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KI-Gipfelstürmer: Verbände ehren beim Digital-Gipfel erstmals vier deutsche Unternehmen
Roboter, Cloud, Datenhoheit: Zum Ende des Digital-Gipfels küren zwei Verbände erstmals die „KI-Gipfelstürmer“.
Von Firas ·
Wenn über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, fallen oft Namen aus den USA oder China. Zum Abschluss des Digital-Gipfels der Bundesregierung am 3. November 2026 haben zwei Verbände den Blick bewusst nach Deutschland gelenkt: Der KI Bundesverband und der Startup-Verband haben erstmals die „KI-Gipfelstürmer“ gekürt. Ausgezeichnet wurden vier Unternehmen in drei Kategorien, im Beisein von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger.
Es handelt sich um eine Würdigung durch zwei Branchenverbände. Ausgewählt hat ein Beirat aus Vertreterinnen und Vertretern beider Verbände und des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.
Drei Kategorien, drei Ideen Die erste Kategorie, „KI-Kooperation des Jahres“, gilt der Zusammenarbeit zwischen einem deutschen KI-Unternehmen und der etablierten Industrie. Sie ging an das Karlsruher Start-up Codesphere und die Deutsche Telekom. Codesphere hat seine Plattform in die T Cloud der Telekom eingebunden. Nach Angaben der Verbände können Unternehmen und Behörden ihre KI-Anwendungen so wahlweise auf europäischer Infrastruktur, bei großen internationalen Cloud-Anbietern oder im eigenen Rechenzentrum betreiben – ohne sich an einen einzigen Anbieter zu binden.
In der Kategorie „Rising Unicorn“, die ein KI-Unternehmen mit außergewöhnlich starkem Wachstum würdigt, wurde Neura Robotics geehrt. Neura baut Roboter, die ihre Umgebung mit eigenen Sensoren erfassen und sicher an der Seite von Menschen arbeiten sollen. Fachleute sprechen von „Physical AI“, also KI, die in Maschinen in der realen Welt steckt. Die Verbände verweisen auf eine Rekord-Finanzierungsrunde (Series C): Im Juni 2026 hatte Neura Kapital von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar angekündigt; wie viel davon tatsächlich fließt, hängt laut Berichten vom Erreichen bestimmter Ziele ab.
Die Kategorie „Souveräne KI des Jahres“ zeichnet ein Unternehmen aus, das Deutschland und Europa unabhängiger von außereuropäischen KI-Anbietern machen soll. Sie ging an Langdock aus Berlin. Über dessen Plattform können Organisationen verschiedene Sprachmodelle nutzen und frei zwischen ihnen wechseln, mit Hosting in der EU und wahlweise in der Cloud oder auf eigenen Servern. Laut den Verbänden nutzen mehr als 14.000 Organisationen die Plattform; das Unternehmen hat seinen Firmensitz 2026 zurück nach Europa verlegt.
Warum das Thema Souveränität so wichtig ist Hinter allen drei Kategorien steht eine gemeinsame Frage: Wer kontrolliert die Daten und die Technik, auf die Wirtschaft und Verwaltung immer stärker setzen? „Digitale Souveränität“ meint, dass Unternehmen und Behörden selbst entscheiden können, wo ihre Daten liegen und welche Dienste sie nutzen. Minister Wildberger sieht in den Preisträgern einen Beleg dafür, dass „KI Made in Germany“ inzwischen „kein Zukunftsversprechen mehr, sondern gelebte Realität“ sei.
Lob mit Forderungen Die Verbände verbinden die Auszeichnung zugleich mit politischen Wünschen. Startup-Verband-Geschäftsführer Christoph J. Stresing nennt Zugang zu Kapital, Aufträge aus Wirtschaft und Verwaltung sowie innovationsfreundliche Regeln. Sein Fazit: „Wer digitale Souveränität will, muss die eigenen Champions stärken.“ Daniel Abbou, Geschäftsführer des KI Bundesverbands, betont, deutsche KI-Firmen spielten international vorne mit.
Wie nachhaltig die Erfolge sind, wird sich zeigen; Angaben zu Wachstum und Nutzerzahlen stammen von den Verbänden und den Unternehmen selbst. Die neue Auszeichnung macht aber sichtbar, dass in Deutschland nicht nur über KI diskutiert, sondern auch an ihr gebaut wird – vom Roboter in der Werkhalle bis zur Software, die Daten in Europa hält.
Themen: Künstliche Intelligenz, KI-Gipfelstürmer, Digital-Gipfel 2026, Digitale Souveränität, Startups, Robotik, KI Bundesverband, Startup-Verband
KI-Gipfelstürmer: Verbände ehren beim Digital-Gipfel erstmals vier deutsche Unternehmen