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KI-Forschung in Hamburg: Fünf Wissenschaftseinrichtungen gründen gemeinsame ELLIS-Unit
Uni, TUHH, DESY, UKE und HSU bündeln ihr Wissen zum maschinellen Lernen und docken an Europas KI-Exzellenznetzwerk an.
Von Michael Beier ·
Hamburg gehört jetzt offiziell zum europäischen KI-Forschungsnetzwerk ELLIS. Fünf Einrichtungen der Stadt haben sich zur ELLIS-Unit Hamburg zusammengeschlossen: die Universität Hamburg, die Technische Universität Hamburg (TUHH), das Forschungszentrum DESY, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Am 29. Oktober 2026 wurde der Standort in das Netzwerk aufgenommen.
Was hinter ELLIS steckt ELLIS steht für „European Laboratory for Learning and Intelligent Systems“. Das europaweite Netzwerk wurde 2018 gegründet und fördert vor allem Grundlagenforschung zum maschinellen Lernen, also zu jener Technik, mit der Computer aus Daten lernen und die heutige KI antreibt. Es verbindet Forschende über Ländergrenzen hinweg. Die Hamburger Partner wollen damit ihre Forschung stärken, sich international vernetzen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.
Mit Hamburg und weiteren neuen Standorten wie Côte d’Azur, Innsbruck, Irland und Norwegen zählt ELLIS nun 49 sogenannte Units. Laut der Übersicht des Netzwerks verteilen sich die Standorte auf 21 Länder.
Fünf Forschungsfelder, 13 Köpfe Die Hamburger Unit setzt fünf Schwerpunkte: die Grundlagen des maschinellen Lernens, kognitive und cyberphysische Systeme, Klimaforschung, Physik und biomedizinische Wissenschaften. Getragen wird sie von 13 leitenden Forschenden (Principal Investigators) aus allen fünf Partnereinrichtungen. Die wissenschaftliche Leitung teilen sich Prof. Dr. Nihat Ay von der TUHH und Prof. Dr. Stefano Panzeri vom UKE. Koordiniert wird die Unit von Dr. Katrin Schöning-Stierand vom Hub of Computing and Data Science (HCDS) der Universität Hamburg.
Ganz neu ist die Zusammenarbeit nicht: Die Unit baut auf dem gemeinsamen Handlungsfeld „Computing and Data Science“ in der Hamburger Forschungspartnerschaft PIER PLUS auf. Die TUHH hatte die Bewerbung bereits zuvor als strategisches Leuchtturmprojekt beschrieben.
Was die Forschung davon hat Der Nutzen zeigt sich quer durch die Fächer. Am DESY entstehen bei Experimenten enorme Mengen hochkomplexer Daten, deren Auswertung ohne intelligente Algorithmen kaum noch denkbar ist. „KI hilft uns, diese Daten schneller zu analysieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen“, sagt die DESY-Direktoriumsvorsitzende Prof. Dr. Beate Heinemann. Zudem soll KI Abläufe an den Teilchenbeschleunigern effizienter machen.
In den Ingenieurwissenschaften ergänzt maschinelles Lernen laut Nihat Ay zunehmend klassische, modellbasierte Verfahren und führt oft zu effizienteren und ressourcenschonenderen Lösungen. In der Medizin sieht Stefano Panzeri Chancen für Diagnostik und Therapie, betont aber eine Voraussetzung: „Dafür müssen KI-Forschung, biomedizinische Wissenschaft und klinische Praxis eng zusammenarbeiten.“
Rückenwind für junge Forschende Konkret bringt die Mitgliedschaft Zugang zu internationalen Kooperationen, thematischen Forschungsprogrammen und Förderangeboten für Promovierende und Postdocs. Die Partner erhoffen sich zudem, für internationale Talente attraktiver zu werden und den Austausch mit anderen ELLIS-Standorten und europäischen Forschungsprogrammen auszubauen. Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der Helmut-Schmidt-Universität, will junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin stärken, „eigene Forschungsfragen zu verfolgen“ und sich international zu vernetzen.
KI zum Zuhören und Erleben Auch die Öffentlichkeit soll etwas davon haben. Mit Unterstützung des ligeti zentrums und der Körber-Stiftung sind eine ELLIS-Vortragsreihe sowie künstlerische Formate rund um maschinelles Lernen geplant. Termine wurden dafür noch nicht genannt.
Themen: KI-Forschung, Hamburg, ELLIS, Maschinelles Lernen, Wissenschaft, Innovation, Forschungsnetzwerk
KI-Forschung in Hamburg: Fünf Wissenschaftseinrichtungen gründen gemeinsame ELLIS-Unit