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Kinofest 2026 bricht Rekord: Warum Deutschlands Kinos plötzlich wieder voller werden
2,08 Millionen Gäste in zwei Tagen: Das Kinofest zeigt, wie stark Deutschlands Lust auf das Kino zurückgekehrt ist.
Von Denise ·
Deutschlands Kinos sind wieder voll – ein Wochenende macht besonders viel Hoffnung Zwei Tage, mehr als zwei Millionen Kinobesuche und volle Säle quer durch Deutschland: Das Kinofest 2026 hat ein bemerkenswertes Signal gesendet. Am 12. und 13. September kamen 2,08 Millionen Menschen in die teilnehmenden Filmtheater. Damit wurde das ohnehin starke Vorjahresergebnis um 26 Prozent übertroffen. Nach Angaben des Branchenverbands HDF KINO war es sogar das besucherstärkste Kinowochenende in Deutschland seit 20 Jahren .
Und vielleicht ist genau das die schönste Nachricht daran: Offenbar haben ziemlich viele Menschen weiterhin Lust, für zwei Stunden das Smartphone wegzustecken, sich in einen dunklen Saal zu setzen und gemeinsam eine Geschichte auf einer sehr großen Leinwand zu erleben.
Für fünf Euro wurde das Kino zum Treffpunkt Mehr als 700 Kinos und rund 30 Verleiher beteiligten sich am diesjährigen Kinofest. Das Prinzip war denkbar einfach: fünf Euro pro Ticket , unabhängig von Film, Platz oder Vorstellung.
Das Ergebnis dürfte auch für die Branche interessant sein. Denn der Erfolg zeigt nicht nur, dass attraktive Filme Publikum anziehen. Er deutet ebenso darauf hin, welche Rolle Preis, Zugänglichkeit und ein gemeinsames Event spielen können.
Zum Vergleich: Beim bisherigen Rekord des Kinofests 2025 waren knapp 1,65 Millionen Menschen gekommen. 2026 waren es rund 430.000 mehr. Allein am Sonntag wurden 1,12 Millionen Tickets verkauft.
Der Aufschwung begann schon vor dem Rekordwochenende Das Kinofest war allerdings kein einzelner Ausreißer. Bereits die offizielle Halbjahresbilanz der Filmförderungsanstalt FFA zeigte einen deutlich wachsenden Markt.
Von Januar bis Juni 2026 wurden in Deutschland 47,5 Millionen Kinokarten verkauft – 16,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz kletterte sogar um 24,5 Prozent auf 502,2 Millionen Euro . Die FFA spricht vom besten ersten Halbjahr seit der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Ganz zurück auf dem Niveau von 2019 ist das Kino bei den Besucherzahlen allerdings noch nicht. Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2019 wurden rund elf Prozent weniger Tickets verkauft. Beim Umsatz lag 2026 dagegen bereits neun Prozent darüber – auch aufgrund höherer Eintrittspreise.
Das Comeback ist also real, aber noch nicht abgeschlossen.
Spider-Man hilft – doch er trägt das Kino nicht allein Natürlich sorgen große Filme weiterhin für volle Reihen. „Spider-Man: Brand New Day“ überschritt in Deutschland bereits nach 16 Tagen die Marke von drei Millionen Kinobesuchen und erhielt dafür die Goldene Leinwand des HDF.
Auch Christopher Nolans „Die Odyssee“ erreichte innerhalb eines Monats mehr als drei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland.
Interessant ist jedoch, was daneben passiert. Laut FFA erreichten bereits im ersten Halbjahr 14 verschiedene Filme mehr als eine Million Besuche – sechs mehr als im Vorjahreszeitraum. Darunter waren nicht nur Fortsetzungen und bekannte Marken, sondern beispielsweise auch eigenständige Stoffe wie „Michael“, „Extrawurst“, „The Housemaid – Wenn sie wüsste“ oder „Der Astronaut – Project Hail Mary“.
Das spricht für einen Kinomarkt, der wieder breiter funktioniert.
Auch deutsche Filme gewinnen deutlich Publikum Besonders bemerkenswert entwickelt sich der deutsche Film. Im ersten Halbjahr wurden 12,2 Millionen Tickets für deutsche Produktionen verkauft – ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Marktanteil deutscher Filme stieg dadurch auf 26,5 Prozent . Abgesehen vom außergewöhnlichen Pandemiejahr 2020 ist das der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.
Das Kinojahr 2026 wird damit nicht ausschließlich von internationalen Milliardenproduktionen getragen. Regionale Geschichten, Komödien, Dramen und kleinere Produktionen finden ebenfalls wieder ein größeres Publikum.
Warum das Hoffnung macht Streaming hat das Kino nicht verschwinden lassen. Die aktuellen Zahlen zeigen vielmehr, dass Menschen offenbar beides wollen: Filme bequem zu Hause sehen – und besondere Geschichten gemeinsam erleben.
Das Rekordwochenende liefert dabei noch einen zweiten Hinweis: Wenn Kino bezahlbar, niedrigschwellig und als gemeinsames Erlebnis inszeniert wird, lassen sich erstaunlich viele Menschen mobilisieren.
Vielleicht liegt die Zukunft des Kinos deshalb weniger im Kampf gegen Netflix und Co. als in einer simpleren Idee: einen Abend anzubieten, den das Sofa eben nicht vollständig ersetzen kann.
Kinofest 2026 bricht Rekord: Warum Deutschlands Kinos plötzlich wieder voller werden