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Länger Freude am Akku: So bleiben Handy und Laptop lange fit
Hitze, Frost und ein dauerhaft voller Ladestand lassen Lithium-Ionen-Akkus schneller altern. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten halten Handy und Laptop spürbar länger durch – und seit 2025 müssen neue Smartphones in der EU ohnehin langlebigere Akkus haben.
Von Firas ·
Draußen wird es früh dunkel, morgens liegt Raureif auf den Autodächern, und das Handy steckt öfter in der Jackentasche als auf dem Tisch. Genau jetzt lohnt ein kurzer Blick auf den Akku. Denn auch wenn jeder Lithium-Ionen-Akku in Smartphone und Laptop mit der Zeit nachlässt: Wie schnell das geht, hängt zu einem guten Teil davon ab, wie wir mit ihm umgehen.
Was einen Akku altern lässt Lithium-Ionen-Akkus mögen es weder zu kalt noch zu heiß. Die Stiftung Warentest nennt rund 20 Grad als ideal. Unter dem Gefrierpunkt oder oberhalb von 45 Grad altern die Zellen schneller. Das Umweltbundesamt empfiehlt zum Lagern 10 bis 25 Grad und warnt: Hohe Temperaturen, besonders über 50 Grad, und sehr niedrige Temperaturen, vor allem unter minus 20 Grad, können die Lebensdauer stark verkürzen.
Der zweite große Faktor ist der Ladestand. Ein Akku, der ständig randvoll ist oder immer wieder bis auf null leerläuft, verschleißt schneller. Hinzu kommt die sogenannte kalendarische Alterung: Lithium-Akkus verlieren laut Umweltbundesamt auch dann an Kapazität, wenn sie gar nicht benutzt werden. Wer ein Gerät gut behandelt, kann den Prozess also nicht stoppen – aber spürbar bremsen.
Zur Einordnung: Die Stiftung Warentest gibt für Lithium-Ionen-Akkus je nach Bauart 300 bis 2.000 mögliche Ladezyklen und meist drei bis fünf Jahre Lebenserwartung an. Als verbraucht gilt ein Akku in Notebook oder Smartphone demnach, wenn er nur noch 60 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität schafft.
Eine gute Nachricht vorweg: Zwischendurch laden ist erlaubt Viele kennen noch die alte Regel, einen Akku immer erst ganz leer zu machen. Für Lithium-Ionen-Akkus gilt sie nicht. Das Umweltbundesamt stellt klar, dass der sogenannte Memory-Effekt bei ihnen nicht auftritt. Im Gegenteil: Häufiges Nachladen, bevor der Akku leer ist, verlängert seine Lebensdauer. Auch die Stiftung Warentest rät, das Handy lieber zwischendurch zu laden, etwa zum Frühstück und zum Abendessen, statt es stundenlang am Ladegerät hängen zu lassen.
Fünf Gewohnheiten, die dem Akku guttun Nicht ganz leer, nicht ganz voll: Die Verbraucherzentrale empfiehlt, ab etwa 20 Prozent Restladung nachzuladen. Beim oberen Ende nennen die Fachstellen Werte zwischen etwa 70 Prozent (Umweltbundesamt) und 90 Prozent (Verbraucherzentrale); die Stiftung Warentest rät zu rund 80 Prozent. Manche Geräte haben dafür eine Einstellung, die das Laden stoppt, bevor der Akku ganz voll ist. Hitze meiden: Das Handy nicht auf der sonnigen Fensterbank oder im heißen Auto liegen lassen, rät das Umweltbundesamt. Laut Stiftung Warentest sollte man auch nicht in direkter Hitze laden – ein heißer Akku lädt langsamer oder gar nicht. Kaltes Gerät erst aufwärmen lassen: Der Digitalverband Bitkom rät, das Smartphone nach dem Weg durch die Kälte langsam warm werden zu lassen, nicht an der Heizung, und es erst dann zu laden. Temperaturschwankungen können Kondenswasser bilden. Nicht dauerhaft am Netz: Dauerbetrieb am Netzteil mit eingelegtem Akku verkürzt laut Umweltbundesamt die Lebensdauer, vor allem durch die Wärme – das betrifft etwa Laptops, die fast immer am Strom hängen. Nach dem Laden das Ladegerät vom Netz trennen. Richtig einlagern: Ein Gerät, das länger in der Schublade liegt, sollte halb geladen und ausgeschaltet sein und spätestens nach sechs Monaten nachgeladen werden, empfiehlt das Umweltbundesamt. Den Kühlschrank als Lagerort lieber vergessen: Dort kann sich Kondenswasser bilden. Warum der Akku im Winter schwächelt Dass ein Handy bei Frost schneller leer wirkt, ist meist kein Zeichen für einen kaputten Akku. Kalte Akkus speichern weniger Energie, erklärt der Bitkom, und außerhalb ihrer Wohlfühltemperatur liefern Lithium-Ionen-Akkus laut Stiftung Warentest weniger Strom. Deshalb gehört das Smartphone an kalten Tagen nah an den Körper, etwa in die Jacken- oder Hosentasche, statt ins Auto, wo es schnell so kalt wird wie draußen. Erst wenn sich das Gerät wieder normal warm anfühlt, nimmt der Akku laut Bitkom wieder volle Leistung auf.
Rückenwind aus Brüssel Auch die Hersteller sind gefordert. Seit dem 20. Juni 2025 gelten in der EU – und damit auch in Deutschland – neue Ökodesign-Regeln für Smartphones und Tablets, die neu auf den Markt kommen. Ihre Akkus müssen nach Angaben der EU-Kommission mindestens 800 Ladezyklen schaffen und danach noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Ein neues Energielabel zeigt beim Kauf unter anderem, wie langlebig der Akku ist, und erstmals auch, wie gut sich das Gerät reparieren lässt.
Das Umweltbundesamt rät außerdem, schon beim Kauf darauf zu achten, ob sich der Akku ohne Spezialwerkzeug tauschen lässt. Ist er fest verbaut, lohnt die Frage, was ein Austausch im Service kostet. Denn Akkus gehören oft zu den ersten Bauteilen, die schlappmachen.
Und wenn der Akku doch hinüber ist? Stark erhitzte, aufgeblähte oder beschädigte Akkus gehören laut Verbraucherzentrale nicht mehr ins Gerät, sondern sofort in die Batteriesammlung. Alte Akkus haben im Hausmüll nichts zu suchen. Abgeben lassen sie sich zum Beispiel an Sammelstellen im Handel, vielerorts auch auf dem Wertstoffhof.
Unterm Strich ist die Botschaft erfreulich unkompliziert: Wer seinem Akku Hitze, Frost und Dauerstress beim Laden erspart, hat länger etwas von Handy und Laptop. Das schont den Geldbeutel – und die Umwelt gleich mit.
Themen: Akku schonen, Lithium-Ionen-Akku, Smartphone, Laptop, Akku laden, Nachhaltigkeit, Ökodesign
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