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Kostenloses Schulfrühstück in Hamburg-Flottbek: Die „stabile Schnitte“ fürs Pausenbrot
Die Hamburger Sternschnuppe bezahlt das Frühstück aus Spenden. Etwa 25 Kinder kommen regelmäßig, Pausenbrot inklusive.
Von Michael Beier ·
Die „stabile Schnitte“ klingt nach Baustelle und ist doch ein Pausenbrot. In der Mensa der Stadtteilschule Flottbek gibt es dafür eine Produktionsstraße: Dort belegen sich die Kinder ihr Brot selbst und packen es für die Pause ein. Zur Auswahl stehen Käse, Wurst und frisches Gemüse.
Die Schnitte ist ein Extra zum eigentlichen Schulfrühstück. Wie der NDR berichtet, können die Kinder dort schon 40 Minuten vor Unterrichtsbeginn kostenlos essen. Das Angebot ist freiwillig, etwa 25 Kinder kommen regelmäßig. Bezahlt wird es aus Spenden des Vereins Hamburger Sternschnuppe.
Für Gründerin Kiki Fehlauer ist das Schulfrühstück „ein ganz großes Herzensprojekt der Sternschnuppe“. Dazu sagte sie allgemein: In jedem Stadtteil gebe es sozial benachteiligte Kinder, die zu Hause nicht so umsorgt würden, wie es sein sollte. Die Schule habe ein weites Einzugsgebiet, sagte Schulleiter Michael Fliedner: Die Kinder kommen aus Flottbek, aus Altona und aus dem Osdorfer Born. „Unsere Schülerschaft ist sehr vielfältig und reicht von bildungsnah bis bildungsfern.“
Erst reden und lachen, dann in die Klasse Satt werden ist nur ein Teil der Sache. Am Tisch wird erzählt, gelacht und gescherzt, und einem Kind gefällt laut NDR, dass es morgens schon mit Freunden reden und danach besser in den Schultag starten kann. Kurz vor acht Uhr geht es mit dem Pausenbrot in die Klassen. Am nächsten Morgen wird wieder gedeckt.
Eine Idee vom Osdorfer Born Die Hamburger Sternschnuppe wurde im April 2011 in Flottbek gegründet, um Kindern und Jugendlichen in Not zu helfen. Von Anfang an pflegt sie eine Patenschaft für eine Kinderkrebsstation in Bukarest. Das Schulfrühstück kam 2023 dazu. Auslöser war laut Verein eine Bitte um Hilfe der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule im Osdorfer Born, die im März 2023 eintraf. Um niemanden abzustempeln, nennt der Verein das Projekt dort auch „Offenes Frühstück“: Eingeladen sind alle Schülerinnen und Schüler.
Der Verein sah eine Lücke: Für Grundschüler gab es nach seiner Darstellung bereits Unterstützung, für weiterführende Schulen nicht. Inzwischen fördert die Sternschnuppe das Frühstück an zwei weiterführenden Schulen, am Osdorfer Born und in Flottbek.
Ganz allein ist sie nicht unterwegs. Laut NDR boten zuletzt mehr als 30 Hamburger Schulen ein kostenloses Frühstück an, vorwiegend Grundschulen in weniger wohlhabenden Gebieten. Die meisten dieser „Frühstücksclubs“ betreibt der Verein brotZeit mit mehr als 200 Ehrenamtlichen. Im Schuljahr 2024/25 wurden dort mehr als 250.000 Frühstücke ausgegeben, mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren (damals knapp 120.000).
Kinder sammeln für Kinder Wie das Abendblatt berichtete, übergab die bilinguale Schule Phorms Campus in Hammerbrook im Februar 2026 einen Scheck über 500 Euro an die Sternschnuppe. Die Grundschulkinder hatten das Geld bei einer Tombola eingenommen und selbst entschieden, wofür es gespendet wird. Der Scheck war als Frühstückszuschuss für Flottbek im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2025/26 gedacht.
So lässt sich helfen Die Sternschnuppe finanziert ihre Arbeit überwiegend aus Spenden. Auf ihrer Website stehen das Spendenkonto , der Mitgliedsantrag (Fördermitglied ab 12 Euro im Jahr) und Tipps für eine eigene Spendenaktion , etwa zum Geburtstag, beim Schulfest oder bei einem Lauf. Ab einer Spende von 100 Euro stellt der Verein eine Spendenbescheinigung aus. Fragen und Ideen gehen per Mail an info@hamburger-sternschnuppe.de.
Auf den verlinkten Seiten geht es vor allem um Hilfe für mittellose, krebskranke Kinder und Jugendliche; das Schulfrühstück steht dort nicht als eigenes Spendenziel. Auf der Projektseite wirbt der Verein dagegen ausdrücklich um Unterstützung dafür, und laut Abendblatt (Februar 2026) lautet der Betreff „Schulfrühstück“. Weil das Projekt zwei Schulen umfasst, ist eine Spende nicht automatisch für Flottbek bestimmt; grundsätzlich entscheiden Spender laut Verein aber selbst über die Verwendung. Am sichersten ist eine kurze Nachfrage beim Verein.
Wer lieber selbst mitanpackt, kann das beim Verein brotZeit tun, allerdings nicht in Flottbek: Dort trägt die Sternschnuppe das Frühstück, und die Schule steht laut brotZeit-Schulliste nicht unter den Hamburger Projektschulen. Gesucht werden Frühstückshelferinnen und -helfer , gefragt sind Seniorinnen und Senioren ab 55. Sie sollten morgens zwischen 6 und 9 Uhr etwa zweimal pro Woche an eine brotZeit-Schule kommen können und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Im Anmeldeformular wählt man als Förderregion Hamburg.
Themen: Schulfrühstück, Hamburger Sternschnuppe, Stadtteilschule Flottbek, Flottbek, Frühstücksclub, Kiki Fehlauer, Osdorfer Born, Hamburg
Kostenloses Schulfrühstück in Hamburg-Flottbek: Die „stabile Schnitte“ fürs Pausenbrot