht sogar Schwimmen: London startet einen Zehnjahresplan, der 80 Kilometer Fluss und 550 Hektar Gewässerlebensraum wiederbeleben soll.
Von Denise ·
London macht seine Flüsse wieder lebendig Zwischen Wohnhäusern, Bahnstrecken und Straßen durchziehen mehr als 600 Kilometer Flüsse, Bäche und Kanäle die britische Hauptstadt. Viele dieser Gewässer sind jedoch begradigt, unterirdisch verlegt oder durch Abwasser, Straßenabrieb und falsch angeschlossene Leitungen belastet. Nun will London sein verborgenes Wassernetz grundlegend verändern.
Mit dem neuen „Clean Rivers and Waterways Plan“ startet die Stadt ein auf zehn Jahre angelegtes Programm. Bis zu 80 Kilometer Fluss sollen renaturiert und 550 Hektar Lebensraum an Flüssen, Kanälen und Feuchtgebieten geschaffen oder verbessert werden . Wo Wasserqualität, Strömung und Sicherheit es erlauben, könnten einzelne Abschnitte künftig sogar zum Schwimmen geeignet sein.
Der Plan verbindet Gewässerschutz, Artenvielfalt, Hochwasservorsorge und öffentliche Erholung. Naturnähere Ufer, neue Feuchtgebiete und entfernte Hindernisse sollen Fischen und anderen Tieren wieder mehr Raum geben. Auch die mögliche Rückkehr von Wasserwühlmäusen und Bibern wird geprüft.
Gleichzeitig sollen die Flüsse für die Menschen leichter zugänglich werden. Geplant sind neue Spazierwege, Erholungsflächen und ein rund 40 Kilometer langer Weg entlang des Lower Crane Valley. Damit könnten bislang wenig beachtete Gewässer zu grünen Verbindungen zwischen Stadtteilen werden.
Zunächst konzentriert sich das Programm auf zehn Flusslandschaften. Am River Brent sollen falsch angeschlossene Abwasserleitungen gefunden und korrigiert werden. Am Yeading Brook und River Wandle sind größere Renaturierungen vorgesehen. Im Upper Lea Valley sollen begrünte Dächer, Regengärten und andere naturnahe Entwässerungssysteme verhindern, dass verschmutztes Regenwasser direkt in die Flüsse gelangt.
Mehr als 50 Organisationen haben an dem Konzept mitgearbeitet. Für die ersten fünf Jahre sind Investitionen der beteiligten Partner von rund 1,8 Milliarden Pfund vorgesehen. Das Geld stammt nicht allein von der Stadt, sondern unter anderem von Behörden, Bezirken, Umweltverbänden und Wasserunternehmen.
Eine wichtige Rolle spielt zudem der London Tideway Tunnel. Das neue Kanalsystem soll verhindern, dass bei Starkregen große Mengen ungeklärten Abwassers in die Themse gelangen.
Der Plan ist ambitioniert, aber realistisch: Nicht jeder Fluss wird automatisch zum Badegewässer. Entscheidend sind regelmäßige Messungen, transparente Fortschrittsberichte und die konsequente Beseitigung von Verschmutzungsquellen.
London macht seine Flüsse wieder lebendig – 80 Kilometer sollen renaturiert werden