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Kostenlos ins Museum: Rund 50 Hamburger Häuser öffnen am Reformationstag bei #seeforfree
Am Samstag, 31. Oktober, kostet der Museumsbesuch nichts – mit Führungen auf Platt, Open Ship und vier Neulingen.
Von Andre ·
Kunsthalle statt Couch, Museumsschiff statt Streamingabend: Am Samstag, 31. Oktober 2026, dem Tag der Reformation, zahlt man in vielen Hamburger Häusern keinen Eintritt. Unter dem Motto #seeforfree öffnen rund 50 Museen, Ausstellungshäuser sowie Lern- und Gedenkorte ihre Türen kostenlos. Dazu gibt es ein Sonderprogramm mit Führungen, Angeboten für Familien und Aktionen zum Mitmachen.
Angekündigt hatte die Behörde für Kultur und Medien 50 Häuser. Eines fällt inzwischen weg: Das HSV-Museum bleibt laut der Aktionsseite wegen eines kurzfristig angesetzten Pokalspiels geschlossen. Die aktuelle Liste auf seeforfree.de führt deshalb 49 Häuser.
Von der Kunsthalle bis zur KZ-Gedenkstätte Die Bandbreite ist groß. Dabei sind große Namen wie die Hamburger Kunsthalle, die Deichtorhallen, das Museum für Kunst und Gewerbe, das MARKK und das Altonaer Museum. Ebenso kleinere Spezialhäuser wie das Deutsche Zollmuseum, das Medizinhistorische Museum, das Zaubermuseum Bellachini oder der Retro Spiele Club. Auch Erinnerungsorte machen mit, etwa die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Gedenkstätte Bullenhuser Damm und das Mahnmal St. Nikolai.
Wer Sonderausstellungen mag, kann gleich mehrere ohne Ticket sehen: In den Deichtorhallen läuft „Hito Steyerl: Deine Mudda macht Show“, in der Kunsthalle „David Novros. Painting“. Das Bucerius Kunst Forum zeigt „Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“, das Museum der Arbeit „Nachrichten – News“. In den Deichtorhallen und der Kunsthalle stehen zudem Live-Speaker für Fragen zu den Ausstellungen bereit.
Vier Häuser sind zum ersten Mal dabei Neu im Programm ist die Botschaft der Wildtiere mit Mitmachstationen, Naturfilmkino und Lernwerkstatt rund um heimische Tiere und ihre Lebensräume. Die Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule zeigt, wie jüdische Kinder und Jugendliche vom Kaiserreich bis zur Verfolgung im Nationalsozialismus zur Schule gingen. Die Historische S-Bahn Hamburg ist mit ihrem Museumszug 472 062 dabei, der 37 Jahre lang im Hamburger S-Bahn-Netz unterwegs war. Und Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit Hamburg als Ausgangspunkt.
Shantys, Siebdruck und Halloween Das Begleitprogramm hat einige Überraschungen. Im Deutschen Hafenmuseum zeigen Reepschläger ihr Handwerk, ein Shanty-Chor lädt zum Mitsingen ein, und es gibt einen kleinen Fitness-Parcours. Die Stiftung Hamburg Maritim öffnet beim Open Ship das Dampfschiff SCHAARHÖRN, den Stückgutfrachter BLEICHEN und den Lotsenschoner No. 5 ELBE. Im vor–gänge. museum für alternative stadt im Gängeviertel kann man das Lieblingsshirt per Siebdruck bedrucken. Am Energieberg Georgswerder steigt eine Halloween-Feier für Familien.
In der Kunsthalle führt der Comedian und Kunsthistoriker Jakob Schwertfeger mit Augenzwinkern durch 1.000 Jahre Kunstgeschichte. Im Freilichtmuseum Rieck Haus geht es auf Platt durch die Anlage. Und wer das Jenisch Haus vor einer längeren Pause noch einmal erleben möchte, kann dort an einer Führung teilnehmen: Zum Jahresende schließt das Haus für eine Renovierung.
Ein Tag für Begegnung Führungen und Angebote gibt es nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Ukrainisch, Plattdeutsch und in Deutscher Gebärdensprache. Die Idee reicht ins Jahr 2018 zurück: Damals machte die Bürgerschaft den 31. Oktober als „Tag der Reformation“ zum gesetzlichen Feiertag und beschloss zugleich, dass die Museen an diesem Tag keinen Eintritt verlangen. Seitdem öffnen die staatlichen Museen am Tag der Reformation kostenlos, nach und nach haben sich auch private Häuser angeschlossen. Koordiniert wird der Tag vom Museumsdienst Hamburg im Auftrag der Kulturbehörde.
Für Kultursenator Carsten Brosda geht es um mehr als Sparen an der Kasse. „Der Tag der Reformation soll ein Tag des gesellschaftlichen Austausches sein“, sagt er.
Gut zu wissen Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Haus. Programm, Anfahrt, Hinweise zur Barrierefreiheit und zur Anmeldung für Führungen stehen auf seeforfree.de. Unter „Meine Tour“ kann man dort Lieblingsangebote zu einem persönlichen Tagesplan zusammenstellen und als PDF herunterladen. Beim Planen hilft zudem die App „Kulturpunkte Hamburg“. Der Museumseintritt ist frei, für Bus und Bahn braucht man aber wie immer einen gültigen Fahrschein.
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Kostenlos ins Museum: Rund 50 Hamburger Häuser öffnen am Reformationstag bei #seeforfree