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Kaum bekannt, aber längst da: Wie Wero Europas Banken an die digitale Kasse bringt
Wero wächst zur europäischen Bezahlalternative: 57 Millionen Nutzer, neue Händler – doch viele Deutsche kennen es kaum.
Von Firas ·
Wero wächst leise: Europas PayPal-Alternative erreicht bereits 57 Millionen Nutzer Viele Deutsche kennen Wero noch nicht. Trotzdem wächst im Hintergrund ein europäisches Bezahlsystem, das inzwischen mehr als 57 Millionen Nutzer erreicht und bei immer mehr Händlern auftaucht.
Große Veränderungen beginnen manchmal erstaunlich leise. Genau das passiert derzeit beim digitalen Bezahlen in Europa.
Wero heißt der Bezahldienst der European Payments Initiative (EPI) , einem Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsunternehmen. Wichtig dabei: Wero ist kein offizieller EU-Bezahldienst, sondern eine privatwirtschaftliche europäische Initiative.
Im August 2026 meldete EPI bereits mehr als 57 Millionen Nutzer in Deutschland, Frankreich und Belgien . Trotzdem ist Wero hierzulande noch längst kein Begriff für alle: Laut einer Verivox-Umfrage wissen 61 Prozent der Deutschen nicht, was Wero ist. Knapp sieben Prozent hatten den Dienst bereits genutzt.
Vom Geldversenden zum Bezahlen im Onlineshop Gestartet ist Wero 2024 mit Echtzeitüberweisungen zwischen Privatpersonen. Inzwischen geht es um deutlich mehr.
Beim Online-Einkauf können Kunden Wero als Zahlungsmethode auswählen und den Kauf direkt über ihre Banking- oder Wero-App bestätigen. Eine zusätzliche Kreditkarte ist dafür nicht nötig.
Entscheidend ist nun, dass der Dienst dort auftaucht, wo Verbraucher tatsächlich einkaufen.
2026 kamen mehrere bekannte Händler hinzu. Decathlon führte Wero in seinem deutschen Onlineshop ein, dm folgte Ende August. Auch Lidl hat sich für die Integration entschieden.
Künftig soll Wero außerdem im stationären Handel sowie für wiederkehrende Zahlungen und Abonnements genutzt werden können.
Warum Europa eine eigene Bezahlalternative aufbaut Hinter Wero steckt mehr als der Versuch, PayPal Konkurrenz zu machen.
Ein großer Teil des europäischen Zahlungsverkehrs wird über internationale Anbieter und Kartensysteme abgewickelt. Banken und Institutionen möchten deshalb eigene europäische Zahlungsinfrastrukturen stärken.
Auch die Deutsche Bundesbank betont die Bedeutung leistungsfähiger europäischer Lösungen im Zahlungsverkehr und nennt dabei ausdrücklich Wero.
Für Verbraucher könnte mehr Wettbewerb vor allem eines bedeuten: mehr Auswahl und weniger Abhängigkeit von einzelnen internationalen Plattformen.
Die größte Herausforderung heißt Gewohnheit Die Technik allein wird über den Erfolg allerdings nicht entscheiden.
Menschen wechseln ihre bevorzugte Zahlungsmethode nur selten. Wer seit Jahren PayPal, Kreditkarte oder Smartphone-Wallet nutzt, braucht einen guten Grund, etwas Neues auszuprobieren.
Genau deshalb sind Händler wie dm, Decathlon oder Lidl so wichtig. Je häufiger Wero im Checkout auftaucht, desto normaler wird der Dienst für Verbraucher.
Ob Wero eines Tages wirklich mit PayPal auf Augenhöhe konkurrieren kann, lässt sich noch nicht sagen.
Doch aus einem kaum bekannten Projekt ist innerhalb kurzer Zeit ein europäisches Zahlungssystem mit Millionen Nutzern, zahlreichen Banken und wachsender Händlerbasis geworden.
Die spannendere Geschichte lautet deshalb nicht, dass Europas Banken PayPal „angreifen“.
Sondern dass Europa gerade versucht, beim digitalen Bezahlen eine eigene ernstzunehmende Infrastruktur aufzubauen.
Kaum bekannt, aber längst da: Wie Wero Europas Banken an die digitale Kasse bringt