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Kunst statt Konferenz: 21 Firmen in Hamburg öffnen bei der add art ihre Räume für alle
Vom 12. bis 15. November zeigen Unternehmen in Hamburg Kunst, auch von jungen Talenten. Der Zugang ist kostenfrei.
Von Michael Beier ·
Kanzleien, eine Versicherung, eine Designagentur: Wer Kunst in Hamburg sucht, denkt nicht zuerst an solche Adressen. Genau dorthin führt die Veranstaltung add art. Von Donnerstag, 12. November, bis Sonntag, 15. November, öffnen 21 Unternehmen ihre Räume und zeigen an Orten, die laut Veranstalter normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, Kunst: Firmensammlungen ebenso wie Arbeiten junger Kunstschaffender. Der Zugang ist kostenfrei.
Von der Hochschule in den Konferenzraum Die Initiative gibt es seit 2013. Sie will Wirtschaft und zeitgenössische Kunst in Hamburg enger zusammenbringen und den künstlerischen Nachwuchs fördern. Im vergangenen Jahr waren 19 Unternehmen dabei, diesmal sind es 21.
Elf von ihnen zeigen Arbeiten von insgesamt 23 Studierenden und Alumni der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg. Die Wahl fällt vorab: An zwei Hochschultagen werden rund 300 Arbeiten aus etwa 80 Bewerbungen präsentiert, meist zwei bis fünf Leute je Unternehmen treffen dann die Auswahl. Auch die Räume spielen dabei eine Rolle.
Für den Nachwuchs lohnt sich das auf mehreren Ebenen. Die Studierenden und Alumni erhalten Geld für das Ausstellen und führen selbst Besucherinnen und Besucher durch ihre Schau. Für sie sei das „eine Möglichkeit zur Selbsterkenntnis“, sagt der Maler und HAW-Professor Christian Hahn, der die Nachwuchsauswahl begleitet und der Award-Jury angehört. Werden Werke verkauft, geht der Erlös vollständig an die Kunstschaffenden.
Wenn ein Bild die Verhandlung stoppt Reibungslos ist die Begegnung von Kunst und Geschäftsalltag nicht immer. Hahn berichtet von einem Gemälde mit einem Sarg, das in einem Konferenzraum hing, als dort verhandelt wurde. Ein Kunde hatte kurz zuvor seine Mutter verloren, ihm war der Anblick zu viel, die Verhandlung wurde abgebrochen. Eine absolute Ausnahme, betont Hahn. Dass ein Unternehmen Studierende aufgefordert hätte, ihre Kunst anzupassen, sei ihm bislang nicht bekannt. Interessen der Firmen gebe es aber durchaus. Kritischer sieht er KI-generierte Bilder: Sie könnten die Rechte realer Künstlerinnen und Künstler umgehen und Kunst wie Kultur unter Druck setzen.
Zwei Preise für den Nachwuchs Den add art Award für Nachwuchskunst gibt es seit 2018, gestiftet wird er von der Sparkassen-Stiftung Holstein. Neu ist in diesem Jahr die Aufteilung in zwei Preise für HAW-Studierende, zusammen mit 3.000 Euro dotiert. Den Publikumspreis der Vorjahre gibt es nicht mehr. Eine Jury vergibt 2.000 Euro für besondere künstlerische Qualität. Drei Kuratorinnen besuchen alle Präsentationen der HAW-Studierenden und bewerten Hängung, Inszenierung und Wirkung, ihr Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Der Jurypreis wird schon zum Auftakt am Montag, 9. November, im THE SPACE an der Kaiser-Wilhelm-Straße 14 verliehen.
So klappt der Besuch Für Führungen ist eine Anmeldung nötig, und zwar im Zeitplan auf addart.de. Dort stehen auch die Öffnungszeiten, ausgebuchte Führungen verschwinden aus der Auswahl. Besuche sind laut Veranstalter aber auch ohne Führung möglich. Weil die Zeiten je nach Standort variieren können, lohnt vor dem Losgehen ein Blick in den Zeitplan.
Themen: add art, Kunst in Unternehmen, Nachwuchskunst, HAW Hamburg, Zeitgenössische Kunst, Ausstellung, Hamburg, Eintritt frei
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